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Auf den Spuren von Kaiser und Caracciola

Tag des offenen Denkmals: Zehn St├Ątten zwischen Aremberg und Burgbrohl erwarten bewegte Besucher ÔÇô Synagogen in Ahrweiler und Niederzissen zu besichtigen

ÔÇ×Kultur in Bewegung ÔÇô Reisen, Handel und VerkehrÔÇť. Unter diesem Motto steht der Tag des offenen Denkmals 2010. Am Sonntag, 12. September, ├Âffnen Kaufmannsh├Ąuser und Bahnh├Âfe, historische Verkehrsmittel und Orte der Migration und der kulturellen Begegnung in ganz Europa ihre Tore.

Auch im Kreis Ahrweiler. Hier sind zehn Schaupl├Ątze zu besichtigen. Die Organisatoren freuen sich auf interessierte Besucher. Die Kreisverwaltung nennt die einzelnen Objekte mit ├ľffnungszeiten und Beschreibungen, die von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in Mainz zusammengestellt wurden. Wer mehr wissen m├Âchte: www.gdke.rlp.de.

Aremberg: Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus.
Wohlproportionierter einschiffiger Bau von 1783 mit hervorragender Ausstattung des 18. Jahrhunderts; ge├Âffnet von 9 bis 18 Uhr, F├╝hrungen nach Bedarf 11 bis 16 Uhr. Von 10 bis 18 Uhr ist auch die Schutzengelkapelle von 1669 ge├Âffnet.

Aremberg: Junkerhaus, Burgstra├če 4.
Das ehemalige Burgmannenhaus pr├Ąsentiert sich heute als barocker Putzbau mit hohem gewalmten Mansarddach ├╝ber Resten des 14. Jahrhunderts sowie zahlreichen originalen Details aus Renaissance und Barock, z.B. einer "K├Âlner Decke" des 16. Jh. an der reich verzierten Oberlichtt├╝r Doppelwappen von 1749. 10 bis 17 Uhr, F├╝hrungen nach Bedarf.

Ahrweiler: Ehemalige Synagoge, Altenbaustra├če 12.
Der kleine Saalbau wurde 1894 in Schichtmauerwerk mit Einzelformen im ÔÇ×maurischen StilÔÇť, mit Hufeisenfenstern, errichtet. Der spiegelgew├Âlbte Betsaal wurde 1938 in der Pogromnacht verw├╝stet und nach dem II. Weltkrieg zweckentfremdet als Lagerraum benutzt. Bei der Wiederherstellung durch den 1978 gegr├╝ndeten B├╝rgerverein Synagoge wurde auch die Schablonenmalerei im oberen Bereich wiederhergestellt. Heute dient das ehemalige j├╝dische Gotteshaus als Kulturzentrum. Anl├Ąsslich des diesj├Ąhrigen Mottos werden den Besuchern Literatur und Fotos des Landes Israel zum Thema "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr" pr├Ąsentiert. 14 bis 17 Uhr, F├╝hrungen nach Bedarf.

Brohl-L├╝tzing: Historische Betriebswerkstatt der Brohltal-Schmalspureisenbahn.
1901 wurde der regelm├Ą├čige Verkehr der Brohltalbahn er├Âffnet. Mit der zunehmenden Verlagerung des G├╝tertransports auf die Stra├če ging der Schienenverkehr dauerhaft zur├╝ck, das Ende der Bahnstrecke war absehbar. Neue Aspekte er├Âffnete der ÔÇ×Vulkan-Express" ab 1974. Mit Gr├╝ndung der Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn (IBS) 1987 stiegen die Bef├Ârderungszahlen, besonders durch den Einsatz der Dampflok. Die historische Betriebswerkstatt mit ihren alten Werkzeugmaschinen, Schmiede und Radsatzdrehbank von 1903 sind ge├Âffnet (9.30 bis 18 Uhr); F├╝hrungen st├╝ndlich; Fahrzeugausstellung auf dem Betriebsgel├Ąnde, unter anderem mit der einzigen erhaltenen Brohltaler Dampflok ÔÇ×11 smÔÇť; ferner ├Ârtliche Draisinenfahrten, Bahnfahrten laut Fahrplan.

Burgbrohl: Kaiserhalle, Wilhelm-Bell-Stra├če 11.
1982 vom Abriss bedroht, konnte die Kaiserhalle, 1896 als einer der ersten Schalenbauten der Moderne nach Pl├Ąnen von Wilhelm Bell errichtet, durch Fachleute und B├╝rger von Burgbrohl gerettet werden. Seit der Restaurierung dient das Geb├Ąude aus einer speziellen Betonmischung (Trass-Beton), die erst den Bau der Kuppel ohne St├╝tzvorrichtungen erm├Âglichte, als Ort kultureller Veranstaltungen. 10 bis 18 Uhr, F├╝hrungen nach Bedarf.

