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10 Millionen Euro für Naturschutz-Großprojekt in VG Adenau

Obere Ahr-Hocheifel: Die Planung steht, die Umsetzung beginnt - Für Ökologie, Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus

Die weitere Finanzierung beim Naturschutz-Großprojekt Obere Ahr-Hocheifel (OAH) steht. Jetzt geht es an die konkreten Einzelmaßnahmen.

 

Landrat Dr. Jürgen Pföhler: „Wir haben einen umfangreichen Prüfungs- und Abstimmungsprozess auf die Beine gestellt. Die Umweltministerien von Bund und Land haben dies anerkannt. Jetzt können wir loslegen.“ Es handele sich um das größte Naturschutzprojekt des Kreises Ahrweiler. Als anerkanntes Bundesprojekt stehe die Obere Ahr-Hocheifel sogar auf Augenhöhe mit klangvollen Namen wie der Lüneburger Heide, dem Spreewald oder dem Odertal, erklärte Pföhler.

 

Nachdem die Planungsphase abgeschlossen worden war und die Kreisverwaltung Ahrweiler den Förderantrag für die Umsetzungsphase an das Land Rheinland-Pfalz und den Bund auf den Weg gebracht hatte, liegt jetzt das O.k. aus Bonn und Mainz auf dem Tisch. Damit sind die weiteren Finanzhilfen für das insgesamt 10 Millionen Euro umfassende Naturschutzvorhaben in der Verbandsgemeinde (VG) Adenau zugesagt. Die „nicht rückzahlbare Zuweisung“, wie es im Schreiben des Mainzer Umweltministeriums heißt, ist bewilligt. Projektende ist im Jahr 2021. Der Bund (68 Prozent) und das Land (22 Prozent) übernehmen den Großteil der Kosten. Für den Kreis Ahrweiler verbleiben zehn Prozent, sprich rund 1 Million Euro.

 

Das entsprechende Förderprogramm „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ soll, wie es dort heißt, „zum dauerhaften Erhalt von Naturlandschaften sowie zur Sicherung und Entwicklung von Kulturlandschaften mit herausragenden Lebensräumen zu schützender Tier- und Pflanzenarten beitragen“.

 

Das Projektgebiet entspricht der Fläche der VG Adenau. Die Maßnahmen sollen im etwa 3.300 Hektar großen Kerngebiet des Projektes erfolgen, das vor allem in den Auenbereichen liegt und knapp 13 Prozent des Gesamtgebiets ausmacht. Das Ziel: Die Oberahr und sämtliche Zuflüsse sollen geschützt und in ihrer natürlichen Entwicklung nachhaltig gesichert werden. Weitere Vorteile neben der Ökologie liegen beim Hochwasserschutz, der Landwirtschaft und im Tourismus.

 

Es wird also konkret. Projektleiter Dr. Jochen Mölle nennt Beispiele. „Wir wollen, dass sich die Bäche, dort wo es möglich ist, wieder in Eigendynamik entwickeln und frei fließen können. In den Bachauen wollen wir beispielsweise die Monokulturen von Fichtenbeständen entfernen, die brachgefallenen Flächen wiederherstellen und ganze Täler wieder für die Grünlandnutzung öffnen.“ In den naturnahen Gewässern und Auen sollen sich die Bestände von Eisvogel, Wasseramsel, Schwarzstorch und anderen Vogelarten sowie Fische, Amphibien und Insekten erholen und ausweiten. Alle Maßnahmen wurden im Pflege- und Entwicklungsplan festgeschrieben und werden mit den Eigentümern der Flächen abgestimmt, so Mölle.

 

Den Abschluss der Planungsphase, die Finanzzusage aus Bonn und Mainz sowie den jetzigen Start der Umsetzungsphase beschreibt Mölle so: „Unsere Arbeit im stillen Kämmerlein trägt Früchte. Jetzt freuen wir uns auf bald sichtbare Ergebnisse an der oberen Ahr und ihren Seitentälern.

 

Der umfangreiche Beteiligungsprozess während der Planungsphase wird auch in der Umsetzungsphase fortgeführt. Erneut sind Gespräche mit Ortsbürgermeistern, Infoveranstaltungen sowie Sprechtage im Rathaus der VG Adenau geplant. Auch Grundstücksbesitzer, Landwirte, Förster, Fischer, Ratsmitglieder, Verbände, Behörden und interessierte Bürger werden wieder eingebunden.

 

Infos im Internet: www.kreis-ahrweiler.de, „Bürgerservice“, „Obere Ahr-Hocheifel“. Oder direkt unter www.obere-ahr-hocheifel.de.

 

Foto: In den Fluss- und Bachauen soll sich die Natur erholen und entwickeln: Wiesenflockenblumen an der oberen Ahr

 


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.08.2012

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