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Erstes Sozial-Kaufhaus im AW-Kreis soll preisgünstige Waren anbieten

Behindertengerechte Arbeitsplätze – Kleider- und Möbelkammer wird fortgeführt -– Caritas-Werkstätten als Träger – Kreistag entscheidet

Im Kreis Ahrweiler soll das erste Sozial-Kaufhaus entstehen. Es soll ein hochwertiges und breites Sortiment an gebrauchten Kleidern, Möbeln und Hausrat zu günstigen Preisen anbieten. Nach einem Konzept, das im Kreis- und Umweltausschuss vorberaten wurde, soll es aus der bestehenden Kleider- und Möbelkammer des Kreises hervorgehen. Als Träger sind die Caritas-Werkstätten vorgesehen, die als einzige ein Konzept vorgelegt haben. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 8. Dezember.

„Unser Konzept ermöglicht ein neues Leuchtturmprojekt im Sozialbereich und bedeutet einen Meilenstein bei der Integration von Menschen mit Behinderungen“, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Bereits in der Außenstelle Sinzig der Kraftfahrzeug-Zulassung praktizierten Kreis und Caritas erfolgreich die Beschäftigung behinderter Menschen. Die jetzige Kleider- und Möbelkammer werde durch die Übernahme bis zur Inbetriebnahme des Sozial-Kaufhauses gesichert, so Pföhler.

Der Direktor der Caritas-Werkstätten, Michael Kröselberg: „Wir wollen das erste Integrationsunternehmen für Menschen mit Behinderungen im Kreis Ahrweiler aufbauen.“ Angestrebt seien zehn sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Mit dem Projekt werde ein wesentliches Ziel des Teilhabeplans des AW-Kreises verwirklicht, zeigten sich Pföhler und Kröselberg einig, nämlich: die Schaffung behindertengerechter Arbeitsplätze außerhalb einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.

Die Vorgeschichte: Der Kreis betreibt seine Kleider- und Möbelkammer in Grafschaft-Lantershofen seit 1997. Diese Einrichtung stellt Hilfeempfängern gebrauchte Waren in gutem, funktionsfähigen und sauberen Zustand bereit. Dies ersparte von 1997 bis 2004 rund 4,3 Millionen Euro an Sozialhilfekosten.

Die neuen Sozialgesetze mit Hartz IV brachten Änderungen in der Leistungsgewährung. Asylbewerber und Aussiedler erhalten zwar weiterhin einmalige Beihilfen. Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe müssen sich Kleider und Möbel jedoch von ihren Regelsätzen selbst beschaffen. Die Folge: ein drastischer Rückgang der Nachfragen in Lantershofen. Mittlerweile sind die Kosten für den Betrieb (Personal, Miete für Lagerräume, Lkw für Möbeltransporte) höher als die erzielten Einsparungen.

Der Fahrplan, den Kreis und Caritas festlegen wollen, sieht die Eröffnung des Sozialkaufhauses für Sommer 2009 vor. Diese Zeit wird mit Blick auf Förderanträge und Genehmigungserfordernisse benötigt. Bis dahin führt die Caritas die Kleider- und Möbelkammer weiter. Das kaufmännische Risiko des Kaufhauses trägt die Caritas. Die Anschubfinanzierung übernimmt – vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags – der Kreis für zweieinhalb Jahre. Der Standort soll sich in zentraler Lage mit guten öffentlichen Verkehrsanbindungen befinden. Die günstigen Einkaufsmöglichkeiten sollen für jeden bestehen, insbesondere für Hilfeempfänger.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 27.11.2006

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