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Abfallwirtschaft, nachhaltige Energienutzung und Forstwirtschaft im Dreiklang

Der Kreis Ahrweiler errichtet die UmweltLern-Schule plus – Eröffnung im August – „Wir nehmen uns ein Vorbild an der Natur“

„Mein altes Handy hab´ ich weggeworfen, in die Restmülltonne. Ist doch eh’ nicht mehr zu gebrauchen, oder?“ „Wie entsteht aus Abfällen Energie?“ „Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es für Holz?“ – Solche Fragen zu Abfallwirtschaft, Wiederverwertung und Energienutzung werden im Kreis Ahrweiler demnächst an einem neuen Außerschulischen Lernort beantwortet:

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Kreis Ahrweiler (AWB) errichtet derzeit auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums „Auf dem Scheid“ in Niederzissen die „UmweltLern-Schule plus“. Im August öffnet sie die Türen.

 

Themenkombination landesweit einmalig

 

Die politischen Kreisgremien mit dem Werksausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs haben nach den Worten von Landrat Dr. Jürgen Pföhler den Weg für ein „außergewöhnliches und innovatives Projekt“ geebnet. Im nördlichen Rheinland-Pfalz sei es die erste Umweltlernschule. Die Themenkombination sei sogar landesweit einmalig. Pföhler spricht von einem „Themendreiklang, nämlich Abfallwirtschaft, nachhaltiger Energienutzung und Forstwirtschaft“.

 

Der AWB setzt jetzt einen Schwerpunkt seiner Öffentlichkeitsarbeit auf die Umweltbildung. Die Abfallberater Silvia Rehm und Lukas Fischer: „Wir möchten gezielt Kinder und Jugendliche ansprechen. Denn sie sind diejenigen, die eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Entwicklung haben.“ Jeder Bürger habe täglich mit Abfall zu tun und möchte ihn am liebsten schnell loswerden. Aber mit dem Auskippen der Mülltonne in das Sammelfahrzeug sei der Abfall noch längst nicht verschwunden. Wie geht es weiter? „Jetzt wird es erst richtig spannend“, kündigen die Abfallberater an.

 

Kindergärten, Schulen, Vereine angesprochen

 

Für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen seien eigene Angebote vorgesehen. Neben Schulklassen und Kindergartengruppen seien Vereine, Verbände und interessierte Erwachsene willkommen.

 

Rehm und Fischer weiter: „Die einzelnen Stationen sprechen die Sinne der Besucher erlebnisorientiert an und informieren, wie man selbst umweltgerecht handeln kann. Zur Vor- und Nachbereitung stellen wir Material zur Verfügung. Neben unseren pädagogischen Angeboten lassen sich die Räume der UmweltLern-Schule plus für Fortbildungen und Tagungen zum Themenbereich Umwelt nutzen.“

 

Ameisen betreiben eigene Kreislaufwirtschaft

 

Eine besondere Attraktion verraten die beiden schon jetzt: In einem gläsernen Formicarium wird eine Kolonie Blattschneiderameisen leben. Diese Tiere betreiben eine eigene Kreislaufwirtschaft und kompostieren die Abfälle, die sie nicht mehr benötigen, in einer eigenen Abfallkammer. Fischer: „Was das mit unserem Müll zu tun hat? Wir nehmen uns ein Vorbild an der Natur. Nichts ist nutzlos. Was die Ameisen nicht mehr brauchen, kann wertvoll für andere Organismen sein.“

 

AWB-Werkleiter Sascha Hurtenbach hebt das Architekturkonzept hervor: „Das Gebäude an sich ist bereits Lernobjekt. Für das innovative Holzbauprojekt werden zertifizierte Holzarten aus der Region wie Fichte, Douglasie und Eiche in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen und -techniken eingesetzt. Zusätzlich kommen verschiedene nachwachsende Dämmstoffe zum Einsatz. Das verbaute Holz kann am Ende seiner Lebensdauer wiederverwendet werden. Als letzte Nutzungsstufe kann das Holz der energetischen Verwertung zugeführt werden und damit Co2-neutral Wärme und Strom erzeugen.“

 

Eine weitere Besonderheit des Gebäudekonzepts: Die Schule wird als „Minimum-Impact-Haus“ konzipiert. Das bedeutet, dass die Summe aller Umwelteinflüsse, die durch das Gebäude verursacht werden, möglichst gering gehalten wird. Am Beginn steht die Auswahl der Baustoffe. Während des Betriebs lassen sich die Co2-Emissionen durch Energieeinsparung minimieren. Am Ende ist der umweltverträgliche Abbruch oder die Weiternutzung des Gebäudes an anderer Stelle geplant.

 

Die Europäische Union und das Land Rheinland-Pfalz erkennen den besonderen Charakter der UmweltLern-Schule plus an. Die EU fördert den Bau als innovatives Holzbauprojekt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE-Programm). Das Land bezuschusst die pädagogischen Konzepte.

 

Handys enthalten Gold

 

Und wie entsorgt man nun sein altes Handy richtig? Die Abfallberater geben die Antwort: „1.000 Tonnen alte Handys enthalten etwa 350 Kilogramm Gold und mehr als zehn weitere seltene Metalle. Diese Rohstoffe lassen sich nur zurückgewinnen, wenn die Mobiltelefone bei Elektroschrott-Sammelstellen oder über Rücknahmesysteme gesammelt werden. So wird aus dem alten Handy ein neues Smartphone.“ Kompliziert? Nein, kinderleicht.

 

Interessierte Gruppen, Lehrer und Erzieher erhalten weitere Informationen bei der AWB-Abfallberatung, Ruf 02642.975-222 und .975-444, E-Mail info@uls-plus.de, Internet www.uls-plus.de.

 

Fotos:

 

Eine Idee wird Wirklichkeit: Die politische Spitze des Kreises Ahrweiler und die Mitglieder des AWB-Werksausschusses präsentieren das Modell der UmweltLern-Schule plus …

 

… dessen Gebäude zurzeit im Abfallwirtschaftszentrum „Auf dem Scheid“ entsteht.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 03.06.2011

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