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„Es gibt immer weniger Zeitzeugen“

Kreisarchivar Leonhard Janta zu zwei historischen Daten – Der 27. Januar als Holocaust-Gedenktag, am 30. Januar wurde Hitler Reichskanzler – „Kreis Ahrweiler unter dem Hakenkreuz“ liefert Fülle an Informationen

Vor 75 Jahren begann das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Am 30. Januar 1933 kam Adolf Hitler in Berlin an die Macht. Der Kreis Ahrweiler hat die Zeit des Nationalsozialismus in einem Buch aufgearbeitet, das auf 416 Seiten umfassende Beschreibungen, Analysen, Dokumente und Fotos liefert. Kreisarchivar Leonhard Janta nimmt zwei historischen Daten zum Anlass, um im Pressedienst der Kreisverwaltung Ahrweiler an die damalige Zeit zu erinnern.

„Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland offiziell der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust in der Zeit des Nationalsozialismus. An diesem Tag im Jahr 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Die Erinnerung an die Zeit der systematischen Entrechtung, des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermords ist eine dauerhafte moralische Verpflichtung. Es bleibt auch für die nachfolgenden Generationen eine Zukunftsaufgabe.

Seit 1945 sind über 60 Jahre ins Land gegangen. Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die die NS-Zeit bewusst erlebt haben. Damit schwindet auch die Möglichkeit, von Überlebenden direkt etwas über dieses wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zu erfahren.

Informationen liefern uns aber Darstellungen zur Geschichte des Nationalsozialismus. Für den Kreis Ahrweiler ist dieses Kapitel in der 1989 erschienenen Publikation „Kreis Ahrweiler unter dem Hakenkreuz. Die politische und wirtschaftliche Situation vor 1933 – Die nationalsozialistische Diktatur 1933 bis 1945 – Die politischen Konsequenzen nach dem Zusammenbruch“ umfassend aufgearbeitet.

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler in Berlin durch Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Damit begann das finsterste Kapitel deutscher Geschichte. Was geschah am 30. Januar 1933, aber auch davor und danach im Kreis Ahrweiler? Wie und was erfuhr die Bevölkerung über das Aufkommen der NS-Bewegung? Wie wurde in einer katholischen Region, die eine Hochburg der Zentrums-Partei war, darauf reagiert?

Auf diese und viele andere Fragen zur Zeit des Nationalsozialismus in unserer Region versucht das Buch „Kreis Ahrweiler unter dem Hakenkreuz“ Antworten zu geben. Es liefert eine Fülle an Informationen. Zentrale Kapitel sind: Vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Weimarer Republik; Die radikale Linke: Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD); Die radikale Rechte: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) vor 1933; Machtergreifung – Gleichschaltung – Machtfestigung 1933/34; Bekämpfung der Arbeitslosigkeit – Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft; Die Bemühungen der SS um die Übernahme der Apollinaris-Brunnen AG in Bad Neuenahr; Jugend und Schule im Nationalsozialismus; Die Kirchen; Widerstand und Verfolgung; Die Verfolgung der Juden im Kreis Ahrweiler während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933-1945; Zwangssterilisation und Euthanasie; Militarisierung – Kriegsvorbereitung – Zweiter Weltkrieg 1939-1945; Die Schließung der Schule des Calvarienbergs 1940 vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Ideologie; Der Neubeginn des politischen Lebens im Kreis Ahrweiler 1945-1947“. Soweit die Ausführungen Jantas.

Das umfassende und reich bebilderte Werk ist im Buchhandel im Kreis Ahrweiler erhältlich (ISBN 3-9802429-2-7). Wer Fragen zum Thema hat, kann sich gerne wenden an die Kreisverwaltung Ahrweiler, Wilhelmstraße 24-30, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Kreisarchivar Leonhard Janta, Ruf 02641/975-206, E-Mail Leonhard.Janta@kreis-ahrweiler.de.

FOTO: Ein Standardwerk der Geschichtsschreibung im Kreis Ahrweiler ist das Buch über die NS-Zeit in der Region.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 25.01.2008

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