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Umgang mit demenzkranken Menschen als neue Herausforderung

Kreis unterstützt Modellprojekt der Caritas – Steinich: „Schleichende Erkrankung, die häufig nicht als solche erkannt wird“

Der Kreis Ahrweiler unterstützt das Modellprojekt „Leitstelle Demenz“ des Caritasverbandes auch in diesem Jahr. Im Kreishaushalt seien 12.000 Euro eingeplant, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler gegenüber dem Geschäftsführer der Caritas-Geschäftsstelle Ahrweiler, Richard Stahl, und Projektleiterin Katharina Steinich.

„Der Umgang mit demenzkranken Menschen ist eine neue Herausforderung für den Gesundheits- und Sozialsektor. Der Kreis Ahrweiler stellt sich dieser Herausforderung“, betonte Pföhler. Daher trage der Kreis 22,5 Prozent der Kosten für das Modellprojekt, das seit Februar 2006 laufe und auf drei Jahre ausgerichtet sei. Im Vorjahr habe der Kreiszuschuss 11.500 Euro betragen.

Die Leitstelle Demenz ist nach den Worten Stahls eines von acht Modellvorhaben in Rheinland-Pfalz, das eine bessere Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankung erreichen will. Über Informationsveranstaltungen und Infomaterial solle das Wissen über die Erkrankung möglichst vielen Erkrankten, Angehörigen und Hauptamtlichen vermittelt werden. Eine weitere Zielrichtung liege in der Verbesserung des Fortbildungsangebotes für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Alten- und Krankenhilfe.

Ausgehend von einer Defizitanalyse, sollten Qualitätsstandards für Wohnen, Betreuen, Pflegen und bei tagesstrukturierenden Angeboten erstellt sowie eine Beratungskette aufgebaut werden. Wichtig laut Stahl: Die unterschiedlichen Dienste und Einrichtungen sollten ein Netzwerk zur Beratung und Betreuung knüpfen. Um dies zu erreichen, arbeite das Projekt eng mit der Kreispflegekonferenz zusammen und habe dort einen Arbeitskreis aufgebaut.

Projektleiterin Steinich schätzt die Zahl der Demenzpatienten im Kreisgebiet auf 1.500 bis 2.000. Demenz sei eine schleichende Erkrankung und werde häufig nicht als solche erkannt. Die meisten Menschen mit Demenz lebten ohne Diagnose. Mit 60 Prozent machten Alzheimer-Erkrankte den größten Teil der Demenz-Patienten aus. Medikamente könnten nur bedingt helfen. Demenz sei nicht heilbar, so Steinich.

An der Finanzierung des Projekts beteiligen sich die Pflegekassen mit 45 Prozent, der AW-Kreis und das Land Rheinland-Pfalz mit je 22,5 Prozent sowie die Caritas mit zehn Prozent. Die studentische Unternehmensberatung Primus e.V. der Fachhochschule RheinAhrCampus Remagen hat die wissenschaftliche Begleitung übernommen.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 09.02.2007

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