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Kirchen, Klöster und Kapellen heißen Besucher willkommen

Tag des offenen Denkmals mit 17 „Stätten der Einkehr und des Gebets“ im Kreis Ahrweiler

„Stätten der Einkehr und des Gebets – historische Sakralbauten“ lautet das Schwerpunktthema des Tages des offenen Denkmals 2007 am Sonntag, 9. September. Im Kreis Ahrweiler sind 17 dieser kulturhistorischen Gebäude und Orte für Besucher geöffnet. Landesweit sind es mehrere Hundert Kirchen, Klöster, Kapellen, jüdische Ritualbauten und Friedhofsanlagen, die von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz empfohlen werden. Die entsprechende Broschüre ist erhältlich in den Rathäusern und in der Kreisverwaltung (Ahrweiler, Wilhelmstraße). Internet: www.gdke-rlp.de.

Adenau, Kath. Pfarrkirche St. Johannes der Täufer:
Die im Kern über tausend Jahre alte Kirche wurde mehrfach erweitert, verändert, zerstört und wiederhergestellt. Erhalten blieben der romanische Ostchorturm, die Querarme und der dreischiffige neugotische Hallenchor; das mittelalterliche Langhaus 1945 zerstört, die Reste entsprechen dem heutigen, 1969 durch Otto Vogel, Trier, gestalteten Atrium. Im Zuge des Wiederaufbaus entstand eine gelungene Verbindung von romanischer Substanz, neugotischen und zeitgenössischen Formen. Ausstattung mit sechseckigem Taufstein des 12. Jh., spätgotischer Altaraufsatz, niederrheinisches Vesperbild. Geöffnet von 11.30 bis 17 Uhr, Führungen mit Schwerpunkt Glockenstuhl oder Hochaltar nach Bedarf.

Adenau, Marienkapelle:
Der kleine Bau, 1893-95 nach Plänen von Caspar Clemens Pickel, Düsseldorf, zu Ehren der Schmerzhaften Mutter Maria errichtet, ist einer der wenigen Zentralbauten der neugotischen Kirchenbaukunst. Gleichzeitig mit dem Entwurf des Sechseckraums mit dreiseitig ausgestellten Polygonseiten, zwei Treppentürmen an der Hauptfassade und dem Chor plante der auf katholische Kirchenbauten spezialisierte Architekt auch die neugotische Ausstattung. 14.30 – 16.30 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Adenau-Breidscheid, Kapelle St. Rochus:
Die Rochuskapelle, ein langgestreckter Saal mit einspringendem Chor und Dachreiter, wurde 1630 nach der Pest (1626-28) errichtet. Dies erklärt die Statuen von Sebastian und Rochus auf dem qualitätsvollen Barockaltar sowie die barocken Holzfiguren der beiden Pestheiligen an den Chorwänden. Weitere bauzeitliche Ausstattung. 11.30 – 17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Ahrbrück-Pützfeld, Marienwallfahrtskapelle:
Barocker Saalbau mit hohem Dachreiter und fünfseitigem Schluss, 1680/81 als Privatkapelle für Dietrich Freiherr von Friemersdorf errichtet, seit 1717/37 Wallfahrten. Bauzeitliche Ausstattung, darunter der 1681 gestiftete Hochaltar. Führungen nach Bedarf.

Bad Breisig, Kath. Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt:
Der gotisierende Saalbau 1717-22 vermutlich nach Plänen von Philipp Honorius Ravensteyn erbaut; 1975 restauriert und querraumartiger Saalbau angefügt nach Plänen von Otto Spengler, Mainz. Die charaktervolle Ausstattung von etwa 1730 in seltener Vollständigkeit erhalten. Führungen einschl. Stumm-Orgel 11 und 14 Uhr.

