BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Von Aremberg bis Rolandswerth: Historische Bauwerke für Besucher geöffnet

Tag des offenen Denkmals: Zehn Objekte im Kreis Ahrweiler – Schlösser, Burgen und Parks

„Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“. Unter diesem Motto steht der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September. Im Kreis Ahrweiler öffnen zehn Gebäude und Anlagen ihre Tore – Besucher sind herzlich willkommen. Die Kreisverwaltung nennt die einzelnen Objekte mit Öffnungszeiten und den Beschreibungen, die die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in Mainz zusammengestellt hat (www.gdke.rlp.de).

 

Zum Motto des Denkmaltags 2011 betont die Generaldirektion: „Das 19. Jahrhundert war eine politisch und gesellschaftlich von Umbrüchen geprägte Epoche. Auch die Kunst geht keinen einheitlichen Weg mehr, Revolutionskunst und Klassizismus, Romantik und Historismus bestimmen das Bild. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herrscht der Stilpluralismus vor: Bauwerke zitieren historische Motive von der Kunst der Antike bis zum Barock. Kurzum: das 19. Jahrhundert ist eine der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epoche der Bau- und Kunstgeschichte.“

 

Die Schauplätze im Kreis Ahrweiler:

 

Aremberg: Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus

Wohlproportionierter einschiffiger Bau von 1783 mit hervorragender Ausstattung des 18. Jahrhunderts; geöffnet von 9 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf 11 bis 16 Uhr. Von 10 bis 18 Uhr ist auch die Schutzengelkapelle von 1669 geöffnet.

 

Burgbrohl-Buchholz: Propstei

Bedeutende romanische Ruine der ehemaligen Kirche des 12. Jh., in der Neujahrsnacht 1951/52 abgebrannt; erhalten ein Joch des Mittelschiffs, das Querhaus mit verkürzten Armen und das Chorjoch mit dem Unterbau der Chorflankentürme, barocke Fassade von 1683. 10 bis 17 Uhr, Führungen nach Bedarf, Diavortrag zur Geschichte der Propstei, Ausstellung der ortsansässigen Künstlerin Simone Lubberich, Kaffee und Kuchen.

 

Schloss Vettelhoven

Julius Peter von Bemberg-Flamersheim, von Kaiser Wilhelm II. in das Preußische Herrenhaus berufen, stattete seine Tochter anlässlich ihrer Hochzeit im Jahre 1887 mit einer großzügigen Mitgift aus: Anna Charlotte erhielt den von einer weitläufigen Parkanlage mit Teich und Bach umgebenen schlossartigen Bau zum Geschenk. Der sandsteingegliederte Backsteinbau mit großem Turm, Risalit mit Volutengiebel, oktogonalem Standerker und Wintergarten, alles in prächtigen Neurenaissanceformen, konnte 1890 vollendet werden; dazu gehören ein Gutshaus aus dem ausgehenden 19. Jh. und mehrere Wirtschaftsgebäude. Grafschaft-Vettelhoven, Schloss Vettelhoven, Escher Straße 18, 14 bis 18 Uhr, Führung 15 Uhr.

 

Hain: Burg Olbrück

Inmitteln des Vulkanparks Brohltal/Laacher See gelegen. Um 1050 durch den Grafen von Wied gegründet, 1689 zerstört, 1998 – 2001 Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten; weithin sichtbarer zinnenbewehrter Bergfried, Mitte 14. Jh., die Mauern des Palas im Keller spätromanisch, darüber 17. Jh., außerhalb des inneren Berings Wohn- und Küchengebäude, Haupttor, unterer Torbau 1875. 10 bis 18 Uhr. Führung 14 Uhr, Förderverein Burg Olbrück stellt sich vor.

 

Oberwinter: St. Laurentiuskirche

An den spätgotischen Chor wurde in den Jahren 1865/66 das neugotische Langhaus mit Turm nach Plänen des Kölner Baumeisters Vincenz Statz, der u. a. die Entwürfe für das Sinziger Schloss fertigte (s. dort). Remagen-Oberwinter: Katholische St. Laurentiuskirche, Laurentiusstraße 3, 13 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf, 18 Uhr geistlicher Impuls in der Kirche, Orgelmusik, Ausschank von Benefizwein Edition St. Laurentius (der Erlös kommt der Renovierung zugute).

