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AW-Kreis kommt in Wirtschaftskrise bisher glimpflich davon

Gesprächsrunde bei Landrat mit IHK, Handwerkskammer und Unternehmern

Obwohl die Kurzarbeit zunimmt und Exporteinbrüche zu verzeichnen sind, ist der Kreis Ahrweiler zurzeit nicht so stark wie andere Regionen von der Konjunkturkrise betroffen. Mehrere Faktoren – unter anderem die relativ geringe Arbeitslosigkeit, der gesunde Branchenmix des Mittelstandes und keine erhöhten Insolvenzfälle – sprechen bisher dafür, dass der AW-Kreis glimpflich davonkommen wird.

Die Wirtschaftskrise stand im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde, zu der Landrat Dr. Jürgen Pföhler jetzt eingeladen hatte. Ziel: sich austauschen und ein Stimmungsbild speziell über die Lage im Kreis Ahrweiler vermitteln. Mit am Tisch: Unternehmer verschiedener Branchen, Bankexperten, die Industrie- und Handelskammer mit Tilman Kerstiens (Vizepräsident der IHK-Vollversammlung) und die Kreishandwerkerschaft Ahrweiler mit Geschäftsführer Karlheinz Gaschler.

Einige Fakten: Die Kurzarbeit nimmt sprunghaft zu. Im ersten Quartal 2009 haben 74 Firmen im Kreisgebiet Kurzarbeit angemeldet – zehnmal mehr als vor einem Jahr. Allerdings: Kurzarbeit gilt als Instrumentarium, um Entlassungen zu vermeiden.

Die Banken spüren laut Umfragen eine Zurückhaltung der Firmen bei Investitionen. Die Ablehnungsquote bei Krediten liegt bei zwei Prozent. Der Kreditzugang für die Unternehmen ist also intakt. Auch im AW-Kreis gehen die Banken keineswegs restriktiv bei der Kreditvergabe vor.

Das Konjunkturpaket II, das der Kreis Ahrweiler gemeinsam mit den Städten und Verbandsgemeinden auf den Weg gebracht hat, ist 42 Millionen Euro schwer. Geplant sind unter anderem die Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten, der Schulbau, die städtebauliche und die Dorferneuerung sowie kommunale Infrastrukturmaßnahmen zur Energieeffizienz und Energieversorgung. Die öffentlichen Aufträge fördern Firmen und sichern die damit verbundenen Arbeitsplätze. Das Großprojekt „Nürburgring 2009“ entfaltet nach den Worten Pföhlers die Wirkung eines eigenen Konjunkturpaketes.

Generell gilt: Die AW-Wirtschaft lebt überwiegend von einem breiten Branchenmix – ohne Monostruktur, ohne größere Abhängigkeit von Großunternehmen. Die Unternehmensinsolvenzen in Rheinland-Pfalz sind 2008 gegenüber 2007 um 7,5 Prozent gesunken, was die niedrigste Pleitenzahl seit 2000 bedeutet. Während der nördliche Landesteil eine Zunahme von 2,3 Prozent hinnehmen musste, blieb die Zahl der Firmenpleiten im AW-Kreis Ahrweiler konstant (2008 und 2007 jeweils 45 Unternehmerinsolvenzen). Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging von 155 (2007) auf 78 (2008) zurück.

Im Handwerk zeigt sich die Stimmung auf dem Lehrstellenmarkt verhalten optimistisch. Im Bezirk der Handwerkskammer Koblenz melden die Betriebe in diesem Frühjahr ein überwiegend gutes Geschäftsklima: 75 Prozent beurteilen ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als positiv.

Die Arbeitslosenquote im AW-Kreis lag im April 2009 bei 5,1 Prozent. Das ist zeitlich (April 2008: 5,3 Prozent) und im regionalen Vergleich (Rheinland-Pfalz 6,5 Prozent, Deutschland 8,6 Prozent) relativ gering.

FOTO: Unternehmer, IHK und Kreishandwerkerschaft erörterten mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Frage, wie die Wirtschaftskrise den Kreis Ahrweiler trifft.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 08.05.2009

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