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Strukturwandel statt Strohfeuer

20 Jahre nach dem Bonn-Berlin-Beschluss: Die Ausgleichsprojekte im Kreis Ahrweiler entfalten Langzeitwirkung

Der Bonn-Berlin-Ausgleich markierte für den Kreis Ahrweiler den Startschuss für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Heute, 20 Jahre nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages, dass Parlament und Kernbereiche der Regierung von Bonn nach Berlin umziehen, stehen die Ausgleichsprojekte im AW-Kreis auf festen Füßen. Zu dieser Einschätzung kommt Landrat Dr. Jürgen Pföhler anlässlich des 20. Jahrestages des Bonn-Berlin-Beschlusses am 20. Juni 1991.

 

Pföhler: „Es war ein Kraftakt, bei dem viele Beteiligte aus Politik und Verwaltung beim Bund, den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie den drei kommunalen Partnern Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Ahrweiler intensiv zusammengearbeitet haben.“

 

Von den Ausgleichsmitteln des Bundes seien mehr als 120 Millionen Euro in den Kreis Ahrweiler geflossen, hinzu seien Komplementärmittel des Landes Rheinland-Pfalz gekommen. Landrat Pföhler, der zum jetzigen Anlass nochmals die großen Verdienste seines Vorgängers Joachim Weiler hervorhebt, nennt als wichtigste Projekte:

  • die Fachhochschule RheinAhrCampus in Remagen mit rund 95 Millionen Euro Bundesmitteln (seit dem FH-Start 1998 mehr als 25.000 Studierende),
  • das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck mit 14,3 Millionen Euro Bundesmitteln,
  • die Förderung von Gewerbegebieten in den Kommunen und das Schaffen von Rahmenbedingungen zur Ansiedlung von Technologieunternehmen mit 10 Millionen Euro Bundesmitteln,
  • das Pilotprojekt Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler mit über einer Million Euro vom Bund
  • sowie weitere Einzelmaßnahmen – vom Marketingkonzept bis zum Ausbau des Ahrtal-Radwegs zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

 Die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler habe die Chance genutzt, um über Landesgrenzen hinweg enger zusammenzurücken. Beispiele: die Durchbindung der Ahrtalbahn bis Bonn ohne Umsteigen in Remagen, die Nutzung des Tarifangebotes im Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit Vorteilen für die Fahrgäste oder die Bus-Freizeitlinie, die in den Sommermonaten vom Bonner Hauptbahnhof zu den touristischen Attraktionen im Kreis Ahrweiler fährt.

 

Das Arp-Museum etabliere sich immer mehr als Verlängerung der Bonner Museumsmeile und kulturelles Bindeglied; seit der Eröffnung im September 2007 verbuche das Museum 260.000 Besucher. Der Regionale Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr („rak“), der die planerischen Grundlagen für den Bonn-Berlin-Ausgleich gelegt habe, bleibe das Forum, in dem die Region auch künftig zusammenarbeite.

 

Die Ausgleichsprojekte hätten mit dazu beigetragen, den Strukturwandel positiv zu gestalten und Arbeitsplätze zu schaffen. Statistische Zahlen belegten dies. So sei die Bevölkerungszahl im Kreisgebiet in den Jahren nach dem Bonn/Berlin-Beschluss und insbesondere nach dem tatsächlichen Regierungsumzug 1999 überproportional von 118.000 auf 130.000 gestiegen. Die Zahl der Erwerbstätigen habe sich von 1991 bis 2009 um 20 Prozent auf mehr als 50.000 erhöht. Und die Arbeitslosenquoten hätten stets unter dem rheinland-pfälzischen und deutlich unter dem Bundesdurchschnitt gelegen.

 

Pföhler: „Der Bonn/Berlin-Ausgleich war kein Strohfeuer, das die Region einmal kurz gewärmt hat. Die Projekte sind so angelegt, dass sie der Region langfristig nutzen und ihre positiven Wirkungen auf Dauer entfalten.“

 

Wie geht es weiter? Das Profil der Region mit der Bundes- und UN-Stadt Bonn sei gesetzt. Dieses Profil gelte es auszubauen, um das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Zusammenwachsen zu vertiefen. Dies ist laut Pföhler „eine Daueraufgabe, um sich im härter werdenden Wettbewerb der Regionen zu behaupten. Unsere große Stärke war, dass die regionalen Partner immer zusammengehalten haben.“ Das müsse auch für die Zukunft gelten. Vom Gesetzgeber fordert der Ahrweiler Landrat Verlässlichkeit: „Die dauerhafte und faire Arbeitsteilung zwischen Bonn und Berlin muss sichergestellt bleiben.“

 


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.06.2011

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