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Teilerfolg im Streit um Bahnlärm auf der Rheinstrecke

Minister antwortet Landrat und Bürgermeistern – Mainz will Rheingemeinden helfen – IC-Linie und Interregio beibehalten

Im Streit um die Ausweitung des Güterverkehrs bei gleichzeitiger Reduzierung des Personenverkehrs auf der linken Rheinseite haben Landrat Dr. Jürgen Pföhler und die Bürgermeister der Rheingemeinden Rückendeckung aus Mainz erhalten. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will ebenfalls gegen den Bahnlärm angehen. Das hat Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering in seinem Antwortschreiben in den Kreis Ahrweiler bestätigt.

„Damit sind wir einen wichtigen Schritt weiter und haben einen ersten Teilerfolg erreicht“, erklärte Pföhler. Gemeinsam mit den Bürgermeistern Herbert Georgi (Stadt Remagen), Wolfgang Kroeger (Stadt Sinzig) und Bernd Weidenbach (Verbandsgemeinde Bad Breisig) hatte er sich an Mainz gewandt. Tenor: Einzelne Kommunen fänden gegenüber dem „Bahn-Riesen“ DB AG kein Gehör, der Minister müsse sich des wachsenden Lärmproblems durch immer mehr Güterverkehr „mit dem ganzen Gewicht der Landesregierung“ annehmen.

Die jetzige Antwort des Ministers lautet: Der Bahnlärm im Mittelrheintal stelle „ohne jeden Zweifel eine hohe Belastung für die Einwohner dar“. Trotz bereits vorgenommener Maßnahmen zur Lärmsanierung ziehe die Ausweitung des Güterverkehrs eine „erhebliche zusätzliche Lärmbelastung“ nach sich. Minister Hering erklärte gegenüber Landrat und Bürgermeister, er habe sich an den Vorstandsvorsitzenden der DB AG, Dr. Hartmut Mehdorn, gewandt, um präzise Informationen zum mittel- bis langfristigen Bahnverkehr im Rheintal zu erhalten. Die Antwort Mehdorns stehe noch aus. Allerdings verfügten weder Bund noch Land gegenüber der Bahn über rechtliche Einflussmöglichkeiten zu Zahl, Art und Fahrgeschwindigkeit der Güterzüge, räumt Hering ein.

Die vorrangige Forderung müsse daher lauten, „die alten und wegen der Klotzbremsen sehr lauten Güterwagen zügig umzurüsten“, so Hering. Sinnvoll seien ein Sonderprogramm und weitere wirtschaftliche Anreize zur Umrüstung durch eine Differenzierung der Trassenpreise. Der Einsatz leiser Fahrzeuge solle, wie im Luftverkehr, wirtschaftlicher gemacht werden. Hering: Die Mainzer Landesregierung werde beim Bund und bei der Bahn auf einen möglichst raschen Lärmschutz drängen.

Zur befürchteten Reduzierung von Personenzügen im Fernverkehr – diese erzeugen wegen moderner, geräuscharmer Fahrwerke weniger Lärm – schreibt der Minister: Mit der DB AG sei eine stündlich verkehrende IC-Linie auf der linken Rheinstrecke sowie eine Interregio-Linie Luxemburg-Tier-Koblenz-Köln vereinbart. Die Mainzer Landesregierung werde sich für das Einhalten dieser Zusage einsetzen.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 03.11.2006

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