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Freier Fluss für Lachs, Bachneunauge und Krebse

Dorsel: Wehranlage der ehemaligen Stahlhütte wird naturnah umgebaut – Bagger rücken in diesen Tagen an

Bei der Renaturierung der Ahr nimmt der Kreis Ahrweiler eine der letzten Hürden. Die Wehranlage an der ehemaligen Stahlhütte Dr. Hagen in Dorsel (Verbandsgemeinde Adenau) wird umgebaut und naturnah gestaltet. Das derzeit noch stehende Querbauwerk aus Beton wird abgerissen, weil es ein Hindernis für viele Gewässertiere darstellt und somit den natürlichen Austausch der Gewässerfauna behindert. Die Bagger rücken in diesen Tagen an.

Die Ahr-Renaturierung stellt eines der zentralen Projekte der Gewässerpflege im Kreis Ahrweiler dar. Bei diesem seit mehreren Jahren laufenden Großprojekt, das sich über den gesamten Verlauf der Ahr erstreckt, wurden bereits 45 Wehre, Betonschwellen und andere Querbauwerke umgestaltet. Im Zuge der Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit der Ahr, einem Gewässer II. Ordnung, ist jetzt Dorsel an der Reihe.

Der Kreis- und Umweltausschuss des AW-Kreises unter Vorsitz von Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat den entsprechenden Auftrag an eine fachkundige Baufirma erteilt. Das Ziel: Die Ahr soll auch bei Dorsel wieder frei fließen, damit Wanderfische ungehindert zu ihren Laichplätzen gelangen können. Die dort ständig lebenden Fische – beispielsweise Lachs, Bachneunauge, Groppe – und Kleintiere – etwa Krebse, Insektenlarven und Kleine Flussmuschel – gelten als wichtig für die ökologische Artenvielfalt und profitieren von der neuen Durchgängigkeit der Ahr. Anstelle des alten Stauwehrs entsteht eine naturnahe, durchlässige Blocksteinrampe mit flachem Sohlgefälle.

Zum Schutz des angrenzenden Campingplatzes vor starkem Hochwasser wird die Rampe in das rechte Gewässervorland erweitert. Innerhalb der Rampe entsteht eine Niedrigwasserrinne. Diese ermöglicht den Auf- und Abstieg der Lebewesen ganzjährig, auch bei Niedrigwasser.

Bei günstigen Wasserständen dauert der Umbau etwa zwei Monate. Wer Interesse hat: Der Baufortschritt wird laufend dokumentiert unter www.ib-gebler.de.

Die Arbeiten sind Bestandteil des Gewässerpflegeplans Ahr. Dieser Plan stellt neben dem Gewässerrandstreifenprojekt Obere Ahr-Hocheifel und der Renaturierung des Rodder Maars im Brohltal das derzeit wichtigste Gewässerschutzprojekt im Kreis Ahrweiler dar und wird vom Land Rheinland-Pfalz mit 90 Prozent gefördert. Die Regionalstelle Koblenz der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord übernimmt die fachliche Begleitung.

FOTO: Wird abgerissen und durch eine naturnahe Blocksteinrampe ersetzt: das Wehr in Dorsel.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.06.2008

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