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Heute wie damals: Kleidung und Kinderspielzeug für Flüchtlinge

Vor 25 Jahren: Feier und Feuerwerk in Ahrweiler zum Tag der Deutschen Einheit - Noch drei Stunden lang Minister

Flüchtlinge vor allem aus Syrien sind zurzeit in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler untergebracht. Flüchtlinge aus der zerfallenden DDR fanden vor 26 Jahren an gleicher Stelle eine erste Unterkunft. Ein Jahr später, vor 25 Jahren, am 2. und 3. Oktober 1990, fanden im Kreis Ahrweiler die Feiern zum ersten Tag der Deutschen Einheit statt. In einem Pressebericht blickt die Kreisverwaltung Ahrweiler zurück. Eindrücke von damals überliefern vor allem die Heimatjahrbücher der Jahrgänge 1990 und 1991.

DDR-Flüchtlinge willkommen

„Wir haben ein Stück Geschichte miterlebt." Diese Aussage eines damaligen Zuschauers belegt, was sich am 5. Oktober 1989 am Ahrweiler Bahnhof abspielte. Mehrere hundert Menschen waren gekommen, um einen Sonderzug mit 800 DDR-Übersiedlern zu begrüßen. Diese waren tags zuvor in Prag aufgebrochen und über DDR-Gebiet in die Bundesrepublik Deutschland gelangt. Weitere Tausende ihrer Landsleute kehrten im Herbst 1989 der angestammten Heimat den Rücken, um im Westen und in Freiheit einen Neuanfang zu wagen.

Eine erste Anlaufstation für die Übersiedler bildete die Katastrophenschutzschule des Bundes (heute AKNZ), die kurzfristig zum Notaufnahmelager hergerichtet wurde. Die Ankunft der Übersiedler bewegte viele Menschen auch im AW-Land. Den Neuankömmlingen schlug eine Welle großer Hilfsbereitschaft entgegen: In kurzer Zeit türmten sich Kleidung und Kinderspielsachen; Firmen offerierten Arbeitsplätze, Privatleute boten Wohnungen an. Ein Höhepunkt war der 8. Oktober 1989: Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker stattete den Übersiedlern einen Besuch ab und informierte sich über die Situation der Menschen in der Notunterkunft und fragte sie nach ihren Zukunftsplänen.

Einheitliche deutsche Nationalhymne auf dem Markplatz

Ein Jahr später: Der erste Tag der Deutschen Einheit, der 3. Oktober 1990, stand ganz im Zeichen der historischen Ereignisse. Am Vorabend, dem 2. Oktober, veranstaltete der Kreis Ahrweiler mit den Städten und Gemeinden eine zentrale Feier auf dem Marktplatz Ahrweiler. Beim Ökumenischen Gottesdienst in der Laurentiuskirche sprach DDR-Kommunalminister Manfred Preiß, der viel Nachdenkliches, aber auch Hoffnung und Optimismus für die Zukunft vortrug. „Mit dem Mauerfall haben wir noch keine deutsche Gemeinschaft. Die muss zusammenwachsen, da muss der eine für den andern da sein", sagte Preiß, der sich zu diesem Zeitpunkt noch genau drei Stunden als Minister fühlen durfte. Der Abend auf dem Marktplatz endete mit der nunmehr einheitlichen deutschen Nationalhymne und einem mitternächtlichen Feuerwerk zu den Klängen von Händels Feuerwerksmusik.

Am 3. Oktober 1990 nahm eine Delegation aus dem Kreis Ahrweiler an der Festsitzung des Kreistages Artern in Thüringen teilnahm. Zuvor war Landrätin Regina Porschel aus Artern beim vorabendlichen Einheitsfest in Ahrweiler anwesend, so dass der Gegenbesuch am Einheitstag obligatorisch war. Ahrweiler und der damalige Kreis Artern, der später in den Kyffhäuserkreis überging, pflegten eine langjährige Partnerschaft.

Foto: Am 8. Oktober 1989 sprach Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker (links) mit DDR-Übersiedlern in der Katastrophenschutzschule des Bundes.

Foto: Das Plakat zur Einheitsfeier auf dem Ahrweiler Markplatz


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 02.10.2015

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