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DSL-Versorgung im ländlichen Raum macht Fortschritte

Landrat Pföhler spricht erneut die Bürgermeister an und rät, nicht allein auf die Telekom zu setzen

Die Versorgung der Kommunen im Kreis Ahrweiler mit DSL, der breitbandigen digitalen Internetverbindung über das Telefonnetz (Digital Subscriber Line), hat seit einem Jahr Fortschritte gemacht. Dennoch gilt es, noch bestehende Lücken vor allem im ländlichen Raum zu schließen. Zu diesem ersten Fazit kommt Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der vor gut einem Jahr die Initiative „DSL für alle“ gestartet hat.

Neben den Bürgern seien es vor allem Unternehmen, die Anschluss an das Breitband-Internet brauchten. Diese Kommunikationstechnik sei ein wichtiger Faktor bei der Standortwahl eines Betriebs, so Pföhler.

Was hat sich bisher in der DSL-Initiative getan?

> Im Sommer vergangenen Jahres hat die Kreiswirtschaftsförderung zusammen mit den Bürgermeistern eine kreisweite Bedarfsermittlung durchgeführt, auf die sich rund 1.600 Bürger meldeten, die keine oder keine ausreichende Breitbandversorgung hatten. Die Datensammlung dient vor allem potenziellen Anbietern als Grundlage für deren Kalkulation.

Die gesammelten Angaben wurden zudem dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz für die dort gestartete Breitbandinitiative Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt.

> Am 27.11.2007 informierte die Kreisverwaltung zusammen mit der IHK Koblenz und der it-Akademie Koblenz über alternative Breitbandtechniken. Verschiedene Anbieter stellten den Teilnehmern ihre Lösungen vor, Kontakte zu (Orts-) Bürgermeistern entstanden.

> Auf dieser Veranstaltung entstand insbesondere der Kontakt zwischen einem Richtfunkanbieter und der Verbandsgemeinde Adenau. Seitdem laufen dort Verhandlungen über die Erschließung des Gewerbeparks am Nürburgring und weiterer Ortsgemeinden in der VG Adenau.

> Weitere Informationsveranstaltungen in den Verbandsgemeinden Bad Breisig und Brohltal folgten.

> Mit Beginn der Initiative „DSL für alle“ haben vor allem im ländlichen Bereich Ortsgemeinden infolge der Aktivitäten ihrer Bürgermeister Breitbandzugang durch Richtfunkanbieter erhalten: Dorsel, Senscheid, Dankerath, Trierscheid und Aremberg in der VG Adenau; Dernau, Berg und Teile von Krälingen in der VG Altenahr; die Ortsteile Beller, Bölingen, Birresdorf, Vettelhoven, das Gewerbegebiet Gelsdorf, Oeverich, Leimersdorf, Esch, Niederich und Ringen der Gemeinde Grafschaft; der Ortsteil Oedingen der Stadt Remagen sowie der Ortsteil Ramersbach der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. In den Ortsgemeinden Kirchsahr (VG Altenahr) sowie Oberdürenbach (VG Brohltal) laufen derzeit entsprechende Verhandlungen.

> Dabei schaltet sich die Kreiswirtschaftsförderung auch in Genehmigungsverfahren ein, so zum Beispiel zur Aufstellung eines Funkmastes in Aremberg oder bei der Anbringung von Richtfunkantennen auf der Olbrück.

> Daneben hat die Kreisverwaltung mehrere alternative Breitbanddienstleister an die Ortsgemeinde Kaltenborn vermittelt. Eine Breitbanderschließung dort ist bisher jedoch an der schwierigen Topographie (Kosten) gescheitert.

> Die Adressen von Breitbandtechnologieanbieter wurden zudem an zahlreiche weitere Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher auf deren Anfrage hin weitergeleitet. Ferner werden die acht kreisangehörigen Kommunalverwaltungen aktuell über neue Anbieter informiert.

> Ohnehin steht die Kreiswirtschaftsförderung in ständigem Kontakt und Informationsaustausch mit den für Breitbandfragen zuständigen Kollegen bei den kreisangehörigen Gebietskörperschaften einerseits sowie mit dem Breitbandbeauftragten des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz andererseits.

> Im April diesen Jahres fand ein Informationsaustausch der Wirtschaftsförderer im Kreis Ahrweiler mit Vertretern einer Kompetenzstelle „DSL-Ausbau Kommunen“ der T-Mobile Deutschland GmbH statt. Diese Stelle prüft in „erfolgversprechenden Einzelfällen“ die Möglichkeit einer Versorgung seitens der Telekom.

> Aus diesem Kontakt heraus wurden verschiedene Einzelanliegen zur Überprüfung an das Kompetenzteam weitervermittelt, beispielsweise:
1. Die Ortsgemeinde Dernau wurde bereits in eine Prioritätenliste aufgenommen.
2. Die Ortsgemeinde Waldorf ist mit der Telekom in Gesprächen, ebenso der Zweckverband „Gewerbepark am Nürburgring“.
3. Trotz Thematisierung in „Dellings Woche“ (WDR) hatte sich im Remagener Ortsteil Bandorf nichts mehr getan. Die Telekom vermeldete kürzlich, der Ausbau des Neubaugebietes werde ab September erfolgen.

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter? Und vor allem: Wer muss was tun? Der Landrat lädt in Kürze alle Bürgermeister, Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher zu einer weiteren Informationsveranstaltung ein. Ziel sei es, den Kommunen vor Ort weitere Hilfestellung zu leisten. Am Mittwoch, 17. September (19 Uhr, Kreisverwaltung), berichtet der Breitbandbeauftragte des Mainzer Wirtschaftsministeriums, Dr. Gerald Wiesch, über die Breitbandinitiative Rheinland-Pfalz.

Wiesch wird dabei auch auf ein Förderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz eingehen. Dieses Mainzer Förderprogramm ist nach den Worten Pföhlers „hilfreich und gut gemeint“, hat aber einen Nachteil. Die antragstellende Kommune müsse als Investor auftreten und eine mindestens 40-prozentige Ko-Finanzierung der technichen Infrastruktur stemmen. „Dies ist angesichts der öffentlichen Haushaltslage für die wenigsten darstellbar“, kritisiert Pföhler. Hier müsse das Land gegebenenfalls nachbessern.

Die Bürgermeister sollten bei ihren Bemühungen nicht allein auf die Telekom setzen, rät der Landrat. Denn in den Augen der Telekom sei der AW-Kreis grundversorgt. Auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sehe die Telekom keine Notwendigkeit zum Ausbau der bestehenden Infrastruktur – es sei denn, Gemeinden nähmen auch in diesem Fall selbst Geld in die Hand und beteiligten sich an den Ausbaukosten.

Dabei bestünden durchaus funktionierende Alternativen zur Telekom. Die Wirtschaftsförderer der Kreisverwaltung hätten in zahlreichen Einzelfällen Breitbandanbieter mit interessierten Unternehmen und Bürgermeistern zusammengebracht und sich in laufende Genehmigungsverfahren eingeschaltet.

Zwischenbilanz des Landrats: In Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern vor Ort seien inzwischen etliche weiße Flecken auf der Breitbandlandkarte verschwunden. „Aber die DSL-Versorgung vor allem im ländlichen Raum ist und bleibt das Bohren dicker Bretter.“


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 22.08.2008

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