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Neue Initiative für Arztversorgung in Adenau

Krankenhaus kann und will Bereitschaftsdienstzentrale übernehmen - Landrat und Bürgermeister üben scharfe Kritik: Patienten schlechter als nötig gestellt

In der Kontroverse um die künftige Arztversorgung in der Verbandsgemeinde (VG) Adenau fordern Landrat Dr. Jürgen Pföhler, VG-Bürgermeister Hermann-Josef Romes und Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz auf, eine Bereitschaftsdienstzentrale beim St. Josef Krankenhaus in Adenau einzurichten. Nur so ließen sich lange Fahrwege für die Menschen vermeiden, die außerhalb der Praxisöffnungszeiten ihres Hausarztes eine medizinische Behandlung brauchen.

In einem gemeinsamen Schreiben an die Vorsitzende der KV in Mainz, Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, verlangen der Landrat und die beiden Bürgermeister: Die KV soll ihre Entscheidung rückgängig machen, wonach das Versorgungsgebiet der VG Adenau der Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) am Marienhaus-Klinikum Bad Neuenahr-Ahrweiler zugeordnet würde. Der Fall Adenau gestalte sich anders als in anderen Regionen von Reinland-Pfalz. „Die Leitung des St. Josef Krankenhauses in Adenau hat erklärt, dass das Krankenhaus bereit und in der Lage ist, eine BDZ zu betreiben", so Pföhler, Romes und Hoffmann.

Scharfe Kritik üben die drei Politiker daran, dass die KV dieses Angebot des Adenauer Krankenhauses ignoriert. Im bisherigen Schriftverkehr gehe die KV mit keinem Wort darauf ein. An die KV-Vorsitzende richten sie weitere Fragen: „Warum sollen, wie im Nachbarkreis Vulkaneifel mit den BDZ an den Krankenhäusern in Daun und Gerolstein, nicht auch im Kreis Ahrweiler zwei solcher Zentralen eingerichtet werden? Warum beharrt die Kassenärztliche Vereinigung auf einer Entscheidung, die die Menschen in der VG Adenau deutlich schlechter stellt als dies notwendig ist?"

Die Räte der Stadt Adenau und der VG Adenau hatten sich bereits in Resolutionen für die Einrichtung einer BDZ am St. Josef Krankenhaus ausgesprochen. Eine BDZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler sei für Patienten aus der VG Adenau unakzeptabel. Die Entfernungen der nächstgelegenen Gemeinden wie Kaltenborn oder Dümpelfeld betrügen 28 beziehungsweise 32 Kilometer. Menschen aus dem Westen der VG, etwa Dorsel, Ohlenhard, Hümmel und Reifferscheid, müssten zwischen 39 und 52 Kilometer fahren. In der Resolution wird ein weiteres Argument genannt: Wenn ein ortsnaher Bereitschaftsdienst fehle, würden die Notarzt- und Rettungsdienste mit Bagatellfällen überfrachtet und stünden für wirkliche Notfälle unter Umständen nicht zur Verfügung.

Bereitschaftsdienstzentralen gelten als wichtiger Faktor zur Nachbesetzung von Kassenärzten im ländlichen Raum. Die Organisation des Bereitschaftsdienstes liegt bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, die Rechtsaufsicht beim rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.08.2013

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