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Bald freier Fluss in Fuchshofen

Gewässerpflege Ahr: Wanderfische suchen Laichplätze – Alte Betonsperre verschwindet – Arbeiten bis Mitte September

Bei der Renaturierung der Ahr nimmt der Kreis Ahrweiler eine der letzten Hürden. Die alte Wehranlage am Laufenbacher Hof in Fuchshofen (Verbandsgemeinde Adenau) wird derzeit umgebaut und naturnah gestaltet. Das Querbauwerk ist fast während des ganzen Jahres ein unüberwindbares Hindernis für Wanderfische und andere Wassertiere. Die Betonsperre blockiert den natürlichen Austausch der Gewässerfauna innerhalb der Ahr. Das ändert sich jetzt.

In Fuchshofen entsteht anstelle des alten Stauwehrs eine naturnahe, durchlässige Blocksteinrampe mit flachem Sohlgefälle. Innerhalb der Rampe wird eine Niedrigwasserrinne errichtet. Diese ermöglicht den Auf- und Abstieg der Lebewesen ganzjährig, auch bei Niedrigwasser. Bei günstigen Wasserständen dauert der Umbau per Bagger etwa einen Monat, also bis Mitte September.

Die Ahr-Renaturierung stellt eines der zentralen Projekte der Gewässerpflege im Kreis Ahrweiler dar. Bei diesem seit mehreren Jahren laufenden Großprojekt, das sich über den gesamten Verlauf der Ahr erstreckt, wurden bereits 46 Wehre, Betonschwellen und andere Querbauwerke umgestaltet. Im Zuge der Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit der Ahr, einem Gewässer II. Ordnung, ist jetzt Fuchshofen an der Reihe.

Das Ziel: Die Ahr soll auch dort wieder frei fließen, damit Wanderfische ungehindert zu ihren Laichplätzen gelangen können. Die Laichwanderungen von Lachs, Meerforelle, Aal oder Bachneunauge gehören zum Lebenszyklus der Tiere. Wird der Zyklus unterbrochen oder eingeschränkt, führt dies zum Aussterben der Populationen. Neben diesen Wanderfischen wechseln auch viele andere einheimische Fischarten und wassergebundene Kleinstlebewesen ihre Lebensorte innerhalb der Fließgewässer.

Die Arbeiten am Laufenbacher Hof sind Bestandteil des Gewässerpflegeplans Ahr. Dieser Plan legt fest, wie das Gewässer und dessen Ufer künftig beschaffen sein sollen und mit welchen Maßnahmen dies erreicht wird. Dabei geht es im Wesentlichen darum, Querbauten zu beseitigen. Durch den Umbau entstehen neue "Fischtreppen" über Natursteine, die vor allem von Lachsen passiert werden können. Somit können Wanderfische zu ihren Laichplätzen im Mittel- und Oberlauf der Ahr gelangen.

Der Plan stellt neben dem Gewässerrandstreifenprojekt Obere Ahr-Hocheifel das derzeit wichtigste Gewässerschutzprojekt im Kreis Ahrweiler dar und wird vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Aktion Blau mit 90 Prozent gefördert. Die Regionalstelle Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz unterstützt den Kreis bei der Umsetzung.

Foto: Die alte Betonsperre ist abgerissen, die neuen Basaltsteine mit einer Kantenlänge bis zu 1,70 Meter bilden eine „Fischtreppe“. Trotz des schweren 20-Tonnen-Kettenbaggers wird präzise gearbeitet: Die exakte Lage jedes Steines wird mit dem Lasernivelliergerät bestimmt.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.08.2010

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