Burgbrohl-Buchholz: Propstei Buchholz.
Bedeutende romanische Ruine der ehemaligen Kirche des 12. Jahrhunderts, 1802 aufgehoben, in der Neujahrsnacht 1951/52 abgebrannt; erhalten ist ein Joch des Mittelschiffs, das Querhaus mit verk├╝rzten Armen und das Chorjoch mit dem Unterbau der Chorflankent├╝rme, barocke Fassade von 1683. 10 bis16 Uhr, F├╝hrungen st├╝ndlich durch den F├Ârderverein, Diavortr├Ąge. Um 16.30 Uhr schlie├čt eine kostenpflichtige Krimi-Lesung mit Erika Kr├Âll und der M├Âglichkeit zur Weinprobe an; Kartenvorverkauf: Tourist-Information Brohltal, Ruf 02636.19433 oder tourist@brohltal.de.

Hain: Burg Olbr├╝ck.
Inmitten des Vulkanparks Brohltal/Laacher See gelegen. Um 1050 durch den Grafen von Wied gegr├╝ndet, 1689 zerst├Ârt; 1998 bis 2001 Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten; weithin sichtbarer zinnenbewehrter Bergfried; die Mauern des Palas im Keller sp├Ątromanisch, dar├╝ber Bauten des 17. Jahrhunderts, au├čerhalb des inneren Berings Wohn- und K├╝chengeb├Ąude, Haupttor, unterer Torbau 1875. 10 bis 18 Uhr, F├╝hrungen 11 und 14 Uhr, Bogenschie├čen f├╝r Kinder.

Niederzissen: Ehemalige Synagoge, Mittelstra├če 30.
Kleiner, 1844 errichteter Bruchsteinbau mit regionaltypischen Basaltlava-Einfassungen, in der Pogromnacht 1938 gesch├Ąndet, 1939 verkauft und bis Anfang der 1990er Jahre als Schmiede genutzt. Heute in Gemeindebesitz, soll das Geb├Ąude nach der Renovierung als Erinnerungs- und Begegnungsst├Ątte dienen. 11 bis 17 Uhr, F├╝hrungen 11.30, 14 und 16 Uhr, Vorstellung der geplanten Renovierung und sp├Ąteren Nutzung, Ausstellung zur Geschichte.

Remagen: Apollinariskeller, Deichweg 4.
Gro├če Holztore f├╝hren in das ├╝ber 1.000 Quadratmeter gro├če Kellergew├Âlbe, das Johann August Otto Caracciola 1866 bis 79 anlegen lie├č. Nach dem Ersten Weltkrieg ├╝bernahm Otto Caracciola, der Bruder des legend├Ąren Rennfahrers Rudolf Caracciola, den Weinhandel von seinem Gro├čvater. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel wurde das 1965 eingerichtete Kellerlokal 1971 geschlossen. Im vergangenen Jahr wurden B├╝hne und Tanzfl├Ąche nach historischen Aufnahmen wiederhergestellt. 12 bis 17 Uhr, F├╝hrungen nach Bedarf, Themenf├╝hrungen zu den Rettungsma├čnahmen des Hauptsaals, B├╝hnenprogramm.

Sinzig: Aachen-Frankfurter Heerstra├če.
Die Aachen-Frankfurter Heerstra├če war Teil einer der ├Ąltesten Handelsrouten im Deutschen Reich seit dem Mittelalter. In karolingischer Zeit entstanden, f├╝hrte sie von Flandern und Brabant kommend ├╝ber Aachen-D├╝ren-Sinzig und Koblenz nach Frankfurt. Sie diente nicht nur dem Handel ÔÇô flandrische Tuche und Leinenwaren, Brabanter Spitzen, Wein und vieles mehr wurden transportiert ÔÇô, sondern auch als Reiseroute gekr├Ânter und zu kr├Ânender H├Ąupter. Die r├Âmisch-deutschen K├Ânige und Kaiser zogen vom Ort der Wahl, Frankfurt am Main, zur Kr├Ânung in den Aachener Dom, daher wird sie auch ÔÇ×Kr├Ânungsstra├čeÔÇť genannt. In Sinzig zweigte sie von der R├Âmerstra├če Mainz-K├Âln-Xanten ab und f├╝hrte durch die Stadt nach Bodendorf. Anhand des im Sinziger Schloss aufbewahrten Modells veranschaulicht Franz-Peter Zimmermann vom Verein zur F├Ârderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig ab 15 Uhr dieses Thema.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 27.08.2010

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