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Landesverkehrsminister soll Streit um Güterverkehr am Rhein zur Chefsache erklären

Landrat und Bürgermeister: Einzelne Kommunen finden bei „Bahn-Riesen“ kein Gehör – Massive Einschränkungen bei IC-Linien und Lärmbelästigung befürchtet

Im Streit um die Ausweitung des Güterverkehrs bei gleichzeitiger Reduzierung des Personenverkehrs auf der linken Rheinseite haben Landrat Dr. Jürgen Pföhler und die Bürgermeister der Rheingemeinden den rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering aufgefordert, das Thema zur Chefsache zu erklären.

Einzelne Kommunen fänden gegenüber dem „Bahn-Riesen“ DB AG „schlichtweg kein Gehör“, betonen die Bürgermeister Herbert Georgi (Stadt Remagen), Wolfgang Kroeger (Stadt Sinzig) und Bernd Weidenbach (Verbandsgemeinde Bad Breisig) sowie der Landrat in einem gemeinsamen Schreiben nach Mainz. Dies hätten „leidvolle Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt“. Nur wenn sich der Minister „mit dem ganzen Gewicht der Landesregierung“ der Angelegenheit annehme, bestehe überhaupt eine Chance gegenüber der Bahn.

Es gebe ernstzunehmende Hinweise auf Pläne der DB AG, den linksrheinischen Güterverkehr „viel massiver auszuweiten, als bisher in der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde“. Gleiches gelte für die Reduzierung von Fernverkehrszügen. Bereits vor drei Jahren hätten Bürger und Fahrgäste im AW-Kreis eine empfindliche Reduzierung von ICE-Halten am Bahnhof Remagen hinnehmen müssen. Jetzt stünden offenbar weitere Leistungsreduzierungen an, etwa bei der IC-Linie 15 Münster-Koblenz-Trier-Luxemburg. Weniger Personenzüge, aber mehr Güterverkehr und damit mehr Lärmbelästigungen seien „ein Schlag gegen die Mobilität und die Gesundheit vieler Menschen im nördlichen Rheinland-Pfalz“, kritisieren der Landrat und die drei Bürgermeister gegenüber dem Mainzer Minister.

Erhebliche Anstrengungen von Land und Kommunen zur touristischen Attraktivitätssteigerung der Rheinkommunen würden „mit einem Federstrich der DB AG konterkariert“. Der bereits eingetretene Vertrauensverlust und der Imageschaden der Bahn seien beträchtlich. Das wahre Ausmaß der geplanten Änderungen werde „der Öffentlichkeit möglicherweise bewusst vorenthalten“. Pföhler, Georgi, Kroeger und Weidenbach befürchten, dass per „Salami-Taktik“ über Jahre ein Prozess in Gang gesetzt werde, „der die Lebens- und die Standortqualität der betroffenen Menschen und Kommunen nachhaltig schädigt.“

Minister Hering, so die Bitte aus dem Kreis Ahrweiler, solle den Plänen der DB AG „entschieden entgegentreten“ und sich dafür einsetzen, dass die Öffentlichkeit über das gesamte Ausmaß der Bahn-Planungen informiert werde.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 22.09.2006

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