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Blauzungenkrankheit: Tierärzte untersuchen vorsorglich Rinder, Schafe und Ziegen haltende Betriebe

Kreisveterinäramt bittet Tierhalter um Terminvereinbarung mit Hoftierarzt - bislang keine Fälle im AW-Kreis aufgetreten

Nachdem vor einigen Wochen im niederländischen Kerkrade und im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien die Blauzungenkrankheit nachgewiesen wurde, sind auch erste Fälle der für Schafe, Ziegen und Rinder ansteckenden Tiererkrankung in Rheinland-Pfalz aufgetreten. Im Kreis Ahrweiler gibt es bislang keine Fälle. Um jedoch ein möglichst genaues Bild der Ansteckungssituation zu erhalten, müssen auch im AW-Kreis alle Wiederkäuer haltenden Betriebe vorsorglich klinisch von den Hoftierärzten untersucht werden. Stichprobenweise führen die Tierärzte bei einigen Betrieben zusätzlich Blutuntersuchungen an empfänglichen Tieren durch. Darauf macht das Veterinäramt des Kreises Ahrweiler jetzt die entsprechenden Tierhalter aufmerksam.

Das Veterinäramt hat die Tierärzte mit den entsprechenden Untersuchungen beauftragt. Die Behörde bittet alle Halter von Schafen, Ziegen und Rindern, sich mit ihrem Tierarzt in Verbindung zu setzen und einen entsprechenden Untersuchungstermin zu vereinbaren. Die anfallenden Kosten werden von staatlicher Seite getragen. Außerdem weist das Veterinäramt nochmals darauf hin, dass Halter von Wiederkäuern (auch Hobbyhalter) zur Anzeige ihres Bestandes verpflichtet sind. Wer sich bisher noch nicht gemeldet hat, sollte dies umgehend beim Veterinäramt nachholen.

Weiterhin gelten für die entsprechenden Tiere – neben Rindern, Schafen und Ziegen auch die in menschlicher Obhut gehaltenen Wild-Wiederkäuer (Gehegewild) – besondere Transportbestimmungen. Diese richten sich nach dem im September ausgewiesenen Gefährdungsgebiet (20-Kilometer-Zone) und Restriktionsgebiet (150-Kilometer-Zone). Die 20-Kilometer-Zone umfasst neben dem gesamten Kreis Ahrweiler auch Teile der Kreise Altenkirchen, Neuwied, Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz, Daun und Bitburg-Prüm. Die 150-Kilometer-Zone beinhaltet Nordrhein-Westfalen, Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz sowie große Teile von Niedersachsen. Die wichtigsten Einschränkungen sind die Genehmigungspflicht für Wiederkäuertransporte durch das zuständige Veterinäramt und die Aufstallungspflicht von der Abend- bis nach der Morgendämmerung oder alternativ dazu die Behandlung mit einem Insektizid.

Die Blauzungenkrankheit ist eine für Menschen völlig ungefährliche Tierkrankheit: Es besteht keine Infektionsgefahr, Fleisch und Milch können bedenkenlos verzehrt werden. Überträger ist hauptsächlich eine Culicoides-Mücke, die in Deutschland in rund 60 Arten vorkommt. Eine Ansteckung von Wiederkäuer zu Wiederkäuer ist nicht möglich.

Für weitere Fragen zur Blauzungenkrankheit oder die Meldung von Tierhaltern steht das Kreisveterinäramt unter der Rufnummer 02641 / 975-225 zur Verfügung.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 10.10.2006

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