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„Frühe Kindheit, Frohe Kindheit“

Fortbildung zum Thema Kinderschutz – Kreis-Jugendamts tagte mit Kita-Fachkräften – Kooperation intensivieren

Der Kreis Ahrweiler verstärkt weiter den Kinderschutz. Mehr als 100 Erzieherinnen und Erzieher aus den Kindertagesstätten nahmen jetzt an einer Fachtagung des Jugendamts im Bürgerhaus Grafschaft-Ringen teil. Experten des Jugendamts und des Gesundheitsamts berichteten aus ihren Sachgebieten. Zentrales Ergebnis der Tagung: Kindeswohl lasse sich nur durch Kommunikation aller Beteiligten definieren. Die Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Jugendamt soll weiter intensiviert werden.

Im Mai dieses Jahres hatte das Jugendamt bereits eine ähnliche Tagung für rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas in Trägerschaft der Kita gGmbH Koblenz ausgerichtet. Dieser anerkannte Jugendhilfeträger hat im Kreis Ahrweiler mit Beginn des kommenden Jahres zwölf Einrichtungen in seiner Trägerschaft. Wegen der großen Nachfrage weiterer Einrichtungen außerhalb der Trägerschaft der Kita gGmbH wurde die Veranstaltung jetzt neu aufgelegt. Immer mit im Boot: die Projektstelle „Frühe Kindheit“ im Kreishaus, die mit dem Slogan „Frühe Kindheit, Frohe Kindheit“ wirbt.

Jugendamtsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers gab Einblicke in die gesetzlichen und fachlichen Grundlagen des Kinderschutzes. Der Schutzauftrag sei zwar durch Medienberichte vermehrt ins Blickfeld geraten, jedoch schon seit der Entstehung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes Anfang der 90er Jahre festgeschrieben worden. Kinderschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, machte Hornbach-Beckers deutlich.

Die Kinderschutzarbeit umfasst nicht nur das Tätigwerden der Fachkräfte in Einzelfällen, sondern legt auch einen Schwerpunkt auf primär-präventive Maßnahmen. Diese beiden Aspekte – das Eingreifen und das Vorbeugen – wurden bei der Tagung beleuchtet. So stellte Stefan Theisen von der Projektstelle „Frühe Kindheit“ die regionalen Netzwerke im AW-Kreis vor und informierte über das neue Modellprojekt „Zugehende Beratung“, an dem bisher vier Kindertagesstätten teilnehmen.

Holger Lind, im Kreishaus zuständig für die Kindertagesstätten, berichtete über die Aktion „Ich geh´ zur U! Und Du?“, die von März bis Juli in 28 Einrichtungen lief und neben dem Kinderschutz die Kindergesundheit ins Rampenlicht rückte. Die Kinder- und Jugendärztin des Gesundheitsamts Dr. Gerda Wild informierte über den Kinderschutz aus medizinischer Sicht. Anhand von Fotos zeigte sie, wie Misshandlungen bei Kindern erkannt werden können. Michael Dames, Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) des Jugendamts, sprach über die Aufgaben des ASD sowie über ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen zur Erziehung.

Am Nachmittag stand der Austausch über Möglichkeiten, Grenzen und offene Fragen zur Kinderschutzarbeit in Kindertagesstätten im Mittelpunkt. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein szenisches Rollenspiel. Dabei stellten die Teilnehmer einen Kinderschutzfall exemplarisch dar und erörterten die einzelnen Schritte.

Das Kreis-Jugendamt bietet im Frühjahr 2010 eine weitere Fortbildung für Erzieherinnen und Erzieher zu diesem Thema an. Zwei Veranstaltungen zum Thema „Gesprächsführung in schwierigen Situationen“ befinden sich in Planung.


FOTOS:

Vielfältige Aufgaben: Erzieherinnen, hier bei der Tagung in Ringen, kümmern sich auch um Kinderschutz.

Die Projektstelle „Frühe Kindheit“ wirbt mit dem Slogan „Frühe Kindheit – Frohe Kindheit“.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 11.12.2009

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