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Blauzungenkrankheit für Menschen ungefährlich

Bisher 122 Schafe in 48 Beständen im Kreis Ahrweiler verendet – Abwicklung der Entschädigung für Tierhalter läuft

Bisher sind 122 Schafe in 48 Beständen an der ausschließlich bei Wiederkäuern auftretenden Blauzungenkrankheit seit August 2007 im Kreis Ahrweiler verendet. Das sind 2,5 Prozent des gesamten Schafbestandes im Kreisgebiet. Es besteht keine Infektionsgefahr für Menschen. „Alle 33 Tierärzte und 216 Tierhalter sind mit aktuellen Hinweisen über notwendige Vorsichtsmaßnahmen informiert“, erläuterte der stellvertretende Veterinäramtsleiter Dr. Bernd Schmitt. Auch die Abwicklung der Entschädigung laufe. Die Kreisverwaltung habe bereits in fast allen Fällen die Anträge an das Land bzw. an die Tierseuchenkasse weitergeleitet. „Für die betroffenen Tierhalter ist es sehr schwer, mit ansehen zu müssen, wie die Tiere leiden. Wir wollen dazu beitragen, dass zumindest der finanzielle Verlust möglichst schnell ausgeglichen wird“, betonte der Veterinär.

Dr. Schmitt: „Die Blauzungenkrankheit wird nicht durch Kontakte, sondern durch eine Colicoides-Mücke, die in Deutschland in rund 60 Arten vorkommt, auf die Wiederkäuer – also Schafe, Ziegen und Rinder - übertragen. Eine Ansteckung unter den betroffenen Tieren ist nicht möglich. Fleisch und Milch können bedenkenlos verzehrt werden.“ Die Anzahl der Todesfälle sei seit Anfang Oktober rückläufig, da die Mücke durch die kühlere Witterung weniger aktiv sei und somit kaum noch Neuinfektionen vorkämen. „In der pharmazeutischen Industrie wird derzeit intensiv an der Herstellung eines Impfstoffes gearbeitet, so dass hoffentlich im Frühjahr 2008 vor dem Aktivwerden der Mücke geimpft werden kann“, so Veterinär Dr. Schmitt.

Aktuell gelten weiterhin folgende Auflagen für die Haltung von Wiederkäuern: Die Tiere müssen mit zugelassenen Repellentien (Mückenschutzmittel) beziehungsweise Insektiziden nach den Empfehlungen der Hersteller behandelt werden. Die Wiederkäuer sind in den Nachtstunden möglichst aufzustallen. Die Aufstallung muss spätestens eine Stunde vor Einsetzen der Abenddämmerung abgeschlossen sein und darf frühestens eine Stunde nach Einsetzen der Morgendämmerung wieder aufgehoben werden. Ausnahmen von der Stallpflicht sind erlaubt, wenn die empfänglichen Tiere und deren Ställe mit zugelassenen Insektiziden behandelt werden. Der Transport von Wiederkäuern ist teilweise genehmigungspflichtig. Nähere Auskünfte erteilt das Kreis-Veterinäramt, Ruf 02641/975-225.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.10.2007

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