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Walter Reichling: Ruhestand schließt „Bilderbuchkarriere“ ab

AWB-Werkleiter organisierte in 70er Jahren erste wöchentliche und staubfreie Müllabfuhr – Gebürtiger Sauerländer und waschechter Dernauer

Mit Walter Reichling tritt ein Mann in den Ruhestand, der die Abfallwirtschaft im Kreisgebiet entscheidend mitgeprägt hat – seit 35 Jahren. Landrat Dr. Jürgen Pföhler verabschiedete den Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Kreis Ahrweiler (AWB) im Beisein von Kreisbeigeordneten, den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen, Mitgliedern des AWB-Werksausschusses und Kollegen. Wer im Berufsleben das ungebrochene Vertrauen von fünf Landräten genossen habe, müsse „ein besonderer Mann sein“, so der amtierende Kreis-Chef Jürgen Pföhler.

Der gebürtige Sauerländer und seit 1973 waschechter Dernauer – dreifacher Familienvater, Winzer, langjähriger Vorsitzender und jetziger Ehrenvorsitzender des SV Dernau – begann 1971 bei der Kreisverwaltung. Zusammen mit dem damaligen Abteilungsleiter Paul Schülter war Reichling bei der Geburtsstunde der gesetzlich geregelten Abfallbeseitigung dabei. Als der rheinland-pfälzische Landtag am 13. Januar 1972 das erste Abfallbeseitigungsgesetz Deutschlands beschloss, übertrug der damalige Landrat Heinz Korbach die Umsetzung im AW-Kreis auf Walter Reichling.

Binnen kurzer Zeit wurde eine kreisweite, wöchentliche und staubfreie Müllabfuhr auf die Beine gestellt. Rund 110 wilde Müllkippen wurden geschlossen, neue Verträge ausgehandelt, Müllgefäße verkauft, Abfuhrpläne ausgearbeitet und Müllgebühren festgesetzt.

„Diese Aufgabe war nicht einfach“, so Pföhler in seiner Verabschiedungsrede. Denn damals brachten viele Einwohner ihren Abfall auf die dorfeigenen Müllkippen. Längst nicht alle Hauseigentümer waren bereit, die vorgeschriebenen Müllgefäße zu kaufen und den Anschluss- und Benutzungszwang zu akzeptieren. Doch dank der Fähigkeit Walter Reichlings, „unkonventionell auf Menschen zuzugehen und Probleme hemdsärmelig anzupacken“, seien schließlich alle Kreisbewohner überzeugt worden.

Im Kreishaus stieg der Neu-Pensionär über die damaligen Referate „Landwirtschaft und Weinbau“ sowie „Fremdenverkehr“ zum Abteilungsleiter für „Wirtschaft und Umweltschutz“ auf, wo die Abfallbeseitigung angesiedelt war. Pföhler sprach von einer „Bilderbuchkarriere“, die 1994 im Aufbau des AWB als Eigenbetrieb einen neuen Meilenstein erfuhr. Eine von Reichlings Stärken sei es, „vorausschauend zu denken und zu planen.“ Der AWB habe stets eine umsichtige Finanzpolitik betrieben. Jetzt verabschiede sich der Beamte sogar mit einer kräftigen Senkung der Müllgebühren in den Ruhestand.

Als Abschiedsgeschenk erhielt Walter Reichling eine Bildercollage mit Motiven aus dem Berufsleben, die der Künstler Stephan Maria Glöckner gestaltet hat. Seine Mitarbeiter im AWB überreichten ihm 50.000 Euro. Bei diesen Geldscheinen handelte es sich um Originale der Bundesbank – allerdings um ausrangierte und, wie es sich für einen Abfall-Chef gehört – um säuberlich geschredderte.

FOTO: Walter Reichling (r.) nahm Abschied im Kreise der AWB-Kollegen und des Landrats.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.01.2008

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