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„Bevor es zu spät ist“: Schulaktionswoche kämpft gegen Aids und HIV

Risikofreude, Leichtsinn und Unwissenheit: Die Zahl der Neuinfektionen steigt deutlich – Junge Menschen als wichtige Zielgruppe – Gesundheitsamt berät kostenlos und anonym

Aids und HIV sind wieder auf dem Vormarsch. Die Erkrankten werden immer jünger. Im Kreis Ahrweiler bietet das Gesundheitsamt regelmäßige Sprechstunden an, kostenlos und anonym. Bei einer landesweiten Präventionswoche gehen Experten jetzt gezielt auf Schüler zu, Betroffene berichten von ihren Erfahrungen. Innerhalb des AW-Kreises macht die Burgwegschule in Burgbrohl bei dem Projekt mit.

Jüngste Studien brachten es an den Tag: Risikofreude, Leichtsinn und Unwissenheit führen dazu, dass die Neuinfektionen bei HIV und Aids sowie anderer sexuell übertragbarer Krankheiten, kurz STD (sexually transmitted diseases), deutlich ansteigen. Und: Das Durchschnittsalter der infizierten Menschen sinkt.

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG), das Mainzer Gesundheitsministerium, die AIDS-Hilfe Rheinland-Pfalz sowie die Gesundheitsämter haben die landesweite Aktion zur AIDS/STD-Prävention an weiterführenden Schulen gestartet. Die Präventionswoche läuft vom 24. bis 28. September.

Dr. Ute Teichert-Barthel, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes Ahrweiler, weiß: „Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Präventionsprojekte sind nach wie vor die zentralen Mittel im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten.“ Gerade junge Menschen seien eine wichtige Zielgruppe, „bevor es zu spät ist“, so Teichert-Barthel.

Heike Lück, Expertin für Infektionsschutz und zuständig für die Aids/HIV-Sprechstunden im AW-Gesundheitsamt: „In der Schulpräventionswoche arbeiten die Aids-Beratungsstellen der Gesundheitsämter und der AIDS-Hilfen an den Schulen eng zusammen.“ Zukunftsorientierte Aidsprävention setze auf eine solche Kooperation verschiedener Institutionen. Zugleich gelte es die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken sowie den Betroffenen Schutz und Solidarität zu ermöglichen.

Gemeinsam mit Gerhard Wermter von der Aidshilfe Koblenz besucht Heike Lück die Burgwegschule in Burgbrohl. Dort erfahren rund 30 Schüler in sechs Unterrichtsstunden Wissenswertes über HIV, Aids und STD – in Theorie und Praxis. Bereits im Vorfeld sprechen die beiden einem Mann aus dem Kreisgebiet großen Dank aus, der den Schülern lebensnahe Erfahrungen vermittelt: Thomas Dresen, der selbst von der HIV-Infektion betroffen ist.

Das Gesundheitsministerium in Mainz fördert die Schulaktionswoche. Hintergrund der Maßnahme sind Erkenntnisse, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Deutschen Aids-Hilfe bestätigt werden: In Deutschland leben 56.000 HIV-Infizierte, in Rheinland-Pfalz sind es rund 1.600 Menschen. Erschreckend: Allein zwischen 2001 und 2006 stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen um 81 Prozent, so das RKI. 40 Prozent der HIV-Infektionen entfallen weltweit auf die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen.

Für den Kreis Ahrweiler liegen keine gesonderten Zahlen vor. Die Ärzte haben keine Meldepflicht für HIV-Erkrankungen. Die untersuchenden Labors erfassen den Erregernachweis lediglich überregional.

Die einhellige Meinung: Wirksame Vorbeugung müsse vor allem bei jungen Menschen angesetzt werden. Denn dort bestünden, trotz eines hohen Basiswissens, große Informationslücken bei HIV/AIDS und STD.

Info zur Schulpräventionswoche: www.lzg-rlp.de. Das Gesundheitsamt Ahrweiler (Heike Lück) bietet kostenlos und anonym Beratungen mit Blutentnahme an. Eine Terminvereinbarung ist erforderlich, Ruf 02641/975-629.

FOTO:
Heike Lück vom Kreis-Gesundheitsamt berät kostenlos und anonym zu Aids und HIV.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 07.09.2007

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