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Konzept-Kunst an Kreis-Schulen

An sieben Gebäuden werden Entwürfe zur Wirklichkeit – Gymnasium in Adenau und Korczak-Schule in Sinzig als Beispiele für „Kunst am Bau“

Kunst gehört an Schulen meist in den Kunstunterricht. So auch im Kreis Ahrweiler. Aber nicht nur: „Kunst am Bau“ lautet das Konzept, mit dem – zwei Beispiele – eine Licht-Ton-Installation am Erich-Klausener-Gymnasium Adenau und eine Stein- und Erdskulptur an der Janusz-Korczak-Schule Sinzig entstehen. An sieben Schulen in Trägerschaft des AW-Kreises werden solche künstlerischen Entwürfe nach und nach Wirklichkeit.

Das Kunst am Bau-Projekt bildet den Abschluss des umfassenden Schulbauprogramms, das der Kreis Ahrweiler zur baulichen Modernisierung seiner elf Schulen vorgenommen hat. Dabei profitieren die Schulen von einer gesetzlichen Vorschrift, wonach im öffentlichen Bereich Mittel für die Kunstförderung reserviert werden müssen.

In einem für Rheinland-Pfalz einmaligen Verfahren hatte der AW-Kreis die sieben Einzelmaßnahmen in einem gemeinsamen gesamtkünstlerischen Konzept zusammengefasst. Das Einzelkunstwerk, das für jede Schule individuell entsteht, wird somit zugleich zum Querverweis auf die anderen Kunstwerke des Programms.

Das einheitliche Konzept soll den AW-Schulen ein neues gemeinsames Profil verschaffen – mit interaktiver Kunst unter konzeptioneller Anleitung der Siegergruppe „conhereos“ aus Wiesbaden. Diese Künstlergruppe gewann die Ausschreibung unter 60 eingereichten Vorschlägen. Der Mainzer Professor Dieter Kiessling fasste das Votum der Jury so zusammen: „Die künstlerischen Entwürfe von conhereos reagieren äußerst angemessen auf die vorgegebenen architektonischen Bedingungen und gehen gleichzeitig auf die sozialen und kulturellen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler ein.“

Das Erich-Klausener-Gymnasium in Adenau (EKG) war die erste Schule, an der Markus Quiring und Mirko Schwartz von conhereos ihre Entwürfe installiert haben. Eine interaktive Licht-Ton-Kunst bindet die Schüler aktiv ein. Die im Unterricht messbaren Tonfrequenzen sind Ausgangspunkt des künstlerischen Gedankengangs, der Ton in Licht verwandelt. Über ein Mikrofon im Chemieraum werden die Geräusche verschlüsselt und in farbiges Licht umgesetzt. Die neue Beleuchtung kommt dem Pausenhof zugute, dessen ansonsten eher dunkle Arkade in neuer Farbigkeit erstrahlt. Für die Schule ergibt sich eine neue Alltagswahrnehmung.

Das zweite Werk von Kunst am Bau steht – besser gesagt lebt – an der Janusz-Korczak-Schule. Dort haben Quiring und Schwartz eine Stein- und Erdskulptur, einen so genannten Polylithen, errichtet, der sich, ohne gärtnerisches Zutun, im Laufe der Zeit mit heimischen Pflanzen besiedeln soll. Die Förderschüler und ihre Lehrer können den Lauf der Natur beobachten und die Pflanzen mit Hilfe einer kleinen Fachbuchbibliothek bestimmen. Der deutsche Name der Pflanze wird dann ausgedruckt, in Folie maskiert und an in der Nähe des Polylithen angebracht.

Nach dem EKG und der Korczak-Förderschule geht es weiter mit der Realschule Ahrweiler, wo ein Aussichtsplateau als Rückzugsoase für die Schüler entstehen soll. An diesen Arbeiten ist auch die Brohltaler Künstlerin Karin Meiner beteiligt. Die weiteren Stationen: Am Rhein-Gymnasium Sinzig will conhereos Bewegungsabläufe mit einer Kamera einfangen, um sie als Impulse einer Bildschirmanimation zu verwenden.

Am Peter-Joerres-Gymnasium ist eine technische Pausenhofinstallation angepeilt, die wiederum die Schüler interaktiv einbindet. Die Berufsbildende Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sich für einen anderen künstlerischen Entwurf entschieden, der mit plastischen Formen arbeitet, neue Farbakzente setzt und zugleich Sitzmöglichkeiten anbietet. Abschließend geht es ans Are-Gymnasium, bei dem das neue Erweiterungsgebäude vor der Fertigstellung steht.

Aufgrund der geringerekn Bausummen kommt das Kunst am Bau-Vorhaben an vier der elf Kreis-Schulen nicht zum Tragen, nämlich an den Förderschulen Don-Bosco und Levana in Bad Neuenahr-Ahrweiler, der Burgweg-Schule in Burgbrohl und der Nürburgring-Schule in Wimbach.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 21.05.2010

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