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Wo Wado wohnte und der Karneval etwas anders gefeiert wird

Das Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2011 ist erschienen – 80 Beiträge auf 280 Seiten für 5,80 Euro

Was gibt es an neuen Forschungsergebnissen aus der Römerzeit? Wo war ein gewisser Wado daheim? Was bietet die Kunst- und Kulturszene im Kreis Ahrweiler? Antworten in Wort und Bild gibt ein Standardwerk der hiesigen Literatur, das jetzt druckfrisch im Handel vorliegt. 276 Seiten stark. Mit 80 Beiträgen von 81 Autoren. Und das für 5,80 Euro. Das Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2011 – es ist da.

Das Werk sei ein „Mehrgenerationenbuch für den gesamten Kreis Ahrweiler und darüber hinaus“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der Vorstellung der jüngsten Ausgabe. „Unser Buch vereint Beiträge für alle Altersstufen und hat sich auf eine besondere Art der Heimatpflege verschrieben“, freute sich Pföhler und richtete einen ausdrücklichen Dank an die Autoren. Erschienen ist das Buch im Weiss-Verlag Monschau, der seit 1982 für Drucklegung und Vertrieb verantwortlich zeichnet.

Und was bietet das Heimatbuch, dessen Reihe der Kreis Ahrweiler seit 1926 herausgibt, diesmal? Einige Schlaglichter: Die Gleichstellungsbeauftragte berichtet über das parteiübergreifende Engagement von Kreispolitikerinnen gegen Gewalt. Neu ist das Mehrgenerationenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler als Ort für Beratung, Bildung und Begegnung. Aufsätze über das Schulenwesen beleuchten die Schulstrukturreform im Kreis („Realschule plus“) oder das 150-jährige Jubiläum des Peter-Joerres-Gymnasiums. Wer sich für das Bibliotheksangebot im AW-Land interessiert, sollte ebenfalls zum Heimatjahrbuch greifen.

Mit der Neugestaltung der Buch- und Kunsthandlung Maria Laach ging ein Traum in Erfüllung. Seit 150 Jahren werden in Sinzig Fliesen hergestellt. Musikalische Auftritte des traditionsreichen Ahrweiler Männer-Gesangvereins 1861 sind aus dem Kulturleben nicht wegzudenken. Das gilt seit 25 Jahren auch für die Marienthaler Lichterabende in der malerischen Klosterruine.

Kunst und Kultur im ehemaligen Regierungsbunker im Ahrtal, der bereits von über 200.000 Besuchern besichtigt wurde, sind eine besondere Attraktion. Das Museum kümmert sich vor allem um jugendliche Besucher, für die eigens ein Museumsführer entstand.

Zur Kunstszene: Im Brohltal arbeitete der bedeutende Bildhauer und Graphiker Gerhard Marcks; er hatte ein Ferienhaus in Hain, wo ein Denkmal an ihn erinnert. Die Are-Künstlergilde blickt auf 70 Jahre erfolgreichen Wirkens zurück – Grund genug für eine Rückschau. Der Kulturverein Mittelahr fördert seit 1992 Kunst, Musik, Theater und Kabarett in der Verbandsgemeinde Altenahr. Als Maler und Autor wird Johannes Friedrich Luxem gewürdigt, außerdem die Maler Paul Magar aus Altenahr, der aus Ahrweiler stammende Carl Weisgerber sowie die Künstlerin Petra Liemersdorf, die in Oberdürenbach lebt.

Kanusport am Rhein, Tennis in Bad Neuenahr und der Ahruferlauf Altenahr-Ahrweiler stehen exemplarisch für die sportliche Vielfalt. Artikel zu Bergwerken im ehemaligen Kreis Adenau, zum römischen Remagen und der Römervilla am Silberberg in Ahrweiler sowie ein vermutetes antikes Hippodrom bei Sinzig stellen Aspekte des geschichtlichen Erbes vor.

Personen- und Ortsnamen hängen oftmals zusammen. „Wo Wado daheim war“ beleuchtet die Entstehung und Deutung solcher Namen. Weitere Themen: die Burg Are bei Altenahr; die Stadt (!) Königsfeld (1336); Hexenprozesse in Aremberg; die ehemalige Synagoge in Niederzissen; Pastor von Freyhold, der mit dem Kreuzwäldchen bei Kempenich ein religiöses Kleinod schuf.

Zeitgeschichtliche Darstellungen zur Friedenseiche und dem Kriegerdenkmal in Altenahr, zur Ermordung des ehemaligen Adenauer Landrats Dr. Erich Klausener 1934 in Berlin durch einen SS-Schergen und Episoden, die sich um die Remagener Brücke ranken, liefern neue Einblicke in die jüngere Historie. Beispielhaft für die gelungene Integration der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wird deren Ansiedlung in der Gemeinde Grafschaft (1945 bis 1953) vorgestellt.

Eine Sonderform des Karnevals besitzt Brenk. Dort werfen die Zuschauer den Zugteilnehmern Süßigkeiten zu, was ansonsten bei den närrischen Umzügen eher umgekehrt der Fall ist.

Im Jahrbuch finden sich erneut Gedichte und Mundarttexte. Der Literaturbericht, Rezensionen und ausgewählte Angaben zur Struktur des Kreises Ahrweiler runden das heimatkundliche Werk ab. Fazit: ein Heimatbuch zum Lesen, Sammeln und Verschenken – und das nicht nur zur Weihnachtszeit.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 15.11.2010

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