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Richtfunk bringt schnelles Internet nach Kirchsahr

Landrat spricht von „Paradebeispiel“ – Trotz schwieriger Ausgangslage gelingt Anbindung ans Netz – Bürger nehmen Breitbandversorgung selbst in die Hand

Die Ortsgemeinde Kirchsahr findet Anschluss an die Breitbandversorgung und verfügt damit über schnelle Internetzugänge. Von den rund 100 Haushalten sind bereits mehr als die Hälfte versorgt. Diese Nachricht aus einer Gemeinde mit rund 400 Einwohnern hat Bedeutung für andere Regionen im Kreis Ahrweiler.

Ermöglicht wurde der Fortschritt durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Dies sind das gemeinsame Engagement der Bürger und der Ortsgemeinde, die Hilfe des Kreises Ahrweiler und eine technische Alternative, nämlich Funk statt Kabel. Für Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der die Breitband-Initiative für den Kreis Ahrweiler ins Leben gerufen hatte, handelt es sich bei Kirchsahr um ein „Paradebeispiel“. Wenn, vor allem bei einer solch schwierigen Ausgangslage, „Bürger und Gemeinde die Breitbandversorgung selbst in die Hand nehmen, können immer mehr weiße Flecken mit veralteten Zugangstechniken von der Landkarte verschwinden“, so Pföhler.

Die Ausgangslage: Kirchsahr verfügte bislang über keine Breitband-Internetanbindung per Telefonkabel. Untersuchungen ergaben, dass angedachte Zugangstechnologien, UMTS etwa, nicht möglich waren beziehungsweise am finanziellen Eigenanteil der Gemeinde scheiterten. Die ländliche Gemeinde splittet sich in die fünf Ortsteile Kirchsahr, Binzenbach, Burgsahr, Hürnig und Winnen, die sich über das enge Sahrbachtal verteilen.

Die Kreisverwaltung stellte im Rahmen der Initiative „DSL für alle“ die Kontakte zu mehreren Firmen her, die Breitband per Richtfunk anbieten, schaltete die Kompetenzstelle der Telekom ein und vermittelte zwischen der Ortsgemeinde und der Breitbandstelle im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium.

Mit dem Richtfunkanbieter Disquom Funktechnik aus Grafschaft-Gelsdorf zeichnete sich eine Lösung ab. „Einzig diese Firma war bereit, mit uns in die Planung einzusteigen“, berichtet Kirchsahrs Ortsbürgermeister Kai-Andre Köpcke. Das gemeinsam mit Disquom im August 2009 abgesteckte Ziel lautete nach den Worten Köpckes, die flächendeckende Anbindung der Ortsteile bis Ende 2010 mit einer Datengeschwindigkeit von mindestens sechs Megabit (MB) pro Haushalt zu schaffen. Der Ortsbürgermeister: „Als wirtschaftliche Kennzahl sind wir von 50 angeschlossenen Haushalten bis Ende 2012 ausgegangen. Zusätzlich zum Vertrag mit Disquom hat die Gemeinde einen Mietvertrag mit der Deutschen Funkturm Gesellschaft (DFMG) abgeschlossen, um die Anbindung an das Netz der Disquom zu realisieren.“

Ende November 2009, einen Monat vor dem geplanten Termin, seien die ersten Haushalte ans neue Netz angeschlossen worden. Aktuell gingen mehr als 50 Haushalte und Betriebe online, teilweise mit sechs MB-Anschlüssen, größtenteils mit drei MB. Köpcke: „Die Bevölkerung und die Gewerbetreibenden sind sehr zufrieden mit dem Internetzugang.“

Foto: Immer mehr weiße Flecken auf der Breitband-Karte des AW-Kreises verschwinden. In Kirchsahr, hier mit Kai-Andre Köpcke (4.v.r.) und Dr. Jürgen Pföhler (2.v.r.), haben viele Hände angepackt.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 09.07.2010

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