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Baggern fürs Breitband – jetzt auch am Bildschirm

Schnelles Internet: Kreis Ahrweiler bietet ein neues Web-Portal, das Kommunen nutzen können – 250 Baustellen bieten Chancen zur Kabelverlegung

Wo im Kreis Ahrweiler rücken die Bagger an? Wo werden Gräben gezogen und Leitungen verlegt? Antwort auf diese Fragen gibt die Kreisverwaltung Ahrweiler jetzt in einem neuen, umfassenden Internet-Service. Das Ziel: den Breitband-Ausbau vorantreiben, damit leistungsstarke digitale Internetverbindungen vor allem in ländlichen Gebieten Einzug halten. Der Kreis koordiniert dies zusammen mit den Kommunen.

„Infrastrukturatlas“ nennen die Wirtschaftsförderer im Kreishaus dieses Internet-Portal. Zu erreichen ist es über www.kreis-ahrweiler.de („Wirtschaftsförderung“) oder über www.wirtschaftsfoerderung.kreis-ahrweiler.de (jeweils unter „Service“). Zur Erinnerung: Landrat Dr. Jürgen Pföhler hatte im Frühjahr 2009 zu einer Versorgerkonferenz eingeladen, bei der die Vertreter von Kommunen, Abwasserbetrieben, Wasserversorgern, Energieversorgern sowie Telekommunikationsunternehmer an einem Tisch saßen.

Kernergebnis der Konferenz: Die Organisatoren von Tiefbauarbeiten im AW-Kreis wollen sich absprechen, um Leerrohre für die Breitbandversorgung verlegen zu können. Sobald ein Graben ausgehoben wird, sollen die Leerrohre bei Bedarf mitverlegt werden können.

Der neue Infrastrukturatlas stellt ein digitales Instrument dar, das den Informationsaustausch vereinfacht und beschleunigt. Dort werden alle gemeldeten Tiefbaumaßnahmen angezeigt und um die bereits vorhandene Breitband-Versorgung ergänzt. „Wir erwarten einen lebhaften Abstimmungsprozess“, erklärte Pföhler, der den Hauptzweck der Versorgerkonferenz erreicht sieht: „Wo gerade ein Bagger steht, soll ein Kabel mit in die Erde kommen können. Viele Puzzlestücke ergeben dann ein Gesamtbild.“

Die aktuelle Fassung des Atlasses zeigt mehr als 250 Baustellen für die Jahre 2009 bis 2012 im AW-Land, geordnet nach den acht Städten und Verbandsgemeinden. Die Baustellen sind unterteilt nach dem voraussichtlichen Jahr der Fertigstellung. Zusätzlich erscheint per Mausklick die Ausstattung mit DSL-Hauptverteilern, Funkantennen, Mobilfunk, WLAN und Kabel.

Konkrete Früchte trägt die Versorgerkonferenz unter anderem zwischen Westum und Löhndorf. Dort verlegte die RWE Rheinland Westfalen Netz AG ein Strom-Erdkabel und baute ein Leerrohr ein, durch das später ein Glasfaserkabel gezogen werden kann. Der Bau einer Wasserleitung zwischen Bad Breisig und Sinzig bietet ähnliche Möglichkeiten.

Solche Kooperationen zwischen Kommunen und Versorgern machen Sinn. Denn die Bereitschaft der Kabel- und Telekommunikationsunternehmen für die flächendeckende Versorgung des ländlichen Raumes scheitert überwiegend an den Tiefbaukosten. Diese machen bis zu 70 Prozent der anfallenden Kosten für das Breitband aus. Ein Ausweg: verstärkt kooperieren und Doppelinvestitionen vermeiden.

Die Breitbandversorgung, die leistungsstarke digitale Internetverbindungen schaffen soll, stellt sich im Kreisgebiet unterschiedlich dar. Es gibt sehr gute ausgestattete Gebiete einerseits – und weiße Flecken, vor allem in ländlichen Gebieten, andererseits. Mit dem Infrastrukturatlas hat sich die „DSL-Initiative“ des AW-Kreises fortgesetzt. DSL steht für „Digital Subscriber Line“ und ermöglicht breitbandige digitale Internetverbindung über das Telefonnetz. Bei dieser Initiative nimmt der Kreis eine koordinierende Funktion ein – die Umsetzung bleibt Aufgabe in den Kommunen.

Foto: On-Line und an einem Strang: Bei der Internet-Versorgung stellt der Kreis Ahrweiler mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler (4.v.l.) und Wirtschaftsförderer Guido Nisius (r.) jetzt eine neue Datengrundlage bereit, die von den Kommunen mit ihren Bürgermeistern genutzt werden kann.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 11.12.2009

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