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Naturschutz-Erfahrung beim Nachbar-Kreis gesammelt

Obere Ahr-Hocheifel: Landwirte erhalten größere Bewirtschaftungsflächen – Kreistagsmitglieder auf Tour

Informationen aus erster Hand und vor Ort haben sich Mitglieder des Ahrweiler Kreistags über das Naturschutz-Großprojekt „Obere Ahr-Hocheifel“ eingeholt. Eine halbtägige Informationsfahrt führte sie nach Blankenheim, wo ein vergleichbares Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, und in die Verbandsgemeinde Adenau, wo das Vorhaben ab 2011 umgesetzt wird. Das Ziel: die Oberahr und sämtliche Zuflüsse einschließlich ihrer Auen aufwerten und in ihrer natürlichen Entwicklung nachhaltig sichern, was zugleich Vorteile für Landwirtschaft, Hochwasserschutz und Tourismus schaffen soll.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler, die politischen Kreisvertreter, die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil und Bürgermeister Hermann-Josef Romes wurden von Projektleiter Dr. Jochen Mölle eingehend unterrichtet. So berichtete Mölle über die Sicherung und Wiederherstellung des Gewässer-Aue-Systems, den Erhalt und die Entwicklung der standortgemäßen Artenvielfalt, die Wiederherstellung des natürlichen Hochwasser-Rückhaltevermögens sowie die Sicherung und Entwicklung der Naturraum-typischen offenen Wiesentäler mit ihren blütenreichen Wiesen in längeren, zusammenhängenden Abschnitten.

„Im Vordergrund des Projekts stehen die positiven Auswirkungen für den Naturhaushalt“, sagte Mölle. Doch die Effekte reichten weit über den Naturschutzgedanken hinaus. Nämlich:
•Die Schaffung großer landwirtschaftlicher Einheiten verbessere die Bewirtschaftungsgrundlagen der Betriebe.
•Das Entstehen von naturnahen Gewässer- und Auenwaldstrukturen sowie von natürlichen Überflutungsflächen sei eine zeitgemäße Form des aktiven Hochwasserschutzes.
•Die Aufwertung der Lebensräume in den Talauen führe zu touristischen Anreizen.
•Neben dem gesteigerten Erholungswert erhalte die Landschaft durch die erlebbare und vielfältige Natur im Einklang mit der typischen Eifeler Kulturlandschaft eine höhere Lebens- und Wohnqualität.
•Und: Das Projekt bringe Geld in die Region und stoße weitere Investitionen an.

Vertreter des Kreises Euskirchen, der Gemeinde Blankenheim und der Bezirksregierung Köln begrüßten den Tross aus dem AW-Kreis an der Ahrquelle. Georg Persch, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Euskirchen, stellte abgeschlossene Maßnahmen im Blankenheimer Raum vor und verdeutlichte deren positive Effekte.

Landrat Pföhler bezeichnete die Reise in den Nachbarkreis als „wichtige Hilfe für die laufende Planung, Abstimmung und Akzeptanz unseres Vorhabens in der Verbandsgemeinde Adenau“. Beide Projekte seien Bestandteile des Bundesförderungsprogramms „chance natur“ mit der erklärten Zielsetzung: „Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“.

In Alendorf (Kreis Euskirchen) sagte der Landwirt Rolf Neumann, die Flurbereinigung habe den Bauern mehr und zusammenhängende Flächen gebracht, die sie jetzt zum Teil als extensives Grünland nutzen können. „Durch das Projekt hat jeder Landwirt mehr Flächen als vorher“, so Neumann.

Die RĂĽckfahrt der Erkundungstour fĂĽhrte zum Laufenbacher Hof nach Fuchshofen. Dort wird die Ahr renaturiert, indem die alte Wehranlage umgebaut und naturnah gestaltet wird, wie Diplom-Ingenieur Josef GroĂź von der Regionalstelle Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Koblenz berichtete.

Infos zum Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel stehen im Internet: www.kreis-ahrweiler.de („Aktuelles“) oder www.obere-ahr-hocheifel.de.

Foto: An die Ahrquelle nach Blankenheim führte eine Tour, bei der sich politische Vertreter des Kreises Ahrweiler über das Naturschutz-Großprojekt „Obere Ahr-Hocheifel“ informierten.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.10.2010

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