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Modern. Dorf. Entwicklung.

ÔÇ×Unser DorfÔÇť: Ein Wettbewerb im Wandel der Zeit - Von Blumenschmuck in K├╝beln zu sanftem Tourismus und Telearbeitspl├Ątzen - Jubil├Ąumsfeier im PJG

Der Kreiswettbewerb ÔÇ×Unser Dorf hat Zukunft" wurde 2014 im Kreis Ahrweiler zum 50. Mal ausgetragen. Gemeinden, Vereine und Initiativen fanden erneut M├Âglichkeiten, ihre Leistungen im Sinne einer modernen Dorfentwicklung zu zeigen.

Modern. Dorf. Entwicklung. - Es lohnt sich, vor allem den dritten dieser Begriffe auszuleuchten. Landrat Dr. J├╝rgen Pf├Âhler tut dies im Vorfeld der Kreisfeier, bei der er die Sieger 2014 ehrt, indem er einen historischen Bogen spannt, der die Entwicklung und Entfaltung des Wettbewerbs skizziert. Die Jubil├Ąumsfeier findet statt am Mittwoch, 16. Juli, 18.30 Uhr, in der Sporthalle des Peter-Joerres-Gymnasiums in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

1961: In jenem Jahr fand der Wettbewerb erstmals auf Bundes- und Kreisebene statt: Der Name: ÔÇ×Unser Dorf soll sch├Âner werden". Der Wettstreit stie├č auf wenig Begeisterung bei den B├╝rgern. Viele D├Ârfer hatten keine ausgebauten Stra├čen, ganz zu schweigen von einer Kanalisation. Die Menschen betrieben rege Landwirtschaft. Das bedeutete harte Arbeit und ungepflegte H├Âfe. F├╝r Kunst und ├ästhetik gab es wenig Zeit und wenig Geld. Dekorativer Blumenschmuck in K├╝beln reichte aus, um ein Dorf zum Sieg zu bringen. Vier D├Ârfer gingen im AW-Kreis an den Start: Waldorf, Oberbreisig, Plittersdorf und Mayscho├č.

Mitte der 1970er Jahre: Allm├Ąhlich entwickelte sich Kritik am Wettbewerb, der nicht mehr zeitgem├Ą├č erschien. Man konnte ├╝ber einen ersten Strukturwandel und einen gesellschaftlichen Wandel im l├Ąndlichen Raum sprechen. Die Landwirtschaft verlor an Bedeutung. Die A 61 wurde 1975 fertiggestellt und brachte wirtschaftliche Ver├Ąnderungen. Auch die Bewertungskriterien bei ÔÇ×Unser Dorf" ├Ąnderten sich. Ein Dorf wurde geehrt, weil es in die Stra├čen eines Neubaugebietes modernes S-Pflaster legte.

Die 1980er Jahre: Der Begriff ÔÇ×Dorferneuerung" tauchte auf. Fachplaner erstellten die ersten Dorferneuerungskonzepte. Nicht wenige der Experten bel├Ąchelten die D├Ârferkonkurrenz als Blumenschmuck- und Sauberkeitswettbewerb. In Aufzeichnungen von Bewertungskommissionen finden sich positiv hervorgehobene Urteilsbegr├╝ndungen wie: ÔÇ×Der private und ├Âffentliche Raum wird stets sauber gehalten. Ein ├╝ppiger Geranienschmuck ziert die Fenster."

Mitte der 1990er: Die Wettbewerbskriterien werden erneuert. Ab 1997 hie├č es ÔÇ×Unser Dorf soll sch├Âner werden - unser Dorf hat Zukunft". Kriterien, die f├╝r eine ganzheitliche, nachhaltige Dorfentwicklung von Bedeutung sind, erhielten einen h├Âheren Stellenwert. Das ├Ąu├čere Erscheinungsbild wurde bewertet - aber auch die konzeptionelle Vorgehensweise eines Ortes, die wirtschaftliche Entwicklung, das soziale Leben mit dem b├╝rgerschaftlichen Engagement, das kulturelle Leben und die bauliche Entwicklung.

Und: Die mit der inhaltlichen Neuausrichtung einhergehenden, ausdifferenzierten Ziele und Bewertungskriterien setzen ein gr├Â├čeres Engagement der B├╝rger sowie ein professionelles Projektmanagement voraus.

2007: Um den Zukunftsaspekt herauszuheben, verk├╝rzte sich der Titel in ÔÇ×Unser Dorf hat Zukunft". Heute befassen sich viele D├Ârfer und die Kommission mit Themen wie Leerst├Ąnde, demografischer Wandel, Energiewende, Telearbeitspl├Ątze, sanften Tourismus und Kultur im Dorf.

Im Kreis Ahrweiler zeichnet sich der Landeswettbewerb durch drei Besonderheiten gegen├╝ber anderen Kreisen aus.

  • Erstens durch Pr├Ąmien von rund 16.000 Euro pro Wettbewerb, die der Kreis als freiwillige Leistung zahlt.
  • Zweitens durch parallel stattfindende kreiseigene Wettbewerbe f├╝r Vereine sowie f├╝r Jugend und Familien.
  • Drittens durch die 2005 als Dauereinrichtung eingef├╝hrten Sonderpreise. Die Kreiskommission entscheidet pro Wettbewerb aufs Neue, in welchen Themenfeldern diese Preise vergeben werden. In diesem Jahr lautete der Schwerpunkt ÔÇ×kulturelle Vielfalt im Kreis Ahrweiler".


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 15.07.2014

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