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Fachhochschule als "sichtbarstes Zeichen des Strukturwandels"

Jahresbilanz und Vorschau von Landrat Weiler - Gesundheits- und Fitne├čregion nimmt klare Konturen an - Wunsch: Mehr Kooperation der Kommunen

 

Die Er├Âffnung und der Studienbeginn der neuen Fachhochschule sind f├╝r Landrat Joachim Weiler "die politisch und wirtschaftlich wichtigsten Akzente des Jahres 1998 im Kreis Ahrweiler". Die vom Bund im Rahmen des Berlin/Bonn-Ausgleichs bezahlte FH Koblenz in Remagen sei zugleich "das sichtbarste Zeichen unseres Strukturwandels", wie Weiler in einer Botschaft zum Jahreswechsel an die Menschen im AW-Kreis betont. Mit dem Wintersemester 1998/99 ziehen die ersten FH-Studenten ein.

Bei der fachlichen Ausrichtung der FH habe der Kreis Ahrweiler von Anfang an auf die Einbindung in das Projekt "Gesundheits- und Fitne├čregion" geachtet. So gebe es einen eigenen Studiengang Gesundheits- und Sozialwirtschaft; und innerhalb des Studienganges Physikalische Technik liege ein Schwerpunkt auf Medizintechnik.

Das vor einigen Jahren erarbeitete Konzept zur "Gesundheits- und Fitne├čregion", mit dem sich der AW-Kreis ein neues Profil f├╝r die Zukunft geben will, nehme immer klarere Konturen an. Als "zentrale S├Ąulen" nennt Weiler dazu neben der FH in Remagen das Zentralinstitut der Arzneimittelhersteller in Sinzig, eine angedachte Akademie f├╝r Gesundheitsf├Ârderung, die Agentur f├╝r Gesundheits-Kongresse, -Tagungen und -Seminare sowie das Studien- und Informationszentrum Wein und Gesundheit. Nur mit neuen Ideen und interkommunalen L├Âsungen lie├čen sich auch r├╝ckl├Ąufige ├ťbernachtungszahlen im Fremdenverkehr sowie die Einbr├╝che im Kur- und B├Ąderwesen auffangen. Als m├Âglichen Impuls sieht Weiler die Fr├╝hjahrstagung des Deutschen B├Ąderverbandes im April 1998 in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit der Spielbank Bad Neuenahr blicke ein wirtschaftlicher Eckpfeiler der Kreisstadt und des gesamten Kreises auf sein 50j├Ąhriges Bestehen zur├╝ck. Und in Bad Breisig seien die Grundvoraussetzungen f├╝r den Bau des Golfplatzes "Auf der M├Ânchsheide" geschaffen.

1998, ein Jahr vor dem Beginn des Regierungsumzugs nach Berlin , sind solche Initiativen f├╝r Weiler jedoch noch kein Garant f├╝r den erfolgreichen Strukturwandel. Impulse f├╝r die Zukunft erwartet der Landrat vor allem auch vom Technologiepark Grafschaft , dem Technologiezentrum Sinzig , dem Fremdenverkehrsprojekt "Vulkanpark Brohltal/Laacher See" , bei dem 1998 nicht weniger als 13 Einzelprojekte realisiert werden sollen, dem Gewerbepark am N├╝rburgring und der Europ├Ąischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Wichtige Ans├Ątze f├╝r die k├╝nftige Entwicklung des Kreises Ahrweiler ins n├Ąchste Jahrhundert biete die vom Kreistag beschlossene Fortschreibung des Kreisentwicklungsplans . Von den Kommunen w├╝nscht sich Landrat Weiler eine st├Ąrkere Zusammenarbeit. Als Beispiele nennt er die Gewerbeansiedlung und das Standortmarketing, wie es in den Verbandsgemeinden Adenau und Brohltal vorgesehen sei. Mit Blick auf einzelne Brohltal-Gemeinden hofft Weiler auf eine "befriedigende L├Âsung beim Thema Wasserschutzgebiet". Widerstand fordert er gegen die Benachteiligung des l├Ąndlichen Raumes . In der Diskussion um das Amtsgericht Adenau und das Kulturamt Adenau m├╝sse sich das Land Rheinland-Pfalz "endlich zu seiner Verantwortung gegen├╝ber dem l├Ąndlichen Raum bekennen". Weiler sieht aber auch die Deutsche Post AG in der Pflicht.

