BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Behindertenhilfe muss zum Menschen kommen – und nicht umgekehrt

Pläne zum Aufbau des Versorgungsangebotes im Raum Adenau vorgestellt

Selbstständiges und beschütztes Wohnen für behinderte Menschen ist auch außerhalb von stationären Einrichtungen möglich. Dies ist die zentrale Botschaft einer Informationsveranstaltung für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige, die in Adenau stattfand.

Ausrichter war der Kreis Ahrweiler, der über seine Pläne zum Aufbau eines Versorgungsangebotes im Raum Adenau informierte. Der gut besuchte Infoabend vermittelte eine zweite wesentliche Zielrichtung: Die Hilfe muss zum Menschen kommen – und nicht umgekehrt.

Einen Schwerpunkt des geplanten Hilfsangebots werden neue Wohnformen bilden, die als Alternative zu den bisher meist üblichen Heimunterbringungen dienen. Neue stationäre Angebote sind daher nicht vorgesehen. Die Kreispolitik unterstützt die Aufbaupläne des wohnortnahen Versorgungsangebots. Der Kreis- und Umweltausschuss hat das Planungskonzept einstimmig befürwortet.

Dr. Johannes Schädler von der Universität Siegen beleuchtete die Entwicklung der Behindertenhilfe in den vergangenen Jahrzehnten. Auch Menschen mit schweren Behinderungen sollen heute nicht mehr auf die Unterbringung in Einrichtungen angewiesen sein, so sein Credo. Moderne Behindertenpolitik sei geprägt von Schlagworten wie „Inklusion“ und „Teilhabe“. Die in Deutschland anerkannte UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterstreiche dies, so Schädler.

Dass moderne Behindertenhilfe auch in ländlichen Gebieten wie der Verbandsgemeinde Adenau nicht nur frommes Wunschdenken sein muss, wurde ebenfalls deutlich. Stephanie Franken von der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle Oberhausen (KoKoBe) belegte anhand zahlreicher Beispiele aus ihrer Beratungspraxis: Behinderte Menschen können auch in neuen und alternativen Wohnformen die Hilfen erhalten, die sie brauchen.

Klaus Kniel, Fachbereichsleiter für Jugend, Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung: „Der Kreis Ahrweiler hat seit längerem erkannt, dass in der Behindertenpolitik und insbesondere beim Thema Wohnen neue und moderne Ideen gefragt sind. Mit dem 2005 vom Kreistag verabschiedeten Teilhabeplan haben wir dafür eine gute Planungsgrundlage geschaffen. Diese gilt es jetzt umzusetzen“.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.07.2010

<< zurück