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Reiz der regionalen Vielfalt

Das Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2013 ist erschienen - Gegenwart und Geschichte kompakt - Junge Bands erobern die Bühnen

Natur und Landschaft, Geschichte, Architektur und Musik, Hungerjahre in Ahrweiler, Brandschutz in Brohl und Karneval in Westum. Das Buch, das Städte, Dörfer und Menschen im Kreis Ahrweiler in ihrer regionalen Vielfalt alljährlich neu beleuchtet, ist druckfrisch erschienen: das Heimatjahrbuch 2013. Es umfasst 280 Seiten und kostet - im festen Einband und wie in den Vorjahren - 5,80 Euro.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler sprach bei der Vorstellung des Standardwerks der heimatkundlichen Literatur von einem Jubiläum. Bei der neuen Ausgabe handele es sich um den 70. Band der seit 1926 mit zeitbedingten Unterbrechungen erscheinenden Reihe (1926 bis 1928, 1936 bis 1941, seit 1953 ununterbrochen). Diese Bilanz sei nur möglich durch die ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren aller Altersstufen, unterstrich Pföhler und erwähnte zugleich die langjährige Zusammenarbeit mit dem Weiss-Druck + Verlag.

Diesmal haben 80 Frauen und Männer 82 Beiträge verfasst. Einige Schlaglichter: Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck blickt auf fünf Jahre mit Ausstellungen, Konzerten und Lesungen zurück. Junge Musikbands erobern die Bühnen im AW-Kreis. Seit 25 Jahren präsentiert sich die Kreissparkasse mit ihrer Jugendstiftung als Partner der Jugend.

Andere Artikel befassen sich mit Erdgeschichte, etwa dem Vulkanismus im Brohltal, der Energiewende oder dem Internetanschluss durch die Wasserleitung. Römische Funde in Remagen, die Eburonen - unsere fast vergessenen Vorfahren im Ahrtal -, Hexenverfolgung im Aremberger und Nürburger Land, Hungerjahre im ausgehenden 18. Jahrhundert in Ahrweiler und Brandschutz in Brohl zählen ebenso zur Themenpalette wie Jubiläen, etwa die Ersterwähnung von Sinzig im Jahre 762, also vor 1250 Jahren.

Bei den Beiträgen zur Zeitgeschichte nehmen Aspekte der jüdischen Geschichte breiten Raum ein: die Eröffnung der ehemaligen Synagoge Niederzissen als Erinnerungs- und Begegnungsstätte, die Verlegung der Stolpersteine in Bad Neuenahr und das Schicksal der jüdischen Familie Gottschalk in Bodendorf. Gewürdigt wird das Engagement der Schulen gegen Rechtsextremismus.

Der Regierungsbunker im Ahrtal dient als Denk- und Lernort für Schüler. Die Kreisvolkshochschule Ahrweiler leistet mit Deutschkursen für ausländische Bürger einen wichtigen Beitrag zu deren Integration.

Weitere Beiträge liefern Einblicke in Orte, so zur Bürgersäule in Wabern, zum Mandolinenverein Heimersheim, zur Glockenweihe in Brohl, zur Pfarrkirche St. Marien in Bad Breisig, zum 875-jährigen Jubiläum von Kloster Marienthal und zur Pfarrkirche in Dernau. Kapellen und Kreuze verdeutlichen die christliche Prägung der Region, aus der viele Priester hervorgegangen sind oder hier wirkten, unter ihnen Erzbischof Cyrillus Jarre aus Ahrweiler, Pater Rosenbaum aus Altenahr oder der heutige Weihbischof Dr. Helmut Dieser in Trier, der zuvor Pfarrer in Adenau war.

Dargestellt werden außerdem die Geschichte der für den Fremdenverkehr bedeutenden Sesselbahnen in Altenahr und Rheineck, die Klopp-Werkzeugfabrik im Vinxtbachtal und die Gartenbaufirma Berg. Ein Aufsatz zur Entwicklung des Richtfunks im AW-Kreis dokumentiert, dass von 1954 bis 1957 auf dem Schöneberg bei Cassel auch mit Windkraftanlagen experimentiert wurde.

Volkskundliche Artikel beschreiben unter anderem das Deutsche Eck zwischen Gimmigen, Nierendorf, Bengen und Kirchdaun, das Backes in Heimersheim und das Krippenland in Rech. Neues Schrifttum mit Rezensionen und Fakten zur Struktur des Kreises Ahrweiler runden das Heimatjahrbuch 2013 ab.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 06.11.2012

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