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Kreis fordert Jäger auf, Wildschweine intensiv zu bejagen

Bereits 3.200 Sauen erlegt – Hoher Wildbestand führt zu hohen Schäden

Die Jäger im Kreis Ahrweiler erlegen derzeit überdurchschnittlich viele Wildschweine. Damit setzen sie die Aufforderung zur verstärkten Schwarzwildbejagung um, die sie von der Kreisverwaltung als Unterer Jagdbehörde Ende Oktober per Rundschreiben erhalten haben. Bis Anfang Dezember waren rund 3.200 Sauen erlegt. Bis Ende des Jagdjahres rechnet man mit weit mehr als 4.000 Sauen.

Diese Abschusszahlen liegen deutlich über denen der beiden Vorjahre. Im Jagdjahr 2007/2008 wurden kreisweit 2.703 Stück Schwarzwild erlegt, 2006/2007 waren es 2.099. Zuvor, 2005/2006, gab es einen weitaus höheren Wert, als 4.686 Schwarzkittel zur Strecke gebracht wurden. Ein Jagdjahr dauert vom 1. April bis 31. März.

In ihrem Schreiben an die rund 300 Jagdausübungsberechtigten informiert die Kreisverwaltung über die zahlreichen durch Schwarzwild verursachten Schäden in Landwirtschaft, reviernahen Gärten und Weinbergen. Der Kreis fordert die Jäger zur weiteren intensiven Bejagung auf und liegt damit auf einer Linie mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, das vor „einer weiteren Bestandsexplosion“ beim Schwarzwild warnt. In Abstimmung mit Kreisjagdmeister Joachim Polch erhalten die Jäger in den 200 Jagdbezirken eine Reihe von Hinweisen aus dem Kreishaus.

So sei die Vermehrungsrate des Schwarzwildes derzeit besonders hoch. Gründe seien die außergewöhnlich starken Baummast des Vorjahres, vor allem bei der Eiche, und die jüngsten beiden milden Winter. Trotz der verstärkten Einsätze der Jäger seien im gesamten Kreisgebiet außergewöhnlich hohe Wildschäden festzustellen. Es sei daher „unbedingt erforderlich, alle zur Verfügung stehenden Mittel der waid- und tierschutzgerechten Bejagung der Sauen zu nutzen.“ Außerdem argumentiert die Kreisverwaltung: Die hohe Schwarzwildpopulation bringe eine wieder zunehmende Gefahr der Schweinepest.

In der jetzigen Drückjagdsaison müsse das Schwarzwild „möglichst effektiv bejagt werden“. Vorschläge seien: gemeinsame, zeitgleiche und revierübergreifende Jagden, kurzfristig angesetzte Drückjagden in besonders belasteten Gebieten sowie die Aufhebung der mancherorts noch praktizierten Alters- und Gewichtsbegrenzung bei der Freigabe der zu erlegenden Tiere.

Wichtig sei, keine Leitbachen zu erlegen. Diese älteren weiblichen Tiere kontrollierten die Sozialstruktur in den Rotten und bestimmten die Paarungsbereitschaft (Rausche) der untergeordneten Bachen. Es sei nachgewiesen, dass 85 Prozent des Jahreszuwachses beim Schwarzwild aus der Jugendklasse (Frischlinge und Überläufer) produziert werden.

Und: Hauptausscheider des Schweinepestvirus seien zu 80 Prozent die Frischlinge. Erwachsene Sauen spielten beim Pestgeschehen kaum eine Rolle. „Entscheidend für die Bestandsregulierung, die Wildschadenhöhe und die Schweinepestgefahr ist daher ein hoher Abschuss der bis zu zweijährigen Sauen“, so die Kreisverwaltung an die Jäger.

Jagdgenossenschaften und Landwirte werden ebenfalls aufgefordert, die Jäger bei der Bejagung zu unterstützen. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, gemeinsam mit den Jägern die Bewirtschaftung der Grundstücke für eine bessere Bejagung zu verändern.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.12.2008

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