Eine positive Bilanz zieht der Landrat bei der Zusammenarbeit innerhalb der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler . Zukunftsweisend f├╝r die spezielle Wirtschaftsstruktur der Region sei der abgeschlossene Rahmenvertrag mit der Deutschen Telekom. Und die Tourismus und Kongre├č GmbH Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler sei ein "vorbildlicher Ansatz in der Fremdenverkehrspolitik", weil sich die Region "├╝berregional und gemeinsam" vermarkte.

Bei den Kinderg├Ąrten wird nach den Worten Weilers immer deutlicher, "da├č der hohe Standard im Kreis Ahrweiler seinen Preis hat", aber offensichtlich nicht mehr von allen Verantwortlichen mitgetragen werde. So reduziere das Land Rheinland-Pfalz seine Zusch├╝sse zum 1. April, das Bistum Trier plane f├╝r den Herbst ebenfalls K├╝rzungen, und bei weiter steigenden Personalkosten bleibe dem Kreis letztlich nichts anderes ├╝brig, als die Finanzl├╝cke ├╝ber die Elternbeitr├Ąge zu schlie├čen.

Beim Neubau des Peter-Joerres-Gymnasiums in Bad Neuenahr-Ahrweiler sei nach wie vor mit einem Einzug in 1998 zu rechnen. Bei Baukosten von rund 25 Millionen Mark zeige der Kreis erneut, da├č er f├╝r die Bildung junger Menschen "bis an die Grenzen seiner finanziellen Belastbarkeit" gehe. Erfreulich sei die ├╝berdurchschnittlich gute Lage auf dem Lehrstellenmarkt.

Im ├ľffentlichen Personen-Nahverkehr (├ľPNV) habe sich das Angebot an Linien und Fahrten seit diesem Jahr auf ein "vern├╝nftiges Ma├č eingependelt". 1998 stehe das neue ├ľPNV-Konzept im Umsetzungsraum III an (Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr). Dabei erh├Âhe sich die Zahl der Fahrten, die Schulbusse seien f├╝r alle Fahrg├Ąste offen. Generell sei das Ziel anzustreben, da├č der Kreis die Grundversorgung sichert und die Kommunen f├╝r das dar├╝ber hinausgehende Bedienungsangebot verantwortlich sind.

Im Sozialsektor begr├╝├čt Weiler die Entwicklung, "sich wieder am Sinnvollen und Notwendigen auszurichten". Als "exzellente Idee" lobt er die Kleider- und M├Âbelkammer des Kreises in Grafschaft-Lantershofen, die im Mai '97 er├Âffnet wurde und Waren kostenlos entgegennimmt, um sie an Sozialhilfeempf├Ąnger weiterzuleiten. Auch das Projekt "Arbeit statt Sozialhilfe", das arbeitslose Sozialhilfeempf├Ąnger in den Arbeitsmarkt integrieren will, habe sich etabliert. Neu sei das Angebot des Kreis-Jugendamtes zur Sozialp├Ądagogischen Familienhilfe.

Der Bereich Soziales und Jugend stelle mit Ausgaben von 93 Millionen Mark im Kreishaushalt f├╝r 1998 wie gewohnt den absolut gr├Â├čten Einzelposten dar und bed├╝rfe daher besonderer Aufmerksamkeit. Bei einem Gesamtvolumen des Verwaltungshaushalts von 147 Millionen Mark entfallen allein auf die Sozial- und die Jugendhilfe 63 Prozent. Den Einsatz eines Au├čendienstmitarbeiters der Kreisverwaltung, der F├Ąlle von Sozialhilfebetrug aufdeckt, nennt Weiler "leider begr├╝ndet und finanziell erfolgreich". Der 98er Kreishaushalt - erstmals seit Jahrzehnten einstimmig verabschiedet - sei "trotz der immer noch brisanten Finanzlage der ├Âffentlichen Haushalte erfreulicherweise ausgeglichen" und komme ohne Erh├Âhung der Kreisumlage aus.

