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Fachleute dokumentieren Pflanzen- und Vogelarten in den Bachtälern

Gewässer-Randstreifenprojekt in VG Adenau startet – Grundstücksbesitzer sollen Vorhaben unterstützen

Die Arbeiten zum „Gewässer-Randstreifenprojekt Obere Ahr-Hocheifel“ werden konkret. Fünf Fachleute des beauftragten Planungsbüros Hilgers durchstreifen in den nächsten Monaten die Landschaft der Verbandsgemeinde (VG) Adenau. Vor allem in Bachtälern erfassen und dokumentieren sie alle Pflanzen- und Vogelarten nach neuesten wissenschaftlichen Methoden.

Die Kartierer müssen dabei auch Wald- und Grünlandparzellen betreten und einzelne Probeflächen – nach Absprache mit den Bewirtschaftern – genauer untersuchen. Die Kreisverwaltung Ahrweiler bittet die Eigentümer und Besitzer der Grundstücke, dies zu unterstützen.

Beim Gewässer-Randstreifenprojekt handelt es sich um ein ökologisches Großvorhaben, das der Kreis Ahrweiler auf den Weg gebracht hat. Die Oberahr und sämtliche Zuflüsse sollen geschützt und ihre natürliche Entwicklung nachhaltig gesichert werden. Das Kerngebiet umfasst rund 3.000 Hektar in der VG Adenau, die Länge aller Gewässerläufe beträgt etwa 320 Kilometer. Weitere Vorteile neben der Ökologie liegen beim Hochwasserschutz, der Landwirtschaft und im Tourismus.

Projektleiter ist Dr. Jochen Mölle. Der Diplom-Biologe äußert sich optimistisch, „weil wir durch die günstigen Ausgangsbedingungen in der Lage sind, gemeinsam mit den Leuten vor Ort erfolgreiche Strategien zu entwickeln. Wir wollen die vorhandenen Landstrukturen gemeinsam und zum Nutzen aller schützen und verbessern.“ Gerade in den höher gelegenen Bachtälern der Eifel befänden sich „noch bemerkenswert gut erhaltene Natur- und Kulturlandschaften die ihresgleichen suchen“. Der Projektleiter, der seine Arbeit vor wenigen Wochen begonnen hat, sieht „uns alle in der Pflicht, diese Kleinode für unsere Nachkommen zu erhalten.“

Es handelt sich um ein Naturschutz-Großprojekt des Bundes, der auch den Großteil der Kosten trägt. Das Bundesumweltministerium hat den AW-Kreis mit der VG Adenau und ihren Gewässern in die erlesenen Gebiete mit „gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ aufgenommen. Unter diesen insgesamt 43 Gebieten sind klangvolle Namen zu finden wie die Lüneburger Heide, der Spreewald, das Odertal, der Kyffhäuser, die Rügen´sche Boddenlandschaft oder die Havelniederung. Die Ahr ist sogar zwei Mal vertreten: mit dem Adenauer Gebiet sowie dem bereits abgeschlossenen Projekt Ahr 2000 im Kreis Euskirchen. Die Laufzeit des AW-Randstreifenprojekts ist auf zehn Jahre angesetzt. Die Maßnahmen sollen langfristige Wirkung zeigen.

Nach der jetzt beginnenden Kartierung folgt im Sommer der nächste Schritt. Dann soll ein qualifiziertes Planungsbüro mit einem umfangreichen „Pflege- und Entwicklungsplan“ beauftragt werden. Landnutzer und andere Interessensgruppen können ihre Ideen und Wünsche einbringen. Ein Internet-Auftritt über das Projekt „Obere Ahr-Hocheifel“ befindet sich in Arbeit.

Hinweis aus der Kreisverwaltung: Konstruktive Vorschläge seien ausdrücklich erwünscht und jederzeit willkommen. Kontakt: Dr. Jochen Mölle, Abteilung Umwelt und Strukturentwicklung, Ruf 02641/975-256, E-Mail Jochen.Moelle@kreis-ahrweiler.de.

FOTOS: „Bemerkenswert gut erhaltene Natur- und Kulturlandschaften“: Beispiel Armuthsbachtal zwischen Schuld und Hümmel.

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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 02.05.2008

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