Bad Breisig, Mausoleum Mertés auf dem ev. Friedhof:
1911/12 ließ der Kölner Hutfabrikant Albert Mertés das Mausoleum im Angedenken an seine früh verstorbene Tochter Mimi in Formen des Jugendstils erbauen. Ursprünglich bestanden Fußboden und untere Wandflächen aus Marmor. Die Schieferkuppel ist von einer flachen Glaskuppel bekrönt. Die vier Sarkophage für die Tochter, den Fabrikanten selbst, seinen Sohn und seinen kleinen Enkel sind aus Tuffstein gehauen. 10 – 18 Uhr, Führungen 11 und 14 Uhr.

Ahrweiler, Kath. Pfarrkirche St. Laurentius:
Die 1269 begonnene und im frühen 14. Jh. vollendete Laurentiuskirche ist das einzige Beispiel einer Hallenkirche in Verbindung mit einem Chor, der aus einem Hauptchor zwischen zwei schräg gestellten Nebenapsiden besteht. Gleichzeitig ist sie wohl das früheste Beispiel einer Hallenkirche auf der linken Rheinseite. Am Turm Spuren der Farbfassung des 13. Jh.; im Innern über einer ersten figürlichen Ausmalung eine zweite des 15. Jh.; Ausstattung 15.-19. Jh. Ganztägig geöffnet, Kinderführung, kirchenhistorische Führung, spirituell-theologische Führung, Orgelkonzert.

Heimersheim, Kath. Pfarrkirche St. Mauritius:
Die spätromanische Emporenbasilika mit achtseitigem Vierungsturm, Emporen und Schlüssellochfenstern wird um 1250-75 datiert. Sie ist ein gutes Beispiel dörflicher Nachbildung eines bedeutenden Baus, der Peterskirche in Sinzig. In den Chorfenstern ausgezeichnete Glasmalereien des 3. Viertels des 13. Jh., darunter der Kirchenpatron; weitere qualitätsvolle Ausstattung. 11.30 und 13.30 Uhr Vortrag mit anschließender Führung.

Dümpelfeld, Alte kath. Pfarrkirche St. Cyriakus:
Der im Kern romanische Bau (spätestens 13. Jh.), in der 2. Hälfte des 15. Jh. zu einem Zweistützenraum umgestaltet, war vom Einsturz bedroht und konnte Anfang des neuen Jahrtausends renoviert werden. Die seit den 1960er Jahren als Friedhofskapelle genutzte zweischiffige spätgotische Kirche gehört zu den nördlichsten Beispielen einer für die Hocheifel und das Moseltal typischen Gruppe. Führungen (bei Interesse auch Glockenstuhl) 9, 10.30, 13, 14.30 und 16 Uhr.

Grafschaft-Ringen, „Orte der Einkehr und des Gebets im Ortsbezirk Ringen“:
Der Ortsbezirk Ringen veranstaltet Führungen, ausgehend von der St. Josefskapelle Beller, einem historisierenden Backsteinbau mit Dachreiter von 1869 und neugotischer Ausstattung, der 2002/03 umfassend instandgesetzt wurde. Weiter geht es zum tempelartig gestalteten Heiligenhäuschen, das in der Feldflur oberhalb von Ringen zur Erinnerung an die hier 1856 verunglückte Anna Sophia Willems errichtet wurde. Im Anschluss daran Besuch der St. Hubertuskapelle in Bölingen, 1952-54 errichtet anstelle des barocken Vorgängers, der wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Zu besichtigen ist auch die römische Grabstele bei Beller wohl aus der Zeit um 50 n. Chr., die 2004 zufällig entdeckt wurde. Führung 11 Uhr (auch zu anderer Zeit möglich nach tel. Vereinbarung 02641/26988 oder 0160-91810098).

