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Landrat macht Dampf für historische Lok

5.000 Euro für Sanierung der alten Brohltal-Bahn – Das erste bewegliche technische Kulturdenkmal in Rheinland-Pfalz

Als sie vor gut einem Jahr unter Denkmalschutz gestellt wurde, war dies ein Unikum: Es handelte sich um das erste bewegliche technische Kulturdenkmal in Rheinland-Pfalz. Jetzt wird die historische Mallet-Dampflokomotive „11 sm“ der alten Brohltalbahn weiter saniert. Dafür stellt der Kreis Ahrweiler 5.000 Euro bereit.

„Der Vulkan-Express ist ein wichtiger Werbeträger für den Kreis Ahrweiler und ein entscheidender Garant für den Tourismus im Brohltal“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei seinem jüngsten Besuch in Brohl, genauer gesagt im Bahnhof der Brohltalbahn. Dort überreichte er dem Vorstand der Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn e.V. (IBS) unter dem Vorsitz von Joachim Hillenbrand den Bewilligungsbescheid aus dem kreiseigenen Förderprogramm für Vereine und Ehrenamt. „Hier sind nicht nur Eisenbahn-Freaks am Werk, sondern Fachleute, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um ein kulturhistorisches Denkmal kümmern“, lobte der Landrat den langjährigen Einsatz der IBS-Mitglieder.

An Erhaltung und Pflege der historischen Lok – die Gesamtsanierung soll 400.000 Euro kosten – bestehe „aus technisch-geschichtlich-wissenschaftlichen Gründen ein öffentliches Interesse“, heißt es in der Begründung zur Unterschutzstellung aus dem Jahr 2006. Der Zug fördere das geschichtliche Bewusstsein und die Heimatverbundenheit.

Die Tenderlokomotive 11sm ist die letzte heute erhaltene Dampflokomotive der alten Brohltalbahn. Die Lok wurde 1906 von der Firma Humboldt unter der Fabriknummer 348 in Köln-Kalk gebaut. Ursprünglich besaß die Brohltalbahn drei baugleiche Dampflokomotiven. Sie wurden zwischen 1904 und 1965 auf der Strecke der Brohltalbahn zwischen Brohl, Oberzissen und Kempenich eingesetzt, bis Diesellokomotiven sie ablösten.

Mit 48 Tonnen ist sie eine schwere und sehr leistungsfähige Nassdampf-Tenderlok. Der Kohlenvorrat wurde in der Lokomotive transportiert. Ebenso führte sie einen Wasservorrat von fünf Kubikmetern mit. Die Lok diente dem Gütertransport von Baustoffen aus der Eifel, überwiegend der Abfuhr von Steinen und Erden des vulkanischen Brohltals, sowie dem Personenverkehr.

Die 11sm repräsentiert in ihrer Bauart den schmalspurigen Verkehr vor schweren Zügen auf den Steigungsstrecken der Mittelgebirge. Die Bauart Mallet war an der Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert prägend, weil bei dem Konstruktionsprinzip eine Energieeinsparung durch eine doppelte Dampfdehnung in zwei Zylindergruppen (Hoch- und Niederdruckteil) erreicht wurde.

(Meldung zum Termin 13.12.2007)


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 14.12.2007

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