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Der Schülerverkehr im AW-Kreis hat kein Kapazitätsproblem

Qualitätsanalyse kontrollierte 157 Fahrten mit fast 7.900 Schülern – Beschwerdemanagement bleibt dennoch bestehen

Wie steht es um die Qualität der täglichen Schülerbeförderung im Kreis Ahrweiler? Fahren die Busse pünktlich und wie sind sie ausgelastet? Wie verhalten sich Schüler und Busfahrer? Diesen und weiteren Fragen ist die Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung Aachen/Berlin (IVV) nachgegangen. Der Kreistag hatte diese breit angelegte Prüfung auf Antrag der CDU-Fraktion beschlossen. Jetzt liegt die „Qualitätsanalyse für die Schülerbeförderung im Kreis Ahrweiler“ auf dem Tisch.

Eine zentrale Feststellung lautet: Die Schülerbeförderung im Kreis Ahrweiler hat kein Kapazitätsproblem. Lediglich bei zwei von insgesamt 157 überprüften Fahrten lag eine Überfüllung vor.

Dr. Stephan Krug von der IVV stellte die Analyse im Kreis- und Umweltausschuss des AW-Kreises vor. Überprüft wurden 157 Fahrten im Schülerverkehr, davon 58 morgens und 99 nach Schulschluss. Der Prüfzeitraum lag zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien 2009, in dem erfahrungsgemäß die meisten Schüler öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Kontrolliert wurden alle Busse, die die großen Schulstandorte anfahren, nämlich Bad Neuenahr-Ahrweiler, Remagen, Sinzig, Adenau und Bad Breisig.

Die Zahl der von der Kreisverwaltung ausgegebenen Schülerfahrkarten betrug 7.874. Oberstufenschüler, deren Fahrkarten nicht über die Kreisverwaltung bestellt werden, sind darin nicht enthalten. 5.780 Fahrkarten entfielen auf die überprüften Linien, was einer Prüfquote von 75 Prozent entsprach. Diese Quote bezeichnet die IVV als „sehr hoch“.

Die wesentlichen Ergebnisse laut IVV-Analyse:
•Erstens: Die Schülerbeförderung hat kein Kapazitätsproblem. Fahrten mit hoher Besetzung oder Kapazitätsproblemen sind „sehr selten“.
•Zweitens: Das Verhalten von Fahrpersonal und Schülern ist überwiegend unauffällig. Busfahrer verhalten sich in 96 Prozent, Schüler in 90 Prozent aller Fälle korrekt.
•Drittens: Der Gesamteindruck der Fahrzeuge ist überwiegend ohne Beanstandungen. Verbesserungsbedürftig sind Linienausschilderung, Fahrzielanzeige und Fahrscheinverkauf beim Fahrer.
•Viertens: Die Anzahl der Fahrten mit abweichendem Linienweg liegt bei 13 Prozent. Meist sind Baustellen der Grund.
•Fünftens: Die Pünktlichkeit der zur Schülerbeförderung eingesetzten Busse ist verbesserungsbedürftig. Morgens erreichen 15 von 60 Bussen die Schule mit mehr als fünf Minuten Verspätung. Nachmittags fahren 15 von 103 Bussen mit mehr als fünf Minuten Verspätung von der Schule ab.

Der Grund für die vielfach geäußerte Kritik an der Schülerbeförderung beruhe auf einem weit verbreiteten Missverständnis bezüglich der Stehplätze. Richtig sei: In jedem Bus sei nach dem rheinland-pfälzischen Gesetz eine bestimmte Zahl von Stehplätzen zugelassen. Die Busunternehmen hätten eine freiwillige Selbstverpflichtung übernommen, nur 70 Prozent dieser rechtlich zulässigen Stehplätze – und natürlich der Sitzplätze – zu nutzen. Bereits wenn dieser Wert von 70 Prozent überschritten werde, gelte ein Bus als überfüllt.

Dass dennoch vielfach der Eindruck entstehe, einzelne Busse seien überfüllt, liege auch daran, dass nicht alle verfügbaren Stehplätze genutzt würden. Dadurch komme es zu Pulkbildungen, etwa an den Türen. Abhilfe lasse sich oft bereits durch verbesserte Information und Aufklärung schaffen.

Unabhängig von der jetzt vorgelegten Qualitätsanalyse bekräftigte die Kreisverwaltung Ahrweiler, dass das Beschwerdemanagement zur Schülerbeförderung bestehen bleibe. Der Kreis gehe jeder Beschwerde nach. Dazu würden klare Angaben benötigt, nämlich zu Datum, am besten mit Abfahrtszeit, Buslinie und der Art des Problems. Zuständig sei der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz in Koblenz. An den Schulen im Kreis lägen Erfassungsbögen bereit, die über die Schulen an den Kreis weitergeleitet werden. Im Internet seien sie zu finden unter www.kreis-ahrweiler.de („Schulen & Bildung“, „Schülerbeförderung“).

Die Qualitätsanalyse finden Sie hier:
PDF-Download


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 10.05.2010

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