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Tatort „Wilde Müllkippe“: Strafbar, gefährlich und teuer

Müllsünder kosten jährlich 54.000 Euro - Kreisbürger bezahlen

Gefahr für Mensch und Umwelt und mehrere Tausend Euro Entsorgungskosten - das ist die typische Bilanz einer wilden Müllkippe. In einem aktuellen Fall wurden auch so genannte „gefährliche Abfälle“, wie künstliche Mineralfaserwolle und Elektroschrott, in der Landschaft entsorgt. Damit handelt es sich um eine Straftat. Ärgerlich: Der „Tatort“ befindet sich nur wenige Kilometer entfernt vom Abfallwirtschaftszentrum „Auf dem Scheid“ bei Niederzissen, wo die Abfälle ordnungsgemäß hätten entsorgt werden können. Bereits vor wenigen Wochen wurde an gleicher Stelle Müll abgeladen, der aufwendig beseitigt werden musste.

 

Sascha Hurtenbach, Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Kreis Ahrweiler (AWB), erläutert: „Im vergangenen Jahr mussten im Kreis Ahrweiler insgesamt 187 Tonnen illegaler Abfälle von öffentlichen Flächen entsorgt werden. Das entspricht sieben voll beladenen Sattelschleppern.“ Hinzu kämen Mengen, die nicht in der Statistik erfasst seien. Nämlich jener Abfall, der auf Park- und Rastplätzen neben den Abfallbehältern abgeladen werde und bei der Behälterleerung mit entsorgt werde. Außerdem Müll auf privaten Grundstücken; in diesen Fällen habe der Grundstückeigentümer die Kosten selbst zu tragen.

 

„Allein die Entsorgung von illegal abgelagerten Abfällen hat 2011 mehr als 54.000 Euro gekostet - aufzubringen von der Allgemeinheit. Darin sind die Kosten für das Einsammeln der Abfälle noch nicht enthalten. Besonders ärgerlich: Einige wenige Personen nutzen die Natur als verschwiegene Müllkippe - und die Allgemeinheit bezahlt“, erklärt Hurtenbach.

 

Der AWB macht deutlich: Illegale Ablagerungen sind kein Kavaliersdelikt. Die Verursacher müssen neben den Entsorgungskosten mit empfindlichen Bußgeldern rechnen - je nach Fall bis zu mehreren hundert Euro. Mit dem Inkrafttreten des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes am 1. Juni 2012 kann bei schweren Verstößen sogar ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro verhängt werden. Gehen von den Abfällen Gefahren für Mensch und Umwelt aus, werden zudem Strafverfahren eingeleitet.

 

Besonders unverständlich: Für viele Abfälle bestehen kostenfreie Sammelsysteme. Auch das Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) „Auf dem Scheid“ in Niederzissen und die Umladestation Leimbach nehmen verschiedene Abfälle kostenlos an. Denn die Abfallgebühr enthält unter anderem bereits das Abholen von Sperrmüll und Elektroschrott auf Anforderung oder alternativ die Anlieferung am AWZ und der Umladestation Leimbach. Zur kostenlosen Anlieferung von Sperrmüll muss der grüne Wertscheck aus dem Abfallratgeber mitgebracht werden.

 

Grünschnitt wird dreimal im Jahr zu festen Terminen eingesammelt. Privathaushalte können ihren Grünabfall auf den Abfallanlagen ebenfalls kostenfrei selbst anliefern. Für Problemabfälle aus privaten Haushalten (etwa Farben, Lacke, Medikamente und Altöl) bestehen ebenfalls kostenlose Abgabemöglichkeiten: Zweimal im Jahr fährt das „Schadstoffmobil“ durch den Kreis. Am AWZ in Niederzissen können Schadstoffe ganzjährig abgegeben werden.

 

Infos zu allen Abgabemöglichkeiten sowie der Abholung von Sperrmüll und Elektroschrott finden sich im Abfallratgeber (Seiten 17 bis 25). Weitere Auskünfte gibt es im Internet unter www.awb-ahrweiler.de sowie bei der Abfallberatung des AWB, Ruf 02641.975-222 und .975-444.

 

Foto:

Für die illegalen Müllablagerungen in der Nähe des Abfallwirtschaftszentrums "Auf dem Scheid" droht dem Verursacher ein Bußgeld.

 


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.07.2012

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