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Jäger können neues Trichinenlabor im Kreishaus nutzen

Erlegtes Wild vom Wochenende zeitnah untersuchen – Alte Labore in Müsch und Heppingen geschlossen – Nachweis beim Verkauf von Wild verlangt

Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat ein neues Trichinen-Untersuchungslabor in Betrieb genommen. Die Jäger können die Trichinenproben der erlegten Tiere wie bisher bei den amtlichen Tierärzten und Fachassistenten abgeben. Zusätzlich können sie die Proben während der Öffnungszeiten direkt ins Kreishaus bringen. Zu diesem Zweck wurde dort ein Kühlschrank mit Einwurföffnung angefertigt und aufgestellt.

Das neue Labor befindet sich im Keller des Kreishauses. Es sei nach den neuesten Vorgaben eingerichtet, erklärten die beiden Amtstierärzte Dr. Bernd Schmitt und Dr. Christiane Theune ihrem Chef, Landrat Dr. Jürgen Pföhler, und dem Fachbereichsleiter Michael Sprenger. Das Labor werde dem europäischen Standard gerecht. Zusätzlich seien Arbeitsgeräte, Arbeitsweisen und Dokumente angepasst worden, so die Amtstierärzte.

Die alten Labore in Müsch und Heppingen wurden geschlossen. Somit findet die gesamte Untersuchung auf Trichinen jetzt zentral an einer Stelle statt. Das Kreisveterinäramt hat drei Untersuchungstage eingerichtet, damit das erlegte Wild vom Wochenende zeitnah beprobt werden kann und die Jäger nicht lange auf die Ergebnisse warten müssen.

Das Labor in Ahrweiler, das die Tierärztin Beate Tüngler leitet, hat einen Test zum Nachweis von Trichinellenlarven bestanden. An dem Versuch nahmen 151 Labore aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg teil. Die Labore erhielten sechs Proben mit unbekanntem Inhalt. Die Auswertung ergab: Zwei Proben enthielten keine Larven, zwei weitere enthielten zehn beziehungsweise 17 Larven. Das AW-Veterinäramt hat die Nachweise erbracht und lag mit dem Ergebnis über dem Durchschnitt der anderen Labore.

Trichinen sind Parasiten, die über infiziertes Fleisch übertragen werden. Es ist wichtig, alle Fleisch fressenden Tiere darauf zu untersuchen, damit sich der Mensch nicht ansteckt. Die Tests sind Pflicht und gesetzlich geregelt. Die Untersuchungspflicht gilt unter anderem für Hausschweine, Wildschweine und Dachse. Jeder der rund 1.000 Jäger im Kreis Ahrweiler, der Wild abgibt, muss die Untersuchung belegen können. Die Veterinäre raten jedem Betrieb, der Wild verkauft, den Untersuchungsnachweis zu seinen Unterlagen zu nehmen.

Erreger der Krankheit Trichinellose ist ein Rundwurm mit dem Namen Trichinella spiralis. Allesfresser, Fleischfresser und der Mensch können nach dem Verzehr trichinösen Fleisches erkranken. Nach der Aufnahme des Parasiten wachsen im Darm des befallenen Wirtes Würmer heran. In Deutschland erkranken durchschnittlich 13 Menschen pro Jahr an Trichinellose, die in seltenen Fällen tödlich verlaufen kann.

Foto:
Proben im neuen Labor, das Beate Tüngler (vorne) leitet: Michael Sprenger (hinten v.l.), Dr. Christiane Theune, Dr. Bernd Schmitt und Dr. Jürgen Pföhler.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 10.12.2010

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