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Gesundheitsschutz behält oberste Priorität

Trinkwasser: Flächendeckend weitere Kontrollproben

Das Trinkwasser in der Gemeinde Grafschaft und den östlichen Stadtteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler kann wieder bedenkenlos verwendet werden. Nach 14 Tagen, in denen das Abkochgebot galt, hat das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Ahrweiler am 17. September Entwarnung gegeben. Wie geht es weiter? Die Kreisverwaltung nennt Einzelheiten und betont nochmals: Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung hat oberste Priorität.

Flächendeckend werden weitere Kontrollproben gezogen. Die Chlorung des Leitungswassers wird aus Sicherheitsgründen mehrere Wochen fortgesetzt. Die Schächte der Transportleitung sind abgedichtet, gereinigt und desinfiziert und werden weiter täglich kontrolliert. Auch bisher unauffällige Bauwerke, insbesondere Schächte, werden weiter untersucht und vorsorglich technisch überprüft.

Darüber hinaus wurden weitere strenge Auflagen verfügt: Alle Schachtbauwerke der Transportleitung sind täglich und bei Bedarf, beispielsweise bei Starkregen, zusätzlich zu kontrollieren. Alle Schächte sind bei Wassereinträgen durch Regen- oder Grundwasser unverzüglich auszupumpen, zu reinigen und nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt zu desinfizieren.

Zugleich läuft die Ursachenforschung weiter. Bei der Identifizierung von möglichen Risikopunkten wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit insbesondere ein Belüftungsschacht an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen identifiziert. Wegen der starken Regenfälle war teilweise mit Fäkalien belastetes Wasser in den Schacht eingedrungen, die Armaturen im Schacht wurden überflutet. Dies betraf in der Folge die 12 Kilometer lange Transportleitung von Wachtberg in den Kreis Ahrweiler. Davon unabhängig wurden in einem nachgeschalteten Netzanteil der Gemeinde Grafschaft Leitungsbauarbeiten in Lantershofen als mögliche weitere Eintragsquelle ermittelt. Hierzu werden mikrobiologische Proben ausgewertet. Die Analyse wird mehrere Wochen dauern.

Zum bisherigen Ablauf bilanziert die Kreisverwaltung: Das interne Störfall- und Risikomanagement sei reibungslos abgelaufen. Das Kreis-Gesundheitsamt sei auf solche Fälle vorbereitet. Entsprechende Pläne und Leitlinien lägen vor. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) sei beteiligt. Die Einbindung des international renommierten Trinkwasserexperten Prof. Dr. med Martin Exner vom Hygiene-Institut der Universität Bonn habe sich als sehr wertvoll erwiesen.

Die sofortige Information der Bevölkerung über das Abkochgebot führte offensichtlich dazu, dass Krankheitsfälle vermieden werden konnten. Die eingegangenen Meldungen von niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern lassen bisher keine Häufung von entsprechenden Krankheitsbildern erkennen.

Die Störfallkommission trat bisher bereits sechs Mal zusammen. Unter Leitung des Gesundheitsamtes sind dort die Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Wasserversorger EVM und Remondis Eurowasser sowie Prof. Exner beteiligt. Der Wahnbachtalsperren-Verband und die Gemeinde Wachtberg wurden informiert.  


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 21.09.2014

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