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„Bioplastik“ gehört nicht in die Biotonne

Name klingt ökologisch – Material wird für Verpackungen und Mülltüten angeboten – Entsorgung nur über die graue Restmülltonne

Bioplastik ist derzeit im Kommen. Im Supermarkt gibt es zum Beispiel die Bioplastik-Tüte. Trotz des ökologisch klingenden Namens gehört Bioplastik nach Gebrauch aber keinesfalls in die Biotonne, sondern in den Restmüll. Darauf weist der Abfallwirtschaftsbetrieb Kreis Ahrweiler (AWB) jetzt hin.

Kunststoffverpackungen, die man aus biologisch abbaubaren Werkstoffen wie etwa Cellulose oder Maisstärke herstellt, sind zurzeit von der Rücknahme- und Verwertungspflicht befreit. „Lizenzentgelte für den Grünen Punkt oder einen anderen Lizenzpartner müssen für die Entsorgung dieser Verpackungen nicht gezahlt werden“, erläutert AWB-Abfallberater Volkmar Hintze. Die Bioplastikverpackungen gehören daher nicht in die gelbe Tonne. Doch wohin mit diesen Bioplastikmaterialien?

Es gibt mittlerweile Getränkeflaschen, Folien, Plastikschalen und, ganz neu, auch Tragetaschen bei einer großen Lebensmittelkette aus Bioplastik. Pfiffige Hersteller haben das Bioplastik als Lücke im System erkannt, um Kosten für die Lizenzgebühr zu sparen. Zudem lässt sich mit dem Verpackungsaufdruck ´Hergestellt aus Bioplastik´ werben. „Problematisch wird dies aber dann, wenn diese vermeintlich gut kompostierbaren Verpackungen in der Biotonne landen“, so der Abfallberater. Denn biologisch abbaubare Verpackungen benötigten zu lange für die Verrottung. Ziel der Kompostierung in einer großen Kompostanlage sei aber der möglichst rasche und verlustarme Abbau des Materials.

Biomüll, der in der Biotonne landet, muss anschließend im Kompostwerk in maximal acht Wochen zu fertigem Kompost verarbeitet sein. Für einen vollständigen Abbau des Bioplastiks ist diese Zeit viel zu kurz. Deshalb rät Hintze, Bioplastik nicht in die Biotonne zu werfen: „Dieser Kunststoff kann zurzeit nur in der Restmülltonne entsorgt werden.“

Vorsicht sei besonders bei den Biofolienbeuteln geboten, die man in den Vorsortiergefäßen zur Sammlung von Biomüll nutzen könnte, so der Abfallberater. Diese Beutel werden von den Müllwerkern wie herkömmliche Plastiktüten angesehen und können dazu führen, dass die Biotonne ungeleert stehen bleibt. Deshalb sollte man keine Biofolienbeutel für die Biotonne verwenden, sondern sich mit Beuteln aus Papier oder Zeitungspapier zum Einwickeln der Bioabfälle begnügen.

Gleiches gilt auch für die neu auf den Markt gekommenen Tragetaschen aus Bioplastik. Diese dürfen auf keinen Fall in der Biotonne landen, da sonst die Biotonne nicht geleert wird.

Weitere Infos gibt es bei der AWB-Abfallberatung unter Ruf 02641/975-222 oder im Internet unter www.awb-ahrweiler.de.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 30.04.2009

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