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Interesse an Standort für Biogasanlage bekundet

Biomasse-Masterplan für den Kreis Ahrweiler: Landrat Pföhler sieht Potenziale für Landwirte

Im Rahmen des Biomasse-Masterplans für den Kreis Ahrweiler wird über den Bau einer Biogasanlage nachgedacht. Im Gespräch mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat die Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) in Koblenz ihr Interesse an einem Standort im AW-Kreis bekundet. Pföhler sieht im Biomasse-Masterplan und in einer solchen Biogas-Anlage große Potenziale vor allem für Landwirte. Der Kreisbauern- und Winzerverband Ahrweiler wird in die Gespräche mit der EVM eingebunden.

Mit dem Masterplan habe der Kreis Ahrweiler die Grundlagen zur Nutzung der Biomasse geschaffen und die Tür geöffnet, erklärte Pföhler. Die praktische Umsetzung liege jetzt bei den Akteuren vor Ort, die davon profitieren. Die EVM sei herzlich willkommen, meinte der Landrat. Nach dem Fotovoltaikprojekt setze der AW-Kreis mit der Biomasse-Initiative einen weiteren wichtigen Akzent zur umweltverträglichen und klimafreundlichen Wärme- und Stromgewinnung.

Die EVM Koblenz wendet sich nach den Worten der Geschäftsführer Günter Jöhl und Wolfgang Herpers alternativen Energien zu. Als klassischer Gaslieferant wolle das Unternehmen in den kommenden Jahren verstärkt in Biogasanlagen investieren, so Jöhl und Herpers. Dies geschehe auf der Basis nachwachsender Rohstoffe (NaWaRo). In Nickenich (Kreis Mayen-Koblenz) plane die EVM zurzeit eine 2,5 Megawatt-Biogasanlage auf NaWaRo-Basis; dies sei derzeit eine der größten in Deutschland. Das Volumen: fünf Millionen Kubikmeter Gaseinspeisung. Dies entspreche 20.000 Megawattstunden (MWh) Stromeinspeisung und 20.000 MWh Wärmeerzeugung, was für rund 1.000 Haushalte ausreiche.

Der Betrieb einer solchen Anlage erfordere 800 Hektar landwirtschaftlicher Anbaufläche. In einer zweiten Ausbaustufe könne die Anlage um 100 Prozent erweitert werden. Die EVM strebe langfristige Lieferverträge mit den Landwirten an. Die wesentliche Voraussetzung für einen weiteren Standort im Kreis Ahrweiler sei die Nähe zu einem Erdgasnetz, in die das Biogas eingespeist werden könne, erklärten die EVM-Geschäftsführer.

Landrat Pföhler: „Die EVM als alteingesessenes Unternehmen der Region wäre ein potenter Investor mit langem finanziellen Atem und damit ein idealer Partner für Landwirte.“ Eine Biogasanlage sei eine von mehreren Möglichkeiten, die der Biomasse-Masterplan aufzeige, aus Rohstoffen der Region Energie zu erzeugen.

Der Masterplan wurde vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) erstellt. Er zeigt erstmals im Kreis ermittelte Biomassepotenziale sowie Strategien zur Nutzung von Bioenergie auf. Der ländlich geprägte Kreis Ahrweiler verfüge über große Potenziale für diesen Zukunftsmarkt, so das IfaS. Beispiele für Biomasse sind nachwachsende Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft, die sich zur Wärme- und Stromgewinnung nutzen lassen – beispielsweise Holz und Raps, holzartiger Grünschnitt aus der kommunalen und privaten Grünpflege, ferner Bioabfall, Speisereste und -fette aus der Entsorgung sowie Klärschlamm aus der Abwasserbehandlung.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.03.2007

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