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Ahr-Renaturierung: Dritter Bauabschnitt in Bad Neuenahr-Ahrweiler beginnt

Umgestaltung zwischen Ahrtorbrücke und Calvarienberg - Arbeiten laufen bis Ende Juli

Die Renaturierung der Ahr nimmt ihre nächste Etappe. Zwischen der Ahrtorbrücke und dem Wehr Calvarienberg werden im Stadtteil Ahrweiler Sohlabstürze in naturnaher Bauweise umgestaltet. Es handelt sich um den dritten und letzten Bauabschnitt im Stadtgebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bereits 2010 wurde die Ahr zwischen der Maria-Hilf-Brücke am Kurpark und der St. Pius-Brücke renaturiert, ein Jahr später folgte der Abschnitt flussaufwärts bis zur Ahrtorbrücke.

 

Anstelle der teilweise unüberwindbaren, noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Sohlabstürze entstehen naturnahe, durchlässige Blocksteinrampen mit flachem Gefälle. Basaltblöcke, die bis zu 1,50 Meter tief in den Boden der Ahr eingegraben werden, sollen die Gewässersohle stabilisieren. Nach Abschluss der derzeitigen Arbeiten werden insgesamt 50 Sohlabstürze in Bad Neuenahr-Ahrweiler beseitigt sein. Die Gewässerarbeiten laufen bis Ende Juli.

 

Das Ziel: Die Ahr soll frei fließen, damit alle Wanderfische wieder ungehindert zu ihren Laichplätzen im Oberlauf und in den Nebengewässern gelangen können. Die dort ständig lebenden Fische – beispielsweise Lachs, Bachneunauge, Forelle, Äsche oder Groppe – und Kleintiere - wie Krebse, Insektenlarven und Kleine Flussmuschel – gelten als wichtig für die ökologische Artenvielfalt und profitieren von der neuen ökologischen Durchgängigkeit der Ahr.

 

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts dehnten sich die Siedlungen an der Ahr aus und führten zur Einengung des Flussbetts. Das Gewässer wurde im Unterlauf begradigt und in einem Trapezprofil ausgebaut. Dieses Profil mit seitlichen Böschungen dient bis heute dem Hochwasserschutz und bleibt weiterhin bestehen. Mit dem Ausbau und der Begradigung wurden damals kleine, treppenartige Abstürze in regelmäßigen Abständen errichtet, die verhindern sollen, dass sich der Fluss an seiner Sohle eintieft.

Die Ahr-Renaturierung ist eines der zentralen Projekte der Gewässerpflege im Kreis Ahrweiler. Bei dem seit den 1990er Jahren laufenden Großprojekt, das sich über den gesamten Flussverlauf erstreckt, wurden mittlerweile 48 Wehre und weitere Querbauwerke umgestaltet.

 

Die Regionalstelle Wasserwirtschaft Koblenz der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord führt die Maßnahme gemeinsam mit der Kreisverwaltung Ahrweiler durch.

 

FOTO:
Die Bauarbeiten an der Ahr schaffen freie Bahn für Lachs und Forelle.

 


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.07.2012

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