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AW-Kreis bewirbt sich für regionale Energieagentur

Bericht zur Energiewende vorgelegt - Nutzung von Windkraft forcieren

Der Kreis Ahrweiler will sich für den Sitz einer regionalen Energieagentur bewerben. Einen entsprechenden Vorschlag von Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat der Kreis- und Umweltausschuss jetzt begrüßt. Zugleich nahm das politische Gremium den aktuellen Sachstandsbericht zum Thema "100 Prozent Erneuerbare Energien Region" zustimmend zur Kenntnis.

Die Bewerbung um den Sitz der Energieagentur beim Land Rheinland-Pfalz ist bereits in die Wege geleitet. Pföhler hat sich an die Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, Eveline Lemke, gewandt. "Eine solche regionale Energieagentur würde unseren Bemühungen zur Energiewende eine erhebliche Schubkraft verleihen", schreibt Pföhler an die Ministerin. Zugleich sei es ein wichtiges strukturpolitisches Signal, wenn erstmals seit Jahren wieder eine Landesinstitution im Kreis Ahrweiler vertreten wäre.

Energieagenturen haben die Aufgabe, Unternehmen und Kommunen unabhängig zu beraten und zu unterstützen, und zwar bei der Nutzung erneuerbarer Energien, der Energieeinsparung und der Erschließung von Effizienzmaßnahmen. Ab 2013 sollen landesweit zehn regionale Energieagenturen auch die Erstberatung von Bürgern übernehmen.

Rund ein Jahr nach dem Grundsatzbeschluss des Kreistags, wonach der Strombedarf im AW-Kreis bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden soll, hat die Kreisverwaltung ihren Sachstandsbericht vorgelegt. Das 15-seitige Papier "Die Energiewende im Kreis Ahrweiler" nennt den aktuellen Status und listet rund 20 Einzelmaßnahmen auf.

Einige Beispiele:

  • Das Solarstromprojekt mit Photovoltaikanlagen auf zehn Dächern der kreiseigenen Gebäude (Schulen und Kreisverwaltung) produzieren jährlich 600.000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie, womit sich 170 Privathaushalte versorgen ließen. Bis Ende 2011 nahm der Kreis 2,1 Millionen Euro Einspeisevergütung ein. - Das Solardachkataster des Kreises und der Sparkassenstiftung Zukunft Kreis Ahrweiler ist ab 30. August im Internet verfügbar. Dort können sich alle Eigentümer kostenlos über die Eignung ihrer Dächer für Photovoltaik informieren.

  • In der Kreisverwaltung wurde ein "Kompetenzcenter 100 Prozent Erneuerbare Energie-Region" eingerichtet, die den entsprechenden Umsetzungsprozess steuern soll. Wichtigste Aufgabe: die Nutzung der Windkraft forcieren. Firmen, Bürger, Kommunen und Fachbehörden finden hier einen zentralen Ansprechpartner.

  • Der Kreis hat die Stromlieferverträge für seine Gebäude umgestellt und bezieht ausschließlich Ökostrom. Ein "Regionallos Kreis Ahrweiler" eröffnet gezielt auch regionalen Anbietern, beispielsweise den Ahrtalwerken, Chancen im Vergabeverfahren.

  • Die Berufsbildende Schule - als Beispiel aus dem Schulbau - wird energetisch saniert. Von 2013 bis 2015 baut der Kreis in die mehr als 30 Jahre alten Gebäude eine neue Heizanlage und wärmedämmende Fenster ein.

  • Zur weiteren Nutzung von Windenergie hat der Kreis beim Land beantragt, die Landschaftsschutzverordnung "Rhein-Ahr-Eifel" zu ändern. Windkraftanlagen sollen nicht mehr von den Verbotstatbeständen erfasst werden.

    Außerdem sollen

  • Vorrangflächen für die Windenergienutzung ausgewiesen werden.

  • Das kreiseigene Förderprogramm Ländlicher Raum wurde mit dem Punkt "Erneuerbare Energien" erweitert, wie es im Sachstandsbericht zur Energiewende heißt.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 27.08.2012

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