In der Abfallwirtschaft besitze die Errichtung des Abfallwirtschaftszentrums "Auf dem Scheid" erste Priorit├Ąt, da die Deponien in Remagen-Oedingen und Brohl-L├╝tzing voraussichtlich zur Jahresmitte 1998 geschlossen werden. Mit dem Abfallwirtschaftszentrum verf├╝ge der Kreis Ahrweiler ├╝ber die M├Âglichkeit, flexibel und kosteng├╝nstig auf die einem stetigen Wandel unterliegenden Anforderungen einer modernen Abfallwirtschaft reagieren zu k├Ânnen. Der Transport der Abf├Ąlle zur Deponie "Eiterk├Âpfe" im Kreis Mayen-Koblenz erm├Âgliche es zudem, die Entscheidung ├╝ber den Bau einer eigenen Deponie am Standort "Scheid" ohne Zeitdruck und auf einer vom Kreistag in Auftrag gegebenen aktualisierten Kostengrundlage treffen k├Ânnen.

"Zuversichtlich" ├Ąu├čert sich Weiler ├╝ber den Radweg zwischen Altenahr und Rech , dessen erster Bauabschnitt im ersten Halbjahr '98 in Angriff genommen werden soll - f├╝r Weiler ein weiterer Mosaikstein im "Fahrradland Kreis Ahrweiler", das auch durch den Raderlebnistag im Fr├╝hsommer belebt werde. Definitiv sei eine andere Bauma├čnahme: Das Gro├čprojekt Ortsumgehung Altenahr werde am 14. Mai freigegeben. Beim "Bunker" Marienthal , den die Bundesregierung mittelfristig schlie├čen will, gelte es ein Konzept f├╝r die weitere Nutzung zu entwickeln und einen Ausgleich f├╝r Arbeitspl├Ątze und Auftr├Ąge f├╝r die heimische Wirtschaft zu schaffen. Hier stehe der Bund nach wie vor in der Verantwortung.

Trotz des von den EU-Gesundheitsministern mittelfristig beschlossenen Tabakwerbeverbots sei der Gro├če Preis der Formel 1 am N├╝rburgring am 27. September 1998 definitiv gesichert und auf absehbare Zeit weiter m├Âglich. Das 50 Millionen-Mark-Projekt "Erlebniswelt N├╝rburgring" stehe wenige Monate vor der Er├Âffnung - Weiler nennt dies "ein weiteres Standbein f├╝r unseren wirtschaftlich lebensnotwendigen Impulsgeber N├╝rburgring".

Die Kreisverwaltung selbst arbeite auch im kommenden Jahr an ihrem Neuen Steuerungsmodell, das unter anderem betriebswirtschaftliche Strategien und eine verst├Ąrkte B├╝rgerorientierung vorsieht. Neben den bereits eingef├╝hrten erweiterten ├ľffnungszeiten sei f├╝r 1998 ein B├╝rgerb├╝ro in der Planung. Die Eingliederung des zuvor eigenst├Ąndigen Gesundheitsamtes als Teil der Kreisverwaltung vor einem Jahr ist f├╝r Weiler "erfolgreich abgeschlossen". - Ausdr├╝cklichen Dank spricht Weiler all jenen B├╝rgern aus, die ein Ehrenamt aus├╝ben. Ohne solche Helfer sei kein gesellschaftliches Leben m├Âglich. Joachim Weiler w├╝nscht "allen B├╝rgerinnen und B├╝rgern des Kreises Ahrweiler im Neuen Jahr alles Gute, vor allem aber Gesundheit".


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 08.01.1998

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