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Neue Wege bei Strafverfahren gegen Jugendliche

Jugendgerichtshilfe will Fachdienste frühzeitig vernetzen – Richter-Weisungen pädagogisch sinnvoll umsetzen

Bei Strafverfahren gegen Jugendliche geht das Kreis-Jugendamt Ahrweiler neue Wege. Unter Federführung der Jugendgerichtshilfe im Kreishaus hat sich ein breit angelegter Arbeitskreis gebildet, der künftige Perspektiven auslotet, neue Ansätze diskutiert und nach Präventionsmaßnahmen sucht. „Vernetzung möglichst aller Fachgebiete“ lautet der Kerngedanke.

Am Tisch des Gremiums, das jetzt mit rund 30 Experten tagte: einerseits die Jugendgerichtshelfer des Kreises, die Jugendpfleger der Kommunen, der Jugendhilfeverein, die Caritas und die Schulsozialarbeiterinnen der Berufsbildenden Schule – andererseits die Jugendsachbearbeiter der Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendrichter und Bewährungshelfer.

Die Fakten: Im Jahr 2005 begingen Jugendliche im AW-Kreis rund 1.200 Straftaten. Für 2006 wird etwa die gleiche Zahl erwartet. Auf Platz 1 der Rangliste stehen Diebstähle, gefolgt von Verkehrsdelikten, Körperverletzung und Drogenmissbrauch. Vereinzelt zeigt sich ein neuer Trend: Kriminalität über Medien, beispielsweise mit Drohungen per SMS. Solche Straftaten gehen auf das Konto der 14- bis 21-Jährigen.

Wo liegen die neuen Ansätze der Jugendhilfe? Als Reaktionsweisen auf die Straftaten hat die Jugendgerichtshilfe zusammen mit dem Jugendhilfeverein den „Sozialen Trainingskurs“ eingerichtet. Hier sollen sich die Jugendlichen in Gruppenabenden mit ihren Straftaten auseinandersetzen und diese aufarbeiten. Ein weiteres Kooperationsprojekt mit den Jugendpflegern wurde bereits in der Gemeinde Grafschaft umgesetzt. Jugendliche Straftäter legten mit Hainbuchenpflanzen einen Irrgarten an, der ihnen – symbolisch – helfen soll, die Irrwege der Straftaten zu verlassen. Einen weiteren Weg, richterliche Weisungen pädagogisch sinnvoll umzusetzen, schlagen mehrere Kooperationspartner in Sinzig ein.

Beim jüngsten Arbeitstreffen stellten die Jugendsachbearbeiter der Polizei ihre Präventionsprojekte vor, die sie insbesondere mit Schulen leisten. Die drei Jugendgerichtshelfer im Kreis-Jugendamt, Heike Schulden, Peter Podehl und Burkhard Müller, wollen künftig verstärkt präventiv, sprich vorbeugend, arbeiten. Dazu zählt vor allem die Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern, Jugendpflegern, Schulen und weiteren Beteiligten. Auch hier gilt der Kerngedanke: Vernetzung der Fachdienste und Schlüsselpersonen vor Ort.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 15.12.2006

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