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EU-Inspektoren informierten sich über Wildschweinpest

Besuch aus Brüssel im AW-Kreis – Hat Rheinland-Pfalz das Seuchenmanagement im Griff? – Wildsammelstelle in Müsch – Landrat Pföhler lobt Jäger

Internationalen Besuch von Inspektoren der Europäischen Kommission in Brüssel hat der Kreis Ahrweiler jetzt bekommen. Anlass war die Frage: Hat Rheinland-Pfalz das Seuchenmanagement bei der Schweinepest im Griff? Weil sich die Seuche bei Wildschweinen hauptsächliche auf die Eifel konzentriert und innerhalb des AW-Landes die Verbandsgemeinden (VG) Adenau und Altenahr betroffen sind, war Müsch, genauer gesagt die dortige Wildsammelstelle, eines der Besuchsziele.

Zur Erinnerung: In den VG Adenau und Altenahr werden Wildschweine gegen die Schweinepest geimpft, weil das Virus in dieser Region nachgewiesen wurde. Der gesunde Schwarzwildbestand soll erhalten und das Einschleppen der Schweinepest in Hausschweinebestände verhindert werden. Deshalb hat das Kreis-Veterinäramt Ahrweiler Wildsammelstellen in Müsch und Hochacht eingerichtet. Dort werden die erlegten Wildschweine eingehangen und Proben entnommen, die zur Untersuchung auf den Erreger und auf Trichinen verwendet werden.

„Unverzichtbarer Partner“ im Kampf gegen die Schweinepest seien die Jäger im Kreis Ahrweiler, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Er sprach der grünen Zunft „einen ausdrücklichen Dank und ein großes Lob“ aus und stellte die „hervorragende Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden“ heraus. Ohne die Jäger sei beispielsweise die Auslage der Impfköder – diese Strategie habe sich bewährt – unmöglich. So hätten die Jäger allein im Jahr 2007 rund 103.000 Impfköder in den VG Adenau und Altenahr ausgelegt, so Pföhler.

In der Wildsammelstelle Müsch informierten sich die EU-Inspektoren über das Schweinepest-Seuchenmanagement. Die EU-Experten aus Finnland, Frankreich und Deutschland interessierten sich vor allem für die lückenlose Kontrolle der erlegten Wildschweine, die für den Handel und damit den Verzehr freigegeben werden. Beeindruckt zeigten sie sich darüber, dass im Kreis Ahrweiler jedes Wildschwein – es sind rund 2.500 pro Jahr – auf Trichinen untersucht und entsprechend dokumentiert wird.

Die Einrichtung der Wildsammelstellen habe sich ebenfalls bewährt, berichtete Kreisveterinär Dr. Bernd Schmitt. Alle erlegten Wildschweine seien dort zwecks Untersuchung abzuliefern, außerdem Aufbrüche und verendet aufgefundene Wildschweine. Erst bei negativem Untersuchungsergebnis auf Schweinepest und Trichinen dürfe das Fleisch vermarktet werden. Die für den Verbraucher wichtige Botschaft laute: "Die getesteten Wildschweine kann man bedenkenlos kaufen und verzehren.“ Auch geimpfte Wildschweine stellten keine Gefahr für Menschen dar. Daher sei der Genuss von Wildschweinefleisch nicht eingeschränkt, so Schmitt.

In Müsch nahm der Besuch aus Brüssel die modern ausgestatteten Räume unter die Lupe. Die Jäger aus den umliegenden Jagdrevieren schätzen die Wildsammelstelle als hygienisch vorbildliche Einrichtung. Leicht zu reinigende Wand- und Bodenflächen, modernste Kühltechnik sowie Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeiten stehen den Jägern zur Verfügung.

Wichtig für die Verbraucher: Die Schweinepest ist eine Tiererkrankung, die nicht auf den Menschen übertragbar ist. „Der Schweinepestvirus kann nur Hausschweine und Wildschweine befallen“, macht Amtstierarzt Dr. Schmitt deutlich. Auch auf Hunde sei der Erreger nicht übertragbar. Auch dann nicht, wenn die Hunde aus Versehen einen Impfköder gefressen hätten.

Den Abschluss des zweitägigen EU-Besuchs bildete eine Informationsveranstaltung in der Kreisverwaltung und die Besichtigung eines schweinehaltenden Betriebs mit den dortigen Vorsorgemaßnahmen. Auch hier galt: Die EU-Delegation zeigte sich beeindruckt vom penibel dokumentierten Bestandsregister und den Seuchenschutzmaßnahmen gegen die Schweinepest.

FOTOS:
- In der Wildsammelstelle Müsch werden erlegte Wildschweine eingehangen und Proben entnommen.
- EU-Besuch in der Kreisverwaltung mit der Frage: Hat Rheinland-Pfalz das Seuchenmanagement bei der Schweinepest im Griff?


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.09.2008

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