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„Viele Berufsmöglichkeiten sind den Mädchen gar nicht bekannt“

Expertenteam unterstütze Hauptschülerinnen bei Berufsfindungstagen

Stefanie (15) hat herausgefunden, „dass Erzieherin gut zu mir passt“. Und Naike (13) fand besonderen Spaß beim Proben des Vorstellungsgesprächs. Die Berufsfindungstage für Hauptschülerinnen der 8. Klassen im Kreis Ahrweiler gingen jetzt erneut in der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler über die Bühne. Fast 40 Mädchen nutzen das Angebot, das ihnen der Arbeitskreis "Frau und Beruf" im Kreis Ahrweiler und die Gleichstellungsstelle unterbreiteten, um sich eingehend mit ihren beruflichen Vorstellungen zu befassen.

"Hier arbeiten verschiedene Bildungsträger und weitere Institutionen Hand in Hand, um jungen Frauen Perspektiven zu zeigen," lobte Landrat Dr. Jürgen Pföhler den Arbeitskreis. Die Berufsfindungstage seien eine konkrete und langfristig wirksame Maßnahme der Frauenförderung im Kreis Ahrweiler.

Um der großen Nachfrage nach den Berufsfindungstagen gerecht zu werden, fanden zwei Workshops statt, die erneut von der Agentur für Arbeit unterstützt wurden. Jeweils vier Tage beschäftigten sich die Mädchen intensiv mit sich selbst und ihren Lebenszielen. Ein weibliches Expertenteam unterstützte sie: Stefanie Gasch und Michaela Nitsch von der Beratungsstelle „Frau und Beruf“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie Andrea Kornrumpf, Jugendpflegerin der Stadt Bad Breisig.

„Hier haben die Mädchen Gelegenheit, sich mit sich und ihren Fähigkeiten, Interessen und Träumen mit Blick auf ihr Berufsleben auseinanderzusetzen“, erklärte Stefanie Gasch. Jedes Mädchen solle seine individuellen Vorstellungen entwickeln und überprüfen können.

Geprobt wurden am Computer erstellte Lebensläufe und Bewerbungsschreiben sowie die Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen im Internet. „Als die Mädchen zu uns kamen, waren ihre Berufsvorstellungen noch sehr vage – jetzt haben sie konkretere Formen angenommen“, resümierte Michaela Nitsch.

Individuelle Tests helfen bei der Berufswahl. So meinte die 15-jährige Stephanie aus Dümpelfeld: „Ich wusste vorher nicht, was ich werden sollte. Bei einem Test habe ich herausgefunden, dass der Beruf der Erzieherin gut zu mir passt.“ Und die 13-jährige Naike aus Bad Neuenahr ergänzte: „Besonderen Spaß hat mir das Proben des Vorstellungsgesprächs gemacht.“

Die Diplom-Sozialarbeiterin Andrea Kornrumpf merkte an, „dass Mädchen von Hauptschulen immer noch mehr Unterstützung brauchen, weil sie sich sehr früh für einen Beruf entscheiden müssen. Sie sind oft nicht so selbstbewusst wie Mädchen von anderen Schulen, weil sie weniger Chancen beim Start ins Berufsleben haben und ihnen das auch bewusst ist.“

Die neue Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Ahrweiler, Rita Cackovic, findet ebenfalls: "Viele Berufsmöglichkeiten sind den Mädchen gar nicht bekannt. Ohne gezielte Information würden sie schnell auf die typischen Frauenberufe zurückgreifen. Die große Spannbreite von Möglichkeiten wird meist nicht genutzt. So sind die Berufsfindungstage eine große Chance für die Mädchen, sich auf die Berufswelt vorzubereiten".

FOTO: Mädchen von Hauptschulen müssen sich früh für einen Beruf entscheiden. Die Expertinnen Michaela Nitsch (Mitte v.l.) und Rita Cackovic helfen ihnen.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 31.10.2008

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