BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Demenzkranke Menschen: Bedarfserhebung soll Versorgungslücken aufzeigen

Fachhochschule Remagen wertet Ergebnisse aus – Kreispflegekonferenz als Netzwerk

Nach dem offiziellen Abschluss der Demenztage im Kreis Ahrweiler haben die Akteure bereits neue Ziele vor Augen. Eine systematische Bedarfserhebung soll Auskünfte zur Versorgung demenzkranker Menschen liefern. Das Ergebnis ist für Januar 2008 eingeplant.

Die Bedarfserhebung läuft über den Studiengang Gesundheits- und Sozialwirtschaft der Fachhochschule RheinAhrCampus Remagen (RAC) mit Prof. Dr. Gabriele Moos und die Studentische Unternehmensberatung „Pr1mus“ mit Sonja Bentele, die ebenfalls am RAC angesiedelt ist. Befragt wurden die Leitungen von rund 20 Seniorenheimen und Pflegediensten, die beruflich in Kontakt mit demenziell veränderten Menschen stehen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. Eine frühere Bedarfsergebung aus 2006 sowie die Erkenntnisse aus den jetzigen Demenztagen fließen ebenfalls in die weitere Planung ein. Das Ziel: Versorgungslücken aufzeigen und möglichst detaillierte Bedarfe für die Zukunft ausloten.

Unter dem Motto „Spurensuche“ fanden die „Tage der Demenz im Kreis Ahrweiler“ bis Mitte Oktober mit rund 30 Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen und Filmen statt. Die Veranstaltungsreihe befasste sich vor allem mit Gedächtnisstörungen und beriet über den Umgang mit verwirrten Menschen. Diese Aktionsreihe und die RAC-Befragungen seien eine fundierte Ausgangsbasis für die weitere Arbeit mit Demenz, erklärte Katharina Steinich, die sich beim Caritasverband für die Region Rhein-Mosel-Ahr e.V. um die Leitstelle Demenz kümmert.

Die Demenztage selbst wurden in der Vollversammlung der Kreispflegekonferenz mit einem ausdrücklichen Dank an die Hauptakteure abgeschlossen. Dr. Ute Teichert-Barthel, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes und Geschäftsführerin der Kreispflegekonferenz, erwähnte dabei vor allem Katharina Steinich, Iris Dockter-Kausen vom Seniorenzentrum Villa am Buttermarkt in Adenau und Friedhelm Benner von der Beratungs- und Koordinierungsstelle Adenau-Altenahr, die ihren Sitz im Ambulanten Hilfezentrum in Adenau hat. Die breit angelegte Veranstaltungsreihe mit ihrem vielseitigen Programm sei nur möglich gewesen durch Fachleute mit Ideen, Referaten und Beiträgen sowie Einrichtungen, die ihre Räume kostenlos zur Verfügung gestellt hätten, so Teichert-Barthel.

Die Kreispflegekonferenz ist ein Forum, das die vorhandenen Angebote aller, die an der Pflege von Menschen beteiligt sind, in einem Netzwerk bündelt. Dazu zählen rund 100 Personen und Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime, ambulante Pflegedienste, niedergelassene Allgemeinmediziner oder Internisten. Das gemeinsame Ziel: die pflegerischen Versorgungsstrukturen besser aufeinander abstimmen und qualitativ weiterentwickeln. Einzelne Arbeitsgruppen ermitteln Ergebnisse und formulieren Ziele für die Gesamtkonferenz.

Bei der Leitstelle Demenz handelt es sich um eines von acht Modellvorhaben in Rheinland-Pfalz, das eine bessere Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankung erreichen will.

FOTO: Dr. Ute Teichert-Barthel (rechts) mit den Hauptakteuren der Demenztage: Friedhelm Benner, Iris Dockter-Kausen und Katharina Steinich (v.l.).


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.11.2007

<< zurück