Kempenich, Kreuzwäldchen am Ortsausgang Richtung Weibern:
1879 stiftete Pastor Ferdinand von Freihold die nach eigenen Entwürfen gestaltete Wallfahrtsstätte mit einer stattlichen Kapelle zu Ehren der schmerzhaften Muttergottes, einem 14 Stationen umfassenden Kreuzweg, Heiligen Grotten und einem Wohnhaus. Die Kapelle mit halbrunder Apsis und Doppelturmfassade, nazarenischen Glasgemälden und einer Art-Déco-Ausmalung von 1935 sowie das Wohnhaus mit Treppenturm wurden als Tuffquaderbauten in neuromanischen Formen errichtet. Die Anfang der 1930er Jahre geschaffene Lourdesgrotte an der Westseite des Kalvarienberges nach 1950 umgestaltet. Ganztägig geöffnet, Führungen 10 – 12 und 15 – 18 Uhr durch den Förderverein Kreuzwäldchen, Chorkonzert am Vormittag.

Kottenborn, Kapelle St. Antonius:
Der Chor mit Sterngewölbe, figürlichen Schlusssteinen und Rankenmalereien ist 1525 datiert, das zweiachsige Schiff stammt wohl aus dem 17. Jh.; Altaraufsatz Ende 17. Jh.; 11.30 – 17 Uhr, Erläuterungen nach Bedarf.

Remagen, Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul:
Die neuromanische Basilika mit Querhaus, Vierungsturm, Chorflankentürmen und polygonalem Chor und ebensolchen Nebenchören 1900-04 nach Plänen von Caspar Clemens Pickel, Düsseldorf, in Formen der rheinischen Spätromanik errichtet; dabei Teile der romanischen Kirche des 11./13. Jh. als Westriegel integriert. Die neuromanische Ausstattung teilweise erhalten, darüber hinaus Teile der mittelalterlichen Ausstattung. 11 – 18 Uhr. Drei Führungen, die sich zeitlich nach den Besuchern richten, zu Kirche und Krypta.

Remagen, Wallfahrtskirche St. Apollinaris:
Die 1839-43 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst-Friedrich Zwirner errichtete Wallfahrtskirche ist ein Hauptwerk der deutschen romantischen Baukunst. Zentralbau über griechischem Kreuz mit vier Türmen, Einzelformen neugotisch nach Vorbild des Kölner Doms. Die spätnazarenische Wandmalerei 1843-45 nach einheitlichem Programm von Andreas und Karl Müller, Ernst Deger und Franz Ittenbach ausgeführt. Die Ausstattung aus der Mitte des 19. Jh. vollständig erhalten. In der neuromanischen Krypta, einer dreischiffigen Halle über schlanken Säulen, Hochgrab des hl. Apollinaris, Mitte 14. Jh.; geöffnet ab 9 Uhr, 11 Uhr Hl. Messe, 14 Uhr Kirchenführung, 16 Uhr geistliches Konzert, 19 Uhr Vesper.

Waldorf, ehemalige Hofanlage (heute Heimatmuseum), Kleingasse 1:
Ehem. Wohnhaus mit vollständig erhaltener Lehm-/Holzkonstruktion, 1826, Fundamente um 1600, Kräutergarten; ab 11 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Sinzig, Kath. Pfarrkirche St. Peter:
Die dreischiffige Emporenbasilika, einer der letzten Vertreter der rheinischen Spätromanik, wurde um 1220/35 erbaut. Das Querhaus mit zweigeschossigen, fassadenartig ausgebildeten Fronten gipfelt im oktogonalen Vierungsturm. Im Osten anschließend die Chorfassade mit polygonaler, dreizoniger Apsis, seitlichen Chorkapellen und zierlichen Chorflankentürmen. Zur ersten Ausstattung gehören Wandmalereien in der südlichen Chorkapelle, die um 1260 datieren, gleichzeitig die Altarmensen und ein Taufbecken, Führungen 12, 14 und 16 Uhr.

Sinzig, Römische Villenanlage an Zehnthof und Kirche, Zehnthofstraße:
Römische Villa des 3. Jh. n. Chr., entdeckt 1890/1925, von der einige Ziegel beim Bau des barocken Zehnthofs wiederverwendet wurden. Führungen 10.30 und 14.30 Uhr.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 24.08.2007

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