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Schüler stellen eigene Firma auf die Beine

Realschule plus Remagen bietet Schulkiosk - Abteilungen für Ein- und Verkauf, Finanzen, Werbung - Anja Niedbal und Reinhard Motz erarbeiten Unterrichtsmodul

Apfelsaft, Mineralwasser und frische Brötchen vom Bäcker, angeboten von Schülern für Schüler: An der Realschule plus Remagen ist ein Schulkiosk in Betrieb, eine Schülerfirma. Zwei ehemalige Firmenchefs haben über die Initiative „Senior Experten Kreis Ahrweiler“ (SEK AW) geholfen, das Projekt ans Laufen zu bringen.

 

„Unsere Senior-Experten haben bislang 43 Existenzgründer betreut und somit geholfen, neue Firmen aus der Taufe zu heben“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei einem Treffen an der Remagener Realschule mit Bürgermeister Herbert Georgi, Schulleiter Werner Surges, der betreuenden Lehrerin Anja Niedbal sowie den beiden SEK-Experten Johannes Siemes und Reinhard Motz. Eine Schülerfirma sei jedoch neu im Repertoire.

 

Für das jetzige Treffen gab es zwei Anlässe: Der erste Jahresabschluss der Schülerfirma liegt vor und weist vielversprechende Zahlen aus. Außerdem wird ein neues Lehrmodul in den Unterricht eingebaut. Titel: Soziale Kompetenzen im Unternehmertum. Gemeinsam mit Lehrerin Niedbal will Motz das Schulkiosk-Konzept erweitern und entsprechende Unterrichtseinheiten erarbeiten.

 

Bei den SEK AW handelt es sich um frühere Firmenchefs und Führungskräfte, die Existenzgründer beraten. Die Kontakte kommen über die Wirtschaftsförderer der Kreisverwaltung zustande. Die Schülerfirma in Remagen betreffend: Siemes hat früher als Partner des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KMPG gearbeitet. Motz ist ehemaliger Marketingleiter der AOK Ahrweiler.

 

Wie kam es zur Gründung der Schülerfirma „Schülerservice - Von Schülern für Schüler“ im November 2010 in Remagen? Sozialkundelehrerin Niedbal sagte: „Angesichts der Komplexität unserer heutigen Wirtschafts- und Finanzwelt spielt es eine immer größere Rolle, dass Jugendliche frühzeitig Kenntnisse in ökonomischer Bildung erwerben und praktische Erfahrungen im Umgang mit den realen Wirtschaftsabläufen erhalten.“ Die pädagogische Leitidee der Schülerfirma sei es, den Schülerinnen und Schülern Kompetenzen und Verantwortung zu vermitteln, von denen sie über die Schulzeit hinaus profitieren können.

 

Neben personellen, fachlichen und sozialen Schlüsselqualifikationen solle eine Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft geschaffen werden. Die Schüler lernten unter anderem, Geschäftsideen zu entwickeln, ein Unternehmen mit seinen Abteilungen und Funktionen zu organisieren, Stammkapital einzubringen, Kosten zu planen und Preise zu kalkulieren, so Niedbal.

Schulleiter Surges betonte: „Die Schülerinnen und Schüler erleben an praktischen Beispielen das reale Wirtschaftsleben und werden somit auf das spätere Berufsleben in einem Unternehmen vorbereitet. Die Schule bietet ihnen den rechtlichen Schutzraum für das Projekt.“

 

Die Organisationsstruktur: Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Schülerschaft, Eltern und den Senior Experten nahmen an der Gründungsveranstaltung teil und wurden durch den Erwerb von Anteilszertifikaten zu Gesellschaftern. Lehrerin Niedbal hat die Geschäftsführung übernommen. Die Schüler leiten und besetzen verschiedene Abteilungen, etwa für Einkauf und Verkauf, Vermietung von Schließfächern, Finanzen, Personal und Werbung.

 

Beispiel: Die Einkaufsabteilung regelt den Einkauf, vergleicht dabei die Angebote verschiedener Läden und bestimmt die täglichen Bestellmengen - mal werden mehr, mal weniger Brötchen benötigt, wegen Klassenfahrten etwa. Verkauft wird täglich. In der ersten und zweiten Pause bietet der Kiosk frische Bäckerwaren und Getränke an. Am Ende jeder zweiten Pause erstellt das Verkaufsteam eine Abrechnung und legt sie der Schulsekretärin zur Prüfung vor.

 

Neben dem Schulkiosk kümmert sich die Schülerfirma um die Vermietung der Schließfächer. Diese stehen für die Jugendlichen kostengünstig bereit. Mehr als 100 Schüler nutzen bereits einen Spind.

  

Foto:

Schülerinnen und Schüler als Verkäufer und Kunden, Vertreter aus Wirtschaft und Politik als Wegbereiter der Schülerfirma in Remagen: Johannes Siemes, Reinhard Motz (v.l.), Herbert Georgi und Dr. Jürgen Pföhler (r.) besuchten einen Betrieb der besonderen Art.

 


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 22.06.2012

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