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Kreisstraßen und Internetautobahnen

Rundreise: Landrat Pföhler besuchte die Verbandsgemeinde Altenahr – Weichenstellung in Kindertagesstätten – Ahrsteig-Eröffnung im Oktober – Förderprogramme abgreifen

Der Tourismus als wichtigstes Standbein der Wirtschaft, die Förderung des Ländlichen Raums mit der Dorferneuerung als Chance für die Zukunft, das „Modellprojekt Ahrbrück“ zwischen Kindergarten und Grundschule als Vorbild für andere Kommunen im Kreis Ahrweiler. Das sind drei Schlaglichter einer eintägigen Rundreise, die Landrat Dr. Jürgen Pföhler durch die Verbandsgemeinde (VG) Altenahr führte.

 

Auf dem gemeinsamen Programm mit Bürgermeister Achim Haag standen zehn Stationen zwischen Dernau und Kirchsahr. Zum Abschluss gab es in Altenahr im Hotel & Restaurant „Zur Post“ – das Haus feiert dieses Jahr sein Doppeljubiläum 150 Jahre Restaurant und 125 Jahre Hotel – einen Gedankenaustausch mit den Spitzen des VG-Rates, Ortsbürgermeistern und Ortsvorstehern. Bei diesem Gespräch in der, so der Landrat, „kommunalen Familie“ skizzierte dieser seine Eindrücke von der VG Altenahr.

 

„Die Stärken weiter stärken“

 

„Den Blick auf unsere Orte lenken.“ So lautet sein Ansinnen. Denn: „Die Entwicklung der Kommunen liegt mir sehr am Herzen, weil der Kreis Ahrweiler nur dann zukunftsfähig ist, wenn auch die Kommunen fortschrittliche Ideen entwickeln.“ Vor allem wegen der angespannten Haushaltslagen gelte es, „die vorhandenen Stärken weiter zu stärken“.

 

Neben erfolgreichen mittelständischen Unternehmen – der Landrat besuchte unter anderem den Zahnimplantate-Hersteller Medical Medentis und den Edeka-Markt Ley in Dernau, die Autohäuser Mönch und Schmitz in Altenahr, das Jungunternehmen Elektrotechnik Jürgen Berzen, Dachdeckerin Claudia Evertz in Ahrbrück sowie die Pumpenfabrik Emmerich in Liers – punkte die VG an der Mittelahr vor allem mit dem Tourismus.

 

Die Weinorte an der Ahr mit Spitzenwinzern seien das traditionelle Aushängeschild. Das Sahrbach-, das Lieser und das Kesselinger Tal besäßen enormes Potenzial. Schritte nach vorne seien die Kooperation mit dem Ahrtal-Tourismus, der Lückenschluss des Ahrradweges zwischen Laach und Altenahr (mit Geld des Bundes derzeit im Bau, Fertigstellung voraussichtlich Ende 2013) sowie der neue Wanderweg „Ahrsteig“, dessen Eröffnung für Oktober geplant sei. „Das sind die besten Aussichten für einen weiterhin erfolgreichen Tourismus an der Ahr, von dem auch Hotellerie und Gastronomie profitieren könnten“, sagte Pföhler.

 

Unverzichtbar im Ländlichen Raum sei die Verkehrsinfrastruktur. Hier seien in der VG in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt worden. Beispielsweise die Ortsumgehungen Hönningen und Altenahr mit dem Durchbruch des Lingenberg-Tunnels. Der Kreis Ahrweiler habe seit 2000 für 19 Baumaßnahmen an Kreisstraßen in der VG 3,8 Millionen Euro bereitgestellt. 16 Projekte seien ausgeführt. Für 2012 seien der Ausbau der K 31 und 33 in Berg sowie die Sanierung der Stützwand an der K 35 bei Dernau geplant. Dafür sehe der Kreishaushalt 820.000 Euro für 2012 und weitere 600.000 Euro für 2013 vor. Pföhler: „Mehr als die Hälfte des Kreis-Straßenbudgets entfallen in diesem Jahr auf die VG Altenahr.“

 

„In Kalenborn der große Schlag gelungen“

 

Von den Straßen zur Internet-Autobahn, also der Breitband-Versorgung. Der Landrat: „In Kalenborn ist uns der große Schlag gelungen. Das neue Hochgeschwindigkeitsnetz der Firma Inexio ermöglicht der Ortsgemeinde den Aufstieg zu einer der schnellsten Internet-Kommunen im Kreisgebiet.“ Mittelfristig setze die VG mit dem Wasserversorgungs-Zweckverband Eifel-Ahr einen Meilenstein: Der Internetanschluss soll durch die Wasserleitung kommen.

 

Mit Blick auf den demographischen Wandel und einem zu erwartenden Bevölkerungsrückgang gelte es, die Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsbedingungen für die Menschen in den Dörfern attraktiv zu gestalten, besonders für junge Familien. Deshalb unterstütze der Kreis die Vereine und Dörfer mit eigenen Förderprogrammen. Seit 2001 seien 60.000 Euro an Vereine und Ehrenamtliche für 63 Projekte in der VG Altenahr geflossen. Beispiele: der Naturerlebnisweg in und um Lind, der Rundwanderweg in Kalenborn und die Gedenkstätte als Erinnerung an die Hexenverfolgung in Pützfeld. Weitere Förderzusagen hätten die Steinbeißer Altenburg erhalten (Innenrenovierung der St. Maternus-Kapelle) und der Verkehrsverein Dernau (Umbau von Räumen der Weinmanufaktur). Der „Freundeskreis Sahrbachtal“ werde für den neuen Rundwanderweg mit dem Sonderpreis Ländlicher Raum ausgezeichnet. Der Landrat ermunterte die Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher, sich in den Dörfern mit den Bürgern zu engagieren und die Zuschüsse abzugreifen. In der Kreisverwaltung sei eine neue Abteilung „Förderungen“ installiert worden.

 

Die Ortsgemeinden Hönningen, Kesseling und Lind (2002 bis 2004) sowie Altenahr und Dernau (2008 und 2010) seien als Investitionsschwerpunkte der rheinland-pfälzischen Dorferneuerung anerkannt. Dies sei mit Förderzusagen für sechs Jahre verbunden.

 

Bei den Kindertagesstätten werde die Versorgung für Kinder unter drei Jahren forciert. Derzeit stellten die VG und der Kreis die Weichen für die Betreuung von Einjährigen ab August 2013, worauf ein Rechtsanspruch bestehe. Das „Modellprojekt Ahrbrück“ habe Vorbildcharakter für den gesamten Kreis; dieses Projekt unterstütze bei Bedarf die Übergänge vom Kindergarten in die Grundschule vor allem mit Sprachförderung.

 

Die Grundschule Ahrbrück sei Vorreiter bei der Ausweitung der Nachmittagsbetreuung. Die Umwandlung der Regionalen Schule in eine Realschule plus biete den Schülern die Möglichkeit, unterschiedliche Abschlüsse zu erreichen. Der AW-Kreis habe diese Umbaumaßnahmen mit 300.000 Euro unterstützt.

 

Foto:

Kommunale Familie: Achim Haag (l.) und Dr. Jürgen Pföhler (vorne, 3.v.l.) im Kreis der kommunalpolitisch Verantwortlichen in der Verbandsgemeinde Altenahr.

 


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.05.2012

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