 

Remagen: Historische Stadtführung

Auf einem stadthistorischen Spaziergang werden verschiedene Baudenkmäler des 19. Jh. vorgestellt: technische Bauten wie das 1860 errichtete Empfangsgebäude des Bahnhofs, ein villenartiger spätklassizistischer Putzbau, Sakralbauten wie die ev. Friedenskirche, ein neugotischer Backsteinbau mit zierlichem Westturm von 1871, oder der Platz der ehem. Synagoge sowie Hotelbauten in der Innenstadt und an der Rheinpromenade. 14 Uhr, Treffpunkt: Drususplatz.

 

Remagen: St. Apollinaris-Kirche

Die 1839-43 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst-Friedrich Zwirner errichtete Wallfahrtskirche auf dem Apollinarisberg, ein neugotischer Zentralbau über griechischem Kreuz mit vier Türmen, ist ein Hauptwerk des romantischen Historismus. Gleiches gilt für die spätnazarenischen Wandmalereien, die nach einem einheitlichen ikonographischen Programm von Andreas und Karl Müller, Ernst Deger und Franz Ittenbach 1843-45 ausgeführt wurden; sie gelten als ein Hauptwerk romantischer Malerei. In der neuromanischen Krypta, einer dreischiffigen Halle über schlanken Säulen, das Hochgrab des hl. Apollinaris, Mitte 14. Jh. – 9 bis 17 Uhr (10.30 Uhr Gottesdienst), 12 Uhr geistliche Führung, 14 Uhr kunstgeschichtliche Führung, 14 Uhr Führung zu Technik und Architektur, 17 Uhr Vesper, Literaturstand, Kaffee und Kuchen. Von 12 bis 17 Uhr ist auch der Garten geöffnet.

 

Sinzig: Zehnthof mit Park

Anfang des 19. Jh. erwarb der Gerichtsschreiber Broicher die um einen malerischen Innenhof gruppierte stattliche Hofanlage mit Torhaus, barockem Wohnhaus von 1697 und ehem. Stall- und Wirtschaftsgebäuden. Um die Jahrhundertmitte ist der Zehnthof im Besitz des Sohnes, dem Wirkl. Geheimrat, Appellationsrat und Konsyndikus Dr. Karl Anton Broicher. Er beauftragte Peter Josef Lenné, damals Generaldirektor der kgl. Gärten in Preußen, mit der Umgestaltung der barocken Gartenanlage mit Doppelpergola, Lauben, Halbtürmen und „Marley“-Garten; im Park auch eine Orangerie, die heute als Galerie dient. Der Enkel Fritz Broicher ließ 1872 den Kernbau um eine neugotische Villa und einen Festsaal erweitern. 10 bis 17 Uhr (Innenhof), Zehnthofstraße 2, Führungen 11 und 15 Uhr.

 

Schloss Sinzig

Auf den Grundmauern der einstigen Wasserburg der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg, die im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde, ließ ein kölnischer Kaufmann eine schlossartige Sommervilla inmitten einer Parkanlage für sich erbauen. Der Park wurde um 1840 von Josef August Lenné angelegt, die Pläne für den imposanten, 1854-58 errichteten neugotischen Schieferbruchsteinbau stammen von Vincenz Statz. Heute beherbergt das Gebäude das Heimatmuseum der Stadt Sinzig, für Schlosskonzerte bildet die Villa einen stilvollen Rahmen. Barbarossastraße 35, 11 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Ausstellung: „Heiß gebrannt und unverwüstlich – 140 Jahre Fliesen aus Sinzig“.

 

Rolandswerth: Rolandsbogen, Burg Rolandseck

Alexander von Humboldt beschrieb die Aussicht vom Rolandsbogen auf den Rhein als „einen der sieben schönsten Ausblicke der Welt“. Der Bogen, einziger Überrest der schon 1475 zerstörten Burg des 12. Jh., stürzte 1839 ein. Dank eines Spendenaufrufs des romantischen Dichters Ferdinand Freiligrath konnte der Rolandsbogen noch im selben Jahr nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner rekonstruiert werden. Der Gastronomiebetrieb wird heute von der Gründerfamilie in der fünften Generation geführt. 10 bis 18 Uhr, Führungen 11, 13, 15 und 17 Uhr. Vorträge zur Geschichte von Burg und Rolandsbogen während der Führungen, Ausstellung zu den Themen Bauforschung, Sanierung des Rolandsbogens, Rheinromantik, Geschichte der Gastronomie, Malwettbewerb Rolandsbogen für die Kinder, gastronomisches Angebot.

 


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 26.08.2011

<< zurück