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„Wein für die Herren, Bier für die Knechte, Milch für die Mägde“

Das Heimatjahrbuch 2007 ist da – 71 Beiträge, 280 Seiten und fester Einband für 5,40 Euro

Mit fundierten Texten fachkundiger Autoren, einer breiten Themenvielfalt aus Kultur und Kunst, Sport und Schulen, Musik und Mundart und das Ganze illustriert mit zahlreichen Fotos und Dokumenten: So präsentiert sich das Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2007, das jetzt druckfrisch in den Buchläden zu haben ist.

Das Werk umfasst rund 280 Seiten in festem Einband und hochwertiger Druckqualität. Es bietet 71 Beiträge und kostet 5,40 Euro. Die Redaktion lag in den Händen von Kreisarchivar Leonhard Janta, der Fotograf Werner Mertens lieferte den Großteil der Fotos. „Ein Muss für jeden, der sich für Geschichten und Geschichte in unseren Dörfern und Städten interessiert“, fand Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der Vorstellung der neuen, mittlerweile 64. Ausgabe des Standard- und Nachschlagewerkes. Zum bewährten Stamm von Autorinnen und Autoren seien neue Mitarbeiter gestoßen – „allesamt ehrenamtlich“, wie Pföhler betonte. Anders sei der „nach wie vor sensationell günstige Verkaufspreis“ nicht zu halten.

Zum Inhalt: Auch im Jahr des 190-jährigen Kreisjubiläums zeigt das Heimatjahrbuch den Kreis Ahrweiler im Wandel der Zeiten. Die Aktuelle Chronik von Jürgen Kempenich hält wissenswerte Ereignisse der vergangenen zwölf Monate fest. Dazu zählen unter anderem die Stimmung bei der Fußball-WM, die auch in einem eigenen Beitrag gewürdigt wird (Bernd Linnarz), und der verheerende Tornado in Brohl.

Das Projekt Biomasse (Guido Nisius und Regina Sistig) und die Erlebnisregion am Nürburgring (André Schmidt) zeugen von Innovation und Vision. Porträts von Menschen belegen deren Erfindungsreichtum in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Kirche und Sport. Ehrenamtlich gehen die Mitglieder beim Technischen Hilfswerk zur Sache (Jochen Tarrach). Die Laienschauspieler der Freilichtbühne Schuld bringen jährlich großes Theater auf die Waldbühne (Gregor Schürer).

Die Caritas schlägt mit der „Ahrweiler Tafel“ eine Brücke zwischen Armut und Überfluss (Eberhard Thomas Müller). Ein Gang durch das Peter-Joerres-Gymnasium Ahrweiler (Petra Jüde) oder ein Blick auf das erste Abitur nach dem Zweiten Weltkrieg (Dr. Paul Krahforst) führen die Heimatjahrbuchserie über Schulen fort.

Ein Gespräch mit Stephan Glöckner und Winfried Schuld setzt die Musikband „menino“ als multikulturelle Institution in Szene (Jochen Arlt). Günther Schmitt beschreibt „Spiegelbilder der Ahrweiler Seele“. Den organisatorischen Umbruch der Kirchen beleuchten Camilla Busa und Hans Warnecke. Gewürdigt werden mehrere bekannte und inzwischen verstorbene Künstler der Region, darunter Manfred Hammes, der Maler Pitt Kreuzberg, die Bildhauer Jochem Pechau und Hans Karl Burgeff und der Komponist Tilo Medek.

Eine Orgelreise durch die Jahrhunderte öffnet den Blick auf die Vielfalt der königlichen Instrumente und die Pforten von Kirchen im AW-Kreis (Kurt-Ludwig Forg, Heinz Müller). „Drachen im Paradies“ nennt Dr. Arnulf Krause seinen Beitrag über die Bauzier in der Vorhalle von Maria Laach, während der Laacher Benediktinermönch Drutmar Cremer auf das 850. Kirchweihfest der Abtei eingeht; aus diesem Anlass stellt er Kloster und See auf besondere Weise vor, nämlich „unter dem Atem der Poesie“. Eine Arenberger Burgordnung aus dem 16. Jahrhundert, die das Leben der Bewohner regelte, sah je nach sozialer Stellung unterschiedliche Getränke vor, wie Dr. Peter Neu weiß: „Wein für die Herren, Bier für die Knechte, Milch für die Mägde.“

Eine Auswahl weiterer Schlaglichter: Über sakrale und profane Baudenkmäler an Rhein und Ahr gibt es immer wieder Interessantes zu berichten. Das Heimatjahrbuch liefert Neues über die Ahrweiler Stadtbefestigung, das Gotteshaus in Franken, die Pfarrkirche in Remagen und die Wallfahrtskapelle zu Pützfeld. Nicht zu kurz kommt auch die reiche Historie der Region, so die 900-Jahr-Feier von Mayschoß oder ausgewählte Kapitel aus der Geschichte von Lohrsdorf und Green, Blasweiler und Oberbreisig.

Die Menschen litten unter den Plünderungen durch französische Heere in den Grafschafter Dörfern (1690/91) sowie durch Truppendurchzüge im Ahrtal und der Goldenen Meile (1757). Erfreulich hingegen: Der Ort Kempenich besaß mit Philipp Karl von Eltz zu Kempenich einen bedeutenden Sohn, der von 1732 bis 1743 Erzbischof und Kurfürst von Mainz war. Kirchenbücher liefern neue Erkenntnisse über das verheerende Ahrhochwasser von 1804. In französischer Zeit mussten auch die Juden in Ahrweiler, Gelsdorf und Mayschoß 1808 feste Familiennamen wählen.

Volkskundliches, Mundart, Erzählungen und Gedichte finden ebenfalls Aufnahme im neuen heimatkundlichen Sammelband. Die Zusammenstellung von ausgewählten Neuerscheinungen sowie Informationen zur Struktur des Kreises Ahrweiler runden das Jahrbuch ab.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 08.11.2006

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