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Vom Rheinischen Paradies zu Rock am Ring

Das Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2010 ist erschienen – 280 Seiten in festem Einband für „sehr erfreuliche“ 5,80 Euro

Wer ein Buch über den Kreis Ahrweiler in Geschichte und Gegenwart sucht, das vielfältig, abwechslungsreich, fundiert und zugleich unterhaltsam ist, wird jetzt fündig: Das Heimatjahrbuch 2010 ist ab sofort im Buchhandel und bei weiteren Verkaufsstellen erhältlich.

82 Mitarbeiter, darunter fünf Jugendliche, haben 79 Beiträge geliefert, die 280 Seiten füllen und reich bebildert sind. Das Werk im festen Einband kostet nach wie vor 5,80 Euro – ein Preis, den Landrat Dr. Jürgen Pföhler „sehr erfreulich“ nennt und der vor allem durch das ehrenamtliche Engagement der Verfasser möglich sei. Dr. Pföhler: „Unser Heimatjahrbuch mit seinen interessanten Artikeln ist eine wahre Fundgrube, deren wertvolle und gut aufgearbeitete Informationen zur literarischen Entdeckungsreise durch den Kreis Ahrweiler einladen.“

Die Titelseite präsentiert sich mit dem neuen Logo des Kreises Ahrweiler. In frischer Form kommt das „AW“ schwungvoll daher, dargestellt in drei Farben, die für die typischen Landschaften des AW-Landes stehen: blau die Gewässer wie Rhein, Ahr und Laacher See, grün die Wälder der Eifel, rot der Ahr-Wein.

Was bietet das Heimatjahrbuch 2010?

Zum Inhalt: Die Aktuelle Chronik dokumentiert das Geschehen des vergangenen Jahres anhand zentraler Ereignisse. Die Ergebnisse des Wahljahres 2009 werden festgehalten. Der Nürburgring und Rock am Ring 2009 zählen ebenso zur Themenpalette wie Schulisches, nämlich das Are-Gymnasium Bad Neuenahr als neue Ganztagsschule, das Erich-Klausener-Gymnasium Adenau mit der Robocup-AG, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses am RheinAhrCampus und das museumspädagogische Angebot für Kinder und Jugendliche im ehemaligen Regierungsbunker. Ansprechend: Attila Doger berichtet von seinen Erfahrungen als Türkischlehrer in der Türkei und in Deutschland.

Sportlich: der FrauenfuĂźball mit Steffi Jones und der Vorbereitung zur Frauen-WM. Das Ahr-Resort ist eine neue Dimension des Gesundheitstourismus im Ahrtal. Ă„hnliche Themen: ambulante RehamaĂźnahmen und das Angebot der Lebenshilfe.

Der Kreis Ahrweiler als reichhaltige Kulturlandschaft – das belegen Berichte über das Arp-Museum, Baukulturdenkmäler, Kirchen, Kapellen und profane Bauwerke, etwa die Krippenkapelle in Lind, die Kempenicher und Burgbrohler Pfarrkirche sowie Villen in Remagen. Aus dem einstigen Westend-Hotel in Bad Neuenahr entstand ein Appartementhaus, dessen Fassade an den Glanz der Kaiserzeit erinnert.

Ein Gebäude der besonderen Art stellt die Jahnhalle in Bad Breisig dar. Vom Mythos dieser Kulturbaracke mit legendären Auftritten von Rockgruppen, Karnevalsgrößen und Sportereignissen wird ebenso berichtet wie über das breite bürgerschaftliche Engagement in Mayschoß und Niederzissen. Was beweist: Der ehrenamtliche Einsatz bewegt viel in den Gemeinden.

Das AW-Land und die Künstler: Dazu zählen die Künstler des Königsfelder Töpferhauses oder der Fotograf Werner Mertens, der neben qualitätsvollen Auftragsarbeiten auch künstlerisch freie Fotografien fertigt. Er blickt 2009 auf 60 Berufsjahre zurück – mit vielen Fotos im neuen Heimatjahrbuch.

Im Oktober 1989 kamen die ersten DDR-Übersiedler ins Ahrtal, der AW-Kreis stand plötzlich in den Schlagzeilen der nationalen und internationalen Medienlandschaft. Für die reibungslose Aufnahme der Neubürger sorgte die damalige Katastrophenschutzschule zwischen Ahrweiler und Ramersbach.

Die Bandbreite des Jahrbuchs reicht räumlich vom Rhein bis in die Hocheifel und zeitlich von den Römern bis ins Heute. Wissenswertes steht in den Beiträgen zur derzeitigen Sanierung der Ahrtalbrücke, zum Tönissteiner Sprudel oder zur gewerblichen Konversion im Brohltal am Beispiel der früheren ‚Weilerer Fabrik’, aus der das Nahversorgungszentrum Brohltal wurde.

Erdgeschichtliche Phänomene im Mittelrheintal werden ebenso anschaulich erläutert wie die Kilometrierung des Rheins und Beispiele für die Flora im Ahrtal (Vogelbeeren). Die neue Eifelvereins-Ortsgruppe Remagen erkundete den Kreis mit Touren der Extreme, zu denen Wanderungen zum höchsten und tiefsten Punkt des AW-Landes zählen – ein nachahmenswertes Unterfangen.

Zahlreiche Beiträge liefern Neues zur Geschichte: zur Karweiler Kirche etwa, den Bodendorfer Burgen, der Ahrweiler Gilde oder zu Dedenbach (1309 erstmals urkundlich erwähnt, 2009 mit einer großen 700-Jahr-Feier). Dass Schulmeister an der Ahr von einem Verwalter des Herzogs von Arenberg 1783 als „Ignoranten“ eingestuft wurden, dürfte ein historisches Phänomen darstellen. Ferdinand Freiligrath gilt als Retter des Rolandsbogens, Karl Simrock sah hier das „rheinische Paradies“ – beide Literaten des 19. Jahrhunderts werden vorgestellt. In Ahrweiler wirkte Heinz Graef als Gymnasiallehrer, Übersetzer, Lyriker und Kunstinterpret.

Tödlich: 1910 forderte das verheerende Ahr-Hochwasser 52 Menschenleben – beeindruckend die Bilder von der Zerstörungskraft der Fluten. Der Zweite Weltkrieg hat die damaligen Kinder und Jugendlichen nachhaltig geprägt, oft traumatisiert. Zeitzeugen berichten über ihre Kindheitserlebnisse in Müllenbach, Ahrweiler und Oedingen. Ein zeitgeschichtliches Phänomen ist die Medienpräsenz der Remagener Brücke seit 1945, der anhand von Beispielen nachgegangen wird.

Der zweite Mundartwettbewerb der Sparkassenstiftung stand unter dem Motto „Es ohs Sprooch net werklich schön?“. Gedichte, Erzählungen, Anekdoten und volkskundliche Themen gehören zum reichen Schatz des Heimatjahrbuchs 2010. Abgerundet wird das neue Werk mit der Liste ausgewählter Neuerscheinungen über den Kreis Ahrweiler und den Service-Teil mit statistischen Angaben.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.